Überraschungen im Fußball werden weniger, das zeigen Serienmeisterschaften von Bayern München und immer die gleichen Teilnehmer an der Champions League.
Und trotzdem gibt es vereinzelt immer noch diese Spiele, die einem als Fan das ganze Leben in Erinnerung bleiben. Noch überraschender als Außenseiter-Siege sind große Titel, die von Underdogs gewonnen werden.
Wenn man sich die beiden größten Überraschungen der jüngeren Fußballgeschichte, Leicester City und Griechenland bei der EM 2004 genauer ansieht, werden Parallelen sichtbar. Beide Trainer setzten auf eine kompakte Defensive und eine fitte Mannschaft. Es ist offensichtlich, dass Lauftraining, Disziplin und ein intaktes Team die Grundpfeiler einer Fußball-Sensation bilden.
Leicester City gewinnt den Premier-League-Titel 2015/16
Die Premier League ist die beste Fußballliga der Welt. Hier treten Schwergewichte wie Manchester City, FC Liverpool oder Arsenal London Woche für Woche gegeneinander an. Zur größten Sensation der Geschichte kam es in der Spielzeit 2015/16, als die Foxes aus Leicester sensationell den Titel gewinnen konnten. Vor der Saison standen die Wettquoten bei ungefähr 5000:1. Wettquoten eignen sich hervorragend, um Wahrscheinlichkeiten zu überprüfen. Auch wenn heutzutage ähnliche Sensationen als noch unwahrscheinlicher gelten, haben Buchmacher diverse Wetten auf Außenseiter im Angebot. Eine genaue Übersicht über die Wettanbieter gibt es bei https://coincierge.de/wettanbieter/ohne-verifizierung/.
Leicester entging in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg in die Championship, der zweiten englischen Liga, und ging deshalb als klarer Abstiegskandidat in die Spielzeit 15/16. Vor der legendären Saison verstärkte man sich wenig prominent. Mit Christian Fuchs kam beispielsweise ein ausgemusterter Spieler von Schalke 04 nach England. Der damals 30-jährige Deutsche Robert Huth galt bestenfalls als Mittelklasse Verteidiger, er wurde für etwa 4 Millionen Euro von Stoke City verpflichtet. Und auch der spätere Weltmeister N’Golo Kanté war nur ausgewiesenen Fußballexperten ein Begriff. Kanté sollte sich in dieser Saison in die Herzen der Fans spielen.
Starker Saisonstart als Grundlage für eine erfolgreiche Saison
Niemand konnte ahnen, dass sich Leicester in einen wahren Rausch spielte und am Ende den Titel entgegennehmen durfte. Schon der Saisonstart verlief vielversprechend. Zu Hause wurde der AFC Sunderland mit 4:2 geschlagen und danach folgte ein 1:2-Auswärtssieg bei West Ham United. Mit drei Unentschieden und einem Sieg gegen Aston Villa stand die Mannschaft von Erfolgstrainer Claudio Ranieri Mitte September auf dem zweiten Platz.
Die einzige Heimniederlage setzte es am 26.09.2015 gegen FC Arsenal mit 2:5. Davon erholte sich die Mannschaft des Kapitäns Wes Morgan schnell und gewann acht der nächsten zehn Spiele. Darunter ein 2:1 gegen den FC Chelsea und ein spektakuläres 2:3 in Everton. Dadurch rückte man über Weihnachten auf den ersten Platz vor.
Einbruch? Fehlanzeige!
Am Boxing-Day setzte es eine 1:0-Niederlage in Liverpool, danach folgten zwei 0:0 gegen Manchester City und Bournemouth. Nach einer kurzen Pause Anfang Januar setzten die Foxes ihren Erfolgslauf fort und verloren bis zum letzten Spieltag nur ein einziges Mal, ausgerechnet wieder gegen den FC Arsenal. Nachdem der FC Chelsea am 36. Spieltag im heimischen Stadion gegen Tottenham Hotspur patzte, stand fest, dass Leicester die größte Sensation der Premier-League-Geschichte perfekt machte.
Neben N’Golo Kanté gelten Flügelspieler Riyad Mahrez und Torjäger Jamie Vardy als die Schlüsselspieler im System von Claudio Ranieri. Spieler wie Danny Drinkwater, Wes Morgan, Danny Simpson und Marc Albrighton performten ein Jahr lang auf allerhöchstem Niveau und kamen im Anschluss nie wieder an die Leistungen des Erfolgsjahres heran.
Otto Rehhagel wird mit Griechenland Europameister
Vor der Europameisterschaft 2004 war Griechenland laut Buchmachern der größte Außenseiter auf den Titel. Die Mannschaft hatte keine wirklichen Stars und nur wenig internationale Erfahrung. Mit Otto Rehhagel als Trainer setzte das Team auf diszipliniertes Auftreten, eine beinharte Verteidigung und Erfolg bei Standardsituationen.
Bereits im Eröffnungsspiel gegen Portugal mit dem blutjungen Cristiano Ronaldo gelang den Griechen die erste Überraschung, denn Portugal wurde mit 1:2 bezwungen. Ein Unentschieden gegen Spanien und eine Niederlage gegen Russland genügten für die Qualifikation für das Viertelfinale.
Griechenland als Favoriten-Schreck
In das Viertelfinale gegen Frankreich ging die Mannschaft von Torwart Nikopolidis, Libero Traianos Dellas und Spielmacher Giorgos Karagounis als klarer Außenseiter ins Spiel. Frankreich lief mit Weltstars wie Zinédine Zidane und Thierry Henry auf. Die Franzosen hatten deutlich mehr Ballbesitz, doch Griechenland verteidigte extrem kompakt. Das entscheidende 1:0 fiel, als Zagorakis sich auf dem rechten Flügel durchtankte und eine perfekte Flanke auf Angelos Charisteas schlug. Dieser köpfte mustergültig zum 1:0 ein, dabei blieb es. Im Halbfinale warteten die Tschechen.
Tschechien hatte mit Pavel Nedved, Milan Baros und Petr Cech die wahrscheinlich beste tschechische Mannschaft überhaupt. Sie spielten einen begeisterten Offensivfußball und verzauberten im Sommer 2004 ganz Europa. Nach einem schwachen Start kämpften sich die Griechen zurück. Großartige Offensivaktionen gab es dagegen nur aufseiten der Tschechen. Das Spiel wurde im Silver-Goal entschieden. Kurz vor Ende der ersten Verlängerungshälfte gab es eine Ecke von rechts. Basinas brachte den Eckball hoch in den Fünfmeterraum, Libero Traianos Dellas lief an und köpfte den Ball wuchtig ins Netz. Damit war der Finaleinzug perfekt.
Sensationeller Titel
Im Finale kam es zu einer Neuauflage des Eröffnungsspiels, Griechenland gegen Portugal. Der Gastgeber trat mit der goldenen Generation um Figo, Ronaldo, Deco, Carvalho und Pauleta an. Ähnlich wie Tschechien und Frankreich war Portugal besonders für eine überragende Offensive bekannt. Portugal setzte auf hohen Ballbesitz, viele Aktionen über die Flügel und spielerische Überlegenheit, doch es wurde nur selten gefährlich. Griechenland verteidigte wie gewohnt diszipliniert und das ziemlich erfolgreich. Ein einziges Mal wurde es brenzlig, als Cristiano Ronaldo frei vor Torwart Nikopolidis zum Abschluss kam, doch der erfahrene Keeper entschärfte die Situation mit einer Weltklasseparade.
Das entscheidende Tor fiel in der 57. Minute, als Basinas eine Ecke hoch in den Strafraum brachte und sich Angelos Charisteas mustergültig gegen Ricardo Carvalho durchsetzte. Der Kopfball schlug unhaltbar ins Tor ein. Im Anschluss warf Portugal vor heimischem Publikum vergeblich alles nach vorne. Griechenlands Defensive blieb stabil und Otto Rehhagel feierte nach der Deutschen Meisterschaft 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern das nächste Fußball-Wunder.

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