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Skitour Nördliche Steintalspitze 14: Blick zurück im breiten, steilen Hang.

Skitour Nördliche Steintalspitze (Sellrain): Steile Hänge, große Aussichten

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Von Haggen aus gibt es Richtung Südwesten im Krasprestal eine Vielzahl an tollen Skitourenzielen, wie etwa den Zwieselbacher Rosskogel.

Ebenfalls empfehlenswert und etwas niedriger gelegen sind die Südliche Steintalspitze (2.741 m) und der Pockkogel (2.807 m). Beide verlangen im oberen Teil allerdings eine sehr sichere Lawinenlage und ein gutes Gespür für steiles Gelände. Wer hier unterwegs ist, sollte wissen, was er tut. Der Berg verzeiht viel, aber nicht alles.

Die Nördliche Steintalspitze: unterschätztes Skitourenziel im Sellrain

Die Nördliche Steintalspitze liegt in den Stubaier Alpen und bildet gemeinsam mit der Südlichen Steintalspitze und dem markanten Pockkogel eine eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft oberhalb des Kraspestals. Während der Zwieselbacher Rosskogel in der Region ein regelrechter Publikumsmagnet ist, geht es im Steintal oft deutlich ruhiger zu. Das ist für viele ein großer Vorteil. Weniger Spuren im Schnee bedeuten schließlich mehr Platz für die eigene Linie.

Das Gelände rund um das Steintal ist geprägt von steilen Flanken, breiten Kare und markanten Rinnen. Genau diese Mischung macht die Gegend für Skitourengeher besonders interessant. Wer gern abwechslungsreiche Touren mit alpinem Charakter unternimmt, wird hier definitiv fündig.

Die Aussicht vom oberen Steintal reicht weit über das Sellraintal hinaus. Besonders beeindruckend ist der Blick Richtung Kühtai mit dem Speicher Finstertal, der im Winter wie ein riesiges weißes Amphitheater wirkt. Bei klarer Sicht steht man hier oben quasi in der ersten Reihe eines ziemlich spektakulären Bergkinos.

Ursprünglich war für diese Tour eigentlich der Pockkogel geplant. Da die sehr steile Rinne mit über 40 Grad Neigung jedoch zu heikel wirkte, fiel die Entscheidung vor Ort zugunsten des breiteren und etwas flacheren Anstiegs Richtung Südliche Steintalspitze. Dieser bietet in der Abfahrt auf dem breiteren Gelände zudem deutlich mehr Spielraum als die doch sehr kurze Rinne in den Steintalsattel, von wo man anschließend über einen Grat zum Pockkogel gelangen kann.

Aber auch der Hang zum Sattel unterhalb der Südlichen Steintalspitze ist mit 35 bis 40 Grad Neigung alles andere als flach. Hier sind sichere Spitzkehren, saubere Technik und eine Portion Konzentration gefragt. Wer hier elegant aufsteigt, fühlt sich ein bisschen wie ein Skitourenballetttänzer. Wer es nicht tut, lernt Spitzkehren meistens sehr schnell.

Am Sattel auf gut 2.700 Metern Höhe angekommen kann man sich den anschließenden Grat zum Gipfel sparen. Der war bei dieser Tour ohnehin nicht sicher begehbar. Außerdem wusste ich aufgrund der spontanen Umplanung zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass sich nur wenige Meter entfernt ein Gipfel befindet. Manchmal ist Unwissenheit eben auch eine Form von Effizienz.

Doch selbst vom Sattel aus bietet sich bereits ein großartiges Panorama, unter anderem Richtung Skigebiet Kühtai und zum Speicher Finstertal. Ein perfekter Ort für eine kurze Pause, ein paar Fotos und die mentale Vorbereitung auf die Abfahrt.

