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Waxenstein-Überschreitung 02: Blick von Hammersbach auf das heutige Ziel.

Waxenstein-Überschreitung (Garmisch): Eine halbe 5-Sterne-Tour

 
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https://vg04.met.vgwort.de/na/2f8a2f86e8a349f98165ffebd78f2b25

Wer in der Garmischer Gegend dem mittlerweile furchtbarem Massentourismus entfliehen möchte und anspruchsvolle Routen liebt, dem sei die Waxenstein-Überschreitung wärmstens empfohlen.

Diese führt über eine ausgesetzte Kletterei (UIAA 2 bis 3-) auf den Kleinen Waxenstein und anschließend auf einem zähen Weg zum Großen Waxenstein.

Die Kletterabschnitte werden normalerweise seilfrei begangen, da allerdings vom Großen Waxenstein in eine Scharte zwei Mal abgeseilt werden muss, kommt man ohne einem "leichten Seil" und entsprechender Ausrüstung nicht aus.

Route für die Waxenstein-Überschreitung:

  • Start beim Parkplatz Zielhaus neben der Loisach im Ortsteil Schmölz. Es ist noch eine der wenigen gebührenfreien Parkmöglichkeiten in dieser Region.
  • Von Schmölz die ersten 2,5 km entlang der Straße nach Hammersbach und dort zum Weg "Sagenhafter Bergwald".
  • Nun wird abschnittsweise auf einer Forststraße und auf Trails aufgestiegen. Wer ohne Navigation geht, könnte definitiv Probleme mit der Wegfindung bekommen, da die Route nicht beschildert ist.
  • Auf gut 1.300 Metern Höhe wird das Mittagskar erreicht.
  • Im Mittagskar länger aufsteigen. Dieses führt Richtung Mittagsscharte zwischen Kleiner und Großer Waxenstein.
  • Nach knapp einem Kilometer im Mittagskar auf 1.600 Metern Höhe links abzweigen. Es gibt immer wieder Steinmänner, die im Geröll aber nicht leicht zu sehen sind.
  • Anschließend führt der nun wieder besser sichtbare Weg auf das 1.889 Meter hohe "Manndl". Von dort ist die Wand des Kleinen Waxenstein gut zu sehen.
  • Nun auf einem Pfad zur Wand zusteigen. Dort ist die Wegfindung teilweise sehr komplex. Im unteren Abschnitt gibt es Bändchen als Orientierungspunkte. Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen, bis man das nächste Band gesehen hat. Versteigen ist in diesem Terrain ansonsten schnell mal möglich.
  • Nach einer längeren und ausgesetzten Kletterpassage wird der Gipfelkamm erreicht. Ist erst mal das Gipfelkreuz in Sichtweite, trügt allerdings der Schwein. Denn der Waxensteinkamm ist überraschend anspruchsvoll.
  • Zu Beginn leichtes Gehgelände am Waxensteinkamm, danach mehrmals ausgesetztes Klettern und oft unterhalb des Grates. Ohne die vielen Steinmänner wäre die Findung der Route quasi unmöglich.
  • Sobald der Gipfel erreicht ist, sind alle anspruchsvollen Kletterschwierigkeiten geschafft.
  • Nun vom Kleinen Waxenstein ein Stück absteigen und abschließend auf zwei Abseilpisten jeweils 20 bis 25 Meter abseilen. Ein 50 Meter lange Seil ist ausreichend, wahrscheinlich würden sogar 40 Meter reichen.
  • Von der Mittagsscharte führt nun ein etwa 2 km langer Weg (Schafsteig + Waxensteinsteig) zum Großen Waxenstein. Vor allem der Waxensteinsteig ist etwas mühsam, da im brüchigen Gehgelände u.a. über eine längere Rinne (flach).
  • Mit dem Großen Waxenstein ist der höchste Punkt der Tour erreicht.
  • Abstieg zunächst auf identischem Wege, ehe eine deutlich sichtbare Markierung nach rechts über den Waxensteinsteig in das Tal Richtung Höllentalangerhütte führt.
  • Die Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern Höhe ist die erste Einkehrmöglichkeit des Tages.
  • Von der Hütte am Hammersbach entlang Richtung Höllentalklamm.
  • Achtung: Wer am Höllentalklamm nun weitergeht, erreicht am Ende des Klamms eine Sperre, die nur gegen Bezahlung passiert werden darf. Typisch Garmischer Massentourismus... Man versucht den Gästen sogar schon mitten im Gebirge das Geld aus den Taschen zu ziehen.
  • Zum Glück gibt es mit dem Stangensteig eine Umgehung (mit ein paar positiven Höhenmetern). Der Steig beginnt aber bereits im obersten Abschnitt des Klamms. Die Abzweigung darf man also nicht verpassen.
  • Im Schlussabschnitt dann den Wanderwegen Richtung Hammersbach folgen und von dort zurück zum Parkplatz.

Hinweis: Der Abschnitt zum Kleinen Waxenstein ist deutlich spannender als der zum Großen Waxenstein. Wer nach dem Kleinen Waxenstein bereits erschöpft ist, kann sich demnach den zweiten Gipfel schenken und direkt Richtung Höllentalangerhütte absteigen.

Persönliche Anmerkung: Grundsätzlich ist es eine schöne Tour, aber ich meide mittlerweile die Gegend um Garmisch so gut es geht. Die Abzocke der Region gegenüber ihren Gästen hat mittlerweile ein erbärmliches Ausmaß erreicht. Sündhