Forchheim wurde kurz vor Weihnachten zur Bühne für einen Ausnahmeauftritt, der selbst hartgesottene Ausdauersportler staunen ließ.
Zwei Feuerwehrmänner liefen nicht einfach weit, sie liefen extrem weit. Und das nicht in Shorts und Laufschuhen, sondern in voller Montur. Der neue Weltrekord über 105 Kilometer in Feuerwehr-Ausrüstung ist offiziell und hat ordentlich Eindruck hinterlassen.
105 Kilometer mit 25 Kilo auf den Schultern
Kai Steinbrenner und Daniel Marschner von der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim haben Geschichte geschrieben. Ihre Disziplin klingt schon beim Lesen nach Schwerstarbeit: weitester Nonstop-Marsch in persönlicher Schutzausrüstung mit angeschlossenem Atemschutzgerät. Am Ende standen exakt 105,1 Kilometer auf der Uhr, zurückgelegt in 22,5 Stunden.
Der Startschuss fiel am Freitagabend direkt am Weihnachtsmarkt in Forchheim. Von dort ging es auf einen rund 25 Kilometer langen Rundkurs zwischen Forchheim und Erlangen. Auf dem Rücken trugen die beiden bis zu 25 Kilogramm Ausrüstung inklusive Atemschutzmaske und Flaschen. Ein Spaziergang war das ganz sicher nicht.
Schneller Start, langer Kampf
Der Plan war ehrgeizig. Ursprünglich wollten Steinbrenner und Marschner sogar 112 Kilometer schaffen. Doch irgendwann meldete sich der Körper deutlich. "Am Ende ging uns ein bisschen die Luft aus. Bei Kilometer 104 hat es richtig angefangen, weh zu tun" erklärte Kai Steinbrenner gegenüber BR24.
Ein Grund dafür lag im Tempo. Gerade zu Beginn drückten die beiden mächtig aufs Gaspedal. "In den ersten beiden Runden waren wir extrem schnell, haben eine Pace von 9 bis 10 km/h im Durchschnitt gehabt", sagte Steinbrenner laut BR24. Für einen Marsch in Feuerwehr-Ausrüstung ist das fast schon absurd schnell.
Pausen, Powerfood und jede Menge Motivation
Alle 30 Minuten durften sich die beiden eine fünfminütige Pause nehmen. In dieser Zeit wurden Atemschutzflaschen gewechselt, Energiereserven aufgefüllt und kurz durchgeatmet. Andere Ehrenamtliche hatten entlang der Strecke ein beheizbares Zelt aufgebaut und kochten frisch für die beiden Rekordjäger.
Zusätzlich wartete auf der Strecke immer wieder emotionale Unterstützung. Feuerwehrautos, Kameraden und Zuschauer sorgten für Motivation, teilweise begleiteten Menschen die beiden die ganze Nacht über. Steinbrenner brachte es bei BR24 auf den Punkt: "Das war für uns ein Ansporn, wenn wir wussten Ok, in zwei Kilometern steht schon wieder das nächste Feuerwehrauto und da stehen schon wieder Menschen".
Gesundheit vor Kilometerzahl
Am Ende fiel die Entscheidung gemeinsam. "Die Gesundheit geht natürlich vor. Und da haben wir dann beide gesagt okay, wir beenden das Ganze zusammen. Nicht dass da noch irgendwas passiert", erklärte Steinbrenner gegenüber BR24. Auch wenn die 112 Kilometer nicht erreicht wurden, der alte Rekord von 100 Kilometern war deutlich Geschichte.
Die Leistung wurde offiziell anerkannt. Eine Vertreterin des Rekordinstituts für Deutschland, einem Tochterunternehmen von Guinness World Records, registrierte den neuen Weltrekord direkt vor Ort.
Mehr als Sport ein Zeichen fürs Ehrenamt
Der Weltrekordlauf sollte nicht nur sportlich beeindrucken. Steinbrenner und Marschner wollten bewusst Aufmerksamkeit auf das Ehrenamt und die Arbeit der Blaulichtorganisationen lenken. Gleichzeitig war es ein Dankeschön an alle Kameraden für ihren täglichen Einsatz.
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