Für die rund 200 Höhenmeter lange Steilabfahrt braucht es ebenfalls stabile Lawinenverhältnisse und eine solide Skitechnik. Wenn alles passt, wartet allerdings eine ziemlich genussvolle Abfahrt. So genussvoll, dass die 200 Höhenmeter kurzerhand gleich zwei weitere Male wiederholt wurden. Rein aus wissenschaftlichem Interesse natürlich ;)

Exakte Beschreibung der Route für die Skitour zur Nördlichen Steintalspitze

  • Start in Haggen bei der Jausenstation Schärmeralm.
  • Im Kraspestal (oder Kraspres...) Richtung Südwesten lange Zeit relativ flach taleinwärts bis zur sogenannten Zwinge auf etwa 2.000 Metern Höhe.
  • Der Abschnitt um die Zwinge ist meist stark vereist und sehr steil. Auf dieser kurzen Passage werden häufig die Skier getragen oder Harscheisen angelegt. Bei guter Schneelage kann man die Zwinge auch etwas weiter nördlich umgehen, wobei auch dort häufig eisige Bedingungen herrschen. Elegantes Skitourengehen wird hier also kurzfristig durch vorsichtiges Herumstaksen ersetzt.
  • Nach der Zwinge zweigt man direkt rechts in das Steintal auf. Der erste Anstieg ist ebenfalls oft vereist und meist nur mit Harscheisen gut begehbar. Für einen kurzen Abschnitt wurden die Ski getragen, da stellenweise kein Schnee lag und man erstaunlich bequem über Gras und Felsen aufsteigen konnte. Auch das gehört zum Skitourenleben.
  • Anschließend folgt sanfteres Gelände, bis man auf etwa 2.450 Metern Höhe plötzlich vor einer ziemlich beeindruckenden Wand aus steilen Erhebungen steht. Hier wird klar: Die gemütliche Einrollphase ist vorbei.
  • Die Rinne ganz rechts führt zum Steintalsattel auf 2.741 Metern Höhe. Aus der Ferne wirkt sie beinahe unbegehbar. Je näher man kommt, desto realistischer erscheint sie. Trotzdem sollte diese Passage nur bei sehr sicheren Verhältnissen begangen werden, da die Neigung über 40 Grad liegt.
  • Deutlich einladender wirkt der breitere und etwas flachere Hang mit etwa 35 bis 40 Grad Neigung, der auf einen Sattel bzw. Kamm kurz unterhalb der Nördlichen Steintalspitze führt. Auch hier sollte die Lawinensituation für die rund 200 Höhenmeter gut beurteilt werden.
  • Oben angekommen kann man sich den meist ohnehin nicht begehbaren Grat zur Nördlichen Steintalspitze sparen und direkt am Sattel das Skidepot anlegen. Nach einer kurzen Pause folgt die steile Abfahrt. In diesem Fall war sie so gut, dass die 200 Höhenmeter insgesamt gleich zwei weitere Male wiederholt wurden. Man muss gute Bedingungen schließlich ausnutzen, solange sie da sind.
  • Anschließend fährt man über das breite Steintal (viel Spielraum beim Abfahren) wieder bergab ins Kraspestal. Dort folgt man einfach dem Aufstiegsweg zurück zum Ausgangspunkt bei Haggen.

Streckenplan

Skitour Nördliche Steintalspitze (Sellrain): Streckenplan

Schwierigkeit der Skitour auf die Nördliche Steintalspitze

Trotz der relativ kurzen Tour von gut 1.000 Höhenmetern ist diese Skitour technisch durchaus anspruchsvoll. Konditionell hält sich der Aufwand in Grenzen, dafür sind Erfahrung und eine saubere Skitourentechnik klar von Vorteil.

Bereits im unteren Teil warten zwei häufig vereiste Abschnitte. Der steile Schlussanstieg verlangt zudem sichere Spitzkehren und ein gutes Gespür für die Schneeverhältnisse. Insgesamt ist diese Tour also nichts für den ersten Skitourenversuch des Winters, aber für erfahrene Skitourengeher ein spannendes Ziel mit alpinem Charakter.

Lawinengefahr

Im Kraspestal sieht man vor allem im Spätwinter und Frühjahr zahlreiche Lawinenkegel, die meist von den steilen Flanken herunterkommen. In der Regel erreichen diese jedoch nicht die eigentliche Skitourenroute.

