Ein letztes Abenteuer, das alles kostete
Der Bergsport hat seine Seele verloren. Bei der Laila Peak Expedition im pakistanischen Karakorum-Gebirge ist Laura Dahlmeier ums Leben gekommen – eine Nachricht, die wie ein eisiger Wind durch die gesamte Sportszene zieht. Die ehemalige Biathlon-Königin, Olympiasiegerin und Berglauf-WM-Teilnehmerin verunglückte bei ihrem Versuch, den 6.069 Meter hohen Laila Peak zu bezwingen. Ein Steinschlag auf 5.700 Metern Höhe beendete abrupt ein Leben, das stets zwischen Leistung, Leidenschaft und Abgrund balancierte.
Sie war nicht nur eine der größten deutschen Wintersportler, sondern auch eine Bergsteigerin mit außergewöhnlichem Willen. Nach dem Ende ihrer aktiven Biathlon-Karriere hatte sich Laura dem Höhenrausch der Berge verschrieben. Ihr Name steht für Siege, Disziplin – und nun auch für einen tragischen Abschied bei der Laila Peak Expedition.
Verloren im Fels
Die 31-jährige Garmisch-Partenkirchenerin war mit einer Seilpartnerin im alpinen Stil unterwegs – ohne große Logistik, nur mit dem Nötigsten. Sie wollten hoch hinaus, so puristisch wie möglich. Doch der Berg entschied anders. Während eines Abseilmanövers gegen Mittag Ortszeit ging der verheerende Steinschlag nieder. Ihre Partnerin blieb unverletzt und setzte sofort einen Notruf ab – doch für Laura kam jede Hilfe zu spät.
Die Seilpartnerin kämpfte stundenlang, um die Verunglückte zu erreichen, aber die anhaltende Gefahr durch Steinschlag und das extrem schwierige Gelände machten eine Bergung unmöglich. In einer bitterkalten Nacht ohne Hoffnung musste sie sich zurückziehen. Von aufsteigenden Bergsteigern wurde sie schließlich ins Basecamp begleitet.
Letzter Wille – ewige Ruhe am Gipfel
Die Bergung wurde nach Lauras ausdrücklichem Wunsch beendet. In einem niedergeschriebenen Dokument hatte sie festgelegt, dass niemand sein Leben riskieren solle, um sie im Falle eines Unfalls zu bergen. Ihre Angehörigen und das Management baten öffentlich darum, diesen Wunsch zu respektieren. Ihr Körper wird für immer Teil des Berges sein, den sie so sehr liebte.
Auch ein Abtransport mit dem Hubschrauber wurde geprüft – ohne Chance. Das Wetter und die Felsverhältnisse machten eine Rückholung zu einem untragbaren Risiko. Die Entscheidung fiel schwer, war aber unumgänglich. Laura bleibt am Laila Peak. Ein Monument aus Eis, das nun auch ihr Grab ist.
Eine stille Heldin
Laura Dahlmeier war staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin – eine Frau, die wusste, was sie tat. Ihr Weg führte sie nicht nur in die Sportgeschichte des Biathlon, sondern auch auf die Trails der Welt. 2019 lief sie für das deutsche Team bei der Berglauf-WM in Argentinien. Immer am Limit, immer mit Feuer in den Augen. Der Verlust ist kaum in Worte zu fassen. Die Laila Peak Expedition wird als Mahnmal bleiben – für Mut, Leidenschaft und das bittere Ende einer Sportlerin, die alles wollte und alles gab.
Die Sportszene, die Leichtathletik, der Bergsport – alle stehen unter Schock. Deutschland verliert eine der letzten echten Kämpfer. Die Stille in den Bergen ist lauter als jedes Stadion.
Im vergangenen Jahr stellte Laura Dahlmeier noch einen Geschwindigkeitsrekord auf der Ama Dablam auf: Ama Dablam Rekord – Ex-Biathletin Laura Dahlmeier erobert den Himalaya

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