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Waxenstein-Überschreitung (Garmisch): Eine halbe 5-Sterne-Tour
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Beschreibung
Wer in der Garmischer Gegend dem mittlerweile furchtbarem Massentourismus entfliehen möchte und anspruchsvolle Routen liebt, dem sei die Waxenstein-Überschreitung wärmstens empfohlen.
Diese führt über eine ausgesetzte Kletterei (UIAA 2 bis 3-) auf den Kleinen Waxenstein und anschließend auf einem zähen Weg zum Großen Waxenstein.
Die Kletterabschnitte werden normalerweise seilfrei begangen, da allerdings vom Großen Waxenstein in eine Scharte zwei Mal abgeseilt werden muss, kommt man ohne einem "leichten Seil" und entsprechender Ausrüstung nicht aus.
Route für die Waxenstein-Überschreitung:
- Start beim Parkplatz Zielhaus neben der Loisach im Ortsteil Schmölz. Es ist noch eine der wenigen gebührenfreien Parkmöglichkeiten in dieser Region.
- Von Schmölz die ersten 2,5 km entlang der Straße nach Hammersbach und dort zum Weg "Sagenhafter Bergwald".
- Nun wird abschnittsweise auf einer Forststraße und auf Trails aufgestiegen. Wer ohne Navigation geht, könnte definitiv Probleme mit der Wegfindung bekommen, da die Route nicht beschildert ist.
- Auf gut 1.300 Metern Höhe wird das Mittagskar erreicht.
- Im Mittagskar länger aufsteigen. Dieses führt Richtung Mittagsscharte zwischen Kleiner und Großer Waxenstein.
- Nach knapp einem Kilometer im Mittagskar auf 1.600 Metern Höhe links abzweigen. Es gibt immer wieder Steinmänner, die im Geröll aber nicht leicht zu sehen sind.
- Anschließend führt der nun wieder besser sichtbare Weg auf das 1.889 Meter hohe "Manndl". Von dort ist die Wand des Kleinen Waxenstein gut zu sehen.
- Nun auf einem Pfad zur Wand zusteigen. Dort ist die Wegfindung teilweise sehr komplex. Im unteren Abschnitt gibt es Bändchen als Orientierungspunkte. Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen, bis man das nächste Band gesehen hat. Versteigen ist in diesem Terrain ansonsten schnell mal möglich.
- Nach einer längeren und ausgesetzten Kletterpassage wird der Gipfelkamm erreicht. Ist erst mal das Gipfelkreuz in Sichtweite, trügt allerdings der Schwein. Denn der Waxensteinkamm ist überraschend anspruchsvoll.
- Zu Beginn leichtes Gehgelände am Waxensteinkamm, danach mehrmals ausgesetztes Klettern und oft unterhalb des Grates. Ohne die vielen Steinmänner wäre die Findung der Route quasi unmöglich.
- Sobald der Gipfel erreicht ist, sind alle anspruchsvollen Kletterschwierigkeiten geschafft.
- Nun vom Kleinen Waxenstein ein Stück absteigen und abschließend auf zwei Abseilpisten jeweils 20 bis 25 Meter abseilen. Ein 50 Meter lange Seil ist ausreichend, wahrscheinlich würden sogar 40 Meter reichen.
- Von der Mittagsscharte führt nun ein etwa 2 km langer Weg (Schafsteig + Waxensteinsteig) zum Großen Waxenstein. Vor allem der Waxensteinsteig ist etwas mühsam, da im brüchigen Gehgelände u.a. über eine längere Rinne (flach).
- Mit dem Großen Waxenstein ist der höchste Punkt der Tour erreicht.
- Abstieg zunächst auf identischem Wege, ehe eine deutlich sichtbare Markierung nach rechts über den Waxensteinsteig in das Tal Richtung Höllentalangerhütte führt.
- Die Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern Höhe ist die erste Einkehrmöglichkeit des Tages.
- Von der Hütte am Hammersbach entlang Richtung Höllentalklamm.
- Achtung: Wer am Höllentalklamm nun weitergeht, erreicht am Ende des Klamms eine Sperre, die nur gegen Bezahlung passiert werden darf. Typisch Garmischer Massentourismus... Man versucht den Gästen sogar schon mitten im Gebirge das Geld aus den Taschen zu ziehen.
- Zum Glück gibt es mit dem Stangensteig eine Umgehung (mit ein paar positiven Höhenmetern). Der Steig beginnt aber bereits im obersten Abschnitt des Klamms. Die Abzweigung darf man also nicht verpassen.
- Im Schlussabschnitt dann den Wanderwegen Richtung Hammersbach folgen und von dort zurück zum Parkplatz.
Hinweis: Der Abschnitt zum Kleinen Waxenstein ist deutlich spannender als der zum Großen Waxenstein. Wer nach dem Kleinen Waxenstein bereits erschöpft ist, kann sich demnach den zweiten Gipfel schenken und direkt Richtung Höllentalangerhütte absteigen.
Persönliche Anmerkung: Grundsätzlich ist es eine schöne Tour, aber ich meide mittlerweile die Gegend um Garmisch so gut es geht. Die Abzocke der Region gegenüber ihren Gästen hat mittlerweile ein erbärmliches Ausmaß erreicht. Sündhaft teure Parkplätze, unverschämte Preise in den Hütten (fast 11 Euro für einen Liter Skiwasser) und sogar ein gebührenpflichtiger Wanderweg mitten im Gebirge sind alles andere als gastfreundlich. Es gibt da übrigens auch keine Ausnahme für Wanderer, die von oben kommen und dann plötzlich vor dem Schranken stehen. Auch die müssen bezahlen (oder umdrehen).
Als Österreicher bin ich froh, dass es bei uns da deutlich entspannter zugeht.
Streckenplan:
Schwierigkeit Waxenstein-Überschreitung
Im Internet wird die Kletterei mit UIAA 2 angegeben. Das finde ich fast untertrieben. Ich hatte schon viele Touren mit 2er-Kletterein gemacht und die waren eigentlich immer einfacher. Zumal auf dem Kleinen Waxenstein einige Abschnitte sehr ausgesetzt sind und die Wegführung teilweise komplex ist. Ich würde die Kletter-Schwierigkeit etwa auf 3- einschätzen (viele Stellen UIAA 2).
Hinzu kommt, dass die Länge der Tour mit rund 1.800 Höhenmetern ebenfalls konditionell fordernd ist.
Wer die Waxenstein-Überschreitung also als Tagestour umsetzten möchte, der benötigt schon etwas Erfahrung in diesem Terrain und gute Kondition.
Empfohlene Ausrüstung
- Ausrüstung für Abseilen (leichtes Seil und Abseilgerät)
- Sonnencreme und Sonnenbrille, da man sehr lange im offenen Gelände unterwegs ist.
- Trailschuhe mit gutem Grip oder leichte Bergschuhe mit gutem Grip. Sehr feste Bergschuhe würde ich aufgrund der Länge der Tour nicht empfehlen.
- Sehr viel Flüssigkeit und etwas Verpflegung. Es gibt keine Wasserstellen bis zur Höllentalangerhütte (bzw. nur kurz davor eine).
Beste Jahreszeit
Etwa ab Anfang Juni (oder auch schon früher) bis September / Oktober möglich. Der Grat sollte auf jeden Fall schneefrei sein, da sich ansonsten die Schwierigkeit der Tour noch weiter erhöht.
Auf keinem Fall bei Gewittergefahr begehen.
Anreise und Parken
In Hammersbach gibt es mehrere große Parkflächen. Die Preise für die Parkplätze sind aber unverschämt hoch. Wem die gut zwei Kilometer Gehweg auf der Straße nicht stören, der sollte den Parkplatz beim Zielhaus an der Loisach im Ortsteil Schmölz aufsuchen. Dieser ist "noch" gebührenfrei.
Alle Informationen: Waxenstein-Überschreitung
- Abschnitte durch Wälder
- Abschnitte über Wiese oder Weiden
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
- Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
- Felskontakt entlang der Route
- Kostenlos Parken
- Kostenpflichtiges Parken oder Maut
- Mit Asphalt-Anteil
- Rundtour
- Schotter-Passagen
- Sehr ruhige Bergtour
- Seilsicherung erforderlich
Route (GPX-Strecke): Waxenstein-Überschreitung
Hotel oder Unterkunft in Grainau
Karte
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