Die Schlüsselstelle der Tour ist der Schlussanstieg im Steintal. Die Rinne Richtung Steintalsattel und weiter zum Pockkogel wirkt zwar kürzer, ist meiner Einschätzung nach aber deutlich heikler. Der breitere Hang Richtung Nördliche Steintalspitze verteilt die Steilheit auf mehr Fläche und bietet dadurch etwas mehr Spielraum bei der Routenwahl. Genau deshalb fiel die spontane Entscheidung vor Ort auf diese Variante.

Auf skitourenguru werden beide Varianten ungefähr gleich bewertet, was einmal mehr zeigt, dass letztlich immer die aktuellen Bedingungen vor Ort entscheidend sind.

Exposition: Nordost im Kraspestal, Osten im Steintal (Südost für die Rinne Richtung Pockkogel)

Empfohlene Ausrüstung

  • Klassische Skitourenausrüstung inklusive Helm
  • LVS Set mit Sonde und Schaufel
  • Harscheisen
  • Ausreichend Verpflegung und Getränke, da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt
  • Sonnenschutz für die oft überraschend intensive Frühjahrssonne im Hochgebirge

Beste Jahreszeit

Bei guter Schneelage ist die Skitour auf die Nördliche Steintalspitze meist ab Jänner möglich. Besonders gute Bedingungen findet man häufig zwischen Ende Februar und April, je nach Schneelage und Stabilität der Schneedecke.

Anreise und Parken

Die Anreise erfolgt über die Sellrainstraße nach Haggen in der Gemeinde St. Sigmund im Sellrain. Kurz vor der Jausenstation Schärmeralm befinden sich mehrere kostenlose Parkplätze.

Alternativ hält auch ein Bus in Haggen, wodurch die Skitour theoretisch sogar öffentlich erreichbar ist. Für eine Skitour in den Stubaier Alpen gar nicht so schlecht.


Alle Informationen: Skitour Nördliche Steintalspitze

Art der Tour
Schwierigkeit der Tour
Max. Möhe
2702 Meter
Min. Höhe
1644 Meter
Höhenmeter
1070 Höhenmeter
Datum der Bergtour
04.03.2026
Adresse Startpunkt
6184 Sankt Sigmund, Haggen 10
Dauer
04:00 Stunden
Distanz
10 km
Eigenschaften
  • Abschnitte durch Wälder
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
  • Felskontakt entlang der Route
  • Helm zu empfehlen
  • Kostenlos Parken
Hilfreiche Informationen zur Skitour
  • Für Schneeschuhwanderer nicht empfehlenswert
  • Harscheisen empfehlenswert
  • LVS-Set erforderlich
  • Skidepot unterhalb des Gipfels
  • Viele Spitzkehren (gute Technik von Vorteil)
Frequenz
niedrig = großteils ruhige Tour
Beste Jahreszeit

Ort

Bundesland
PLZ
6184
Straße
Haggen 10
Gebirgsgruppe

Route (GPX-Strecke): Skitour Nördliche Steintalspitze


Hotel oder Unterkunft in Sankt Sigmund

Bergwetter Sankt Sigmund

Fotos

Skitour Nördliche Steintalspitze 14: Blick zurück im breiten, steilen Hang.
Skitour Nördliche Steintalspitze 01: Zu Beginn flach durch das Kraspestal.
Skitour Nördliche Steintalspitze 02: Blick zurück zum Start. Gegenüber die Skitourenroute zum Flaurlinger Rosskogel, wo Skitourenguru eine Mindestschneehöhe von 40 cm prognostiziert hat. Nur wo ist denn dieser Schnee? ;)
Skitour Nördliche Steintalspitze 03: Zahlreiche Lawinenkegel, die zum Glück nicht die Skitourenroute erreichen.
Skitour Nördliche Steintalspitze 04: Vorbei an den Lawinenkegeln.
Skitour Nördliche Steintalspitze 05: Ein großer Lawinenkegel.
Skitour Nördliche Steintalspitze 06: Links die steile, eisige Zwinge, mittig könnte man diese umgehen, dort ist es aber genauso eisig.
Skitour Nördliche Steintalspitze 07: Nachdem ich die Zwinge mit den Skiern in den Händen bewältigt habe, geht es nach rechts ins Steintal. Dort lege ich erneut die Ski bergab und gehe ein Stück gemütlich über den Grashang bergauf.
Skitour Nördliche Steintalspitze 08: Blick zurück auf die eisige Zwinge und den ebenso eisigen Aufstieg im Steintal.
Skitour Nördliche Steintalspitze 09: Nun wird es flacher und gemütlicher.
Skitour Nördliche Steintalspitze 10: Nur 2 Abfahrtsspuren obwohl es die letzten Tage nicht geschneit hatte.
Skitour Nördliche Steintalspitze 11: Und nun sieht man direkt geradeaus die steile Rinne, etwas weiter links der breite Hang (35-40 Grad).
Skitour Nördliche Steintalspitze 12: Blick zurück.
Skitour Nördliche Steintalspitze 13: Die Rinne wirkt von der Nähe nun nicht mehr so steil, aber ich entscheide mich nun doch für den breiten Hang.
Skitour Nördliche Steintalspitze 15: Blick zurück vom Sattel unterhalb der Steintalspitze. Die Spurarbeit ist erledigt.
Skitour Nördliche Steintalspitze 16: Blick Richtung Kühtai Skigebiet.
Skitour Nördliche Steintalspitze 17: Blick zum Speicher Finstertal.
Skitour Nördliche Steintalspitze 18: Blick zum Pockkogel. Von hieraus würde ich nicht dorthin gelangen, da am Grat ein kurzes, aber steiles Bergabstück im Weg ist.
Skitour Nördliche Steintalspitze 19: Die Abfahrt von hier ist aber ohnehin viel einladender.
Skitour Nördliche Steintalspitze 20: Blick auf die Aufstiegsroute bis ins Kraspestal.
Skitour Nördliche Steintalspitze 21: Selfie vor der Abfahrt.
Skitour Nördliche Steintalspitze 22: Nach der ersten Abfahrt steige ich die 200 Höhenmeter erneut auf, nun aber etwas weiter links, von wo aus man den Pockkogel noch besser sieht und auch den einen Gratturm, der den Übergang verhindert.
Skitour Nördliche Steintalspitze 23: Sieht steil aus, ist es auch. Aber noch im Wohlfühlbereich.
Skitour Nördliche Steintalspitze 24: Blick zurück nach zwei Abfahrten - eine Dritte folgt noch.
Skitour Nördliche Steintalspitze 25: Und nun Abfahrt Nr. 3.
Skitour Nördliche Steintalspitze 26: Hier sieht man wie sich die Aufstiegsspuren oben trennen. Weiter nördlich ist es noch sonnig, hier verdeckt der Fels am frühen Nachmittag bereits die Sonne.
Skitour Nördliche Steintalspitze 27: Auch nach dem Steilhang hat man im Steintal viel Spielraum bei der Abfahrt (wenn da nicht die vielen Steine wären...).
Skitour Nördliche Steintalspitze 28: Blick zurück mit Rinne (rechts) und breitem Steilhang (mittig).
Skitour Nördliche Steintalspitze 29: Nun wird es wieder eisig. Die Zwinge kann man oft links umfahren (wo es aber genauso eisig ist).
Skitour Nördliche Steintalspitze 30: Wieder im Tal angekommen und ich frage mich weiter wo da die 40 cm Schnee für den Flaurlinger Rosskogel sind ;)
Skitour Nördliche Steintalspitze (Sellrain): Streckenplan

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1 Bewertung
Gesamtbewertung
 
3.8
Atmosphäre
 
4.0
Ausdauer
 
2.5
Technik / Schwierigkeit
 
4.0
Trotz der nur gut 1.000 Höhenmeter stellenweise technisch anspruchsvoll. Der Schlussteil erfordert sichere Lawinenlage.
H
#1 Bewerter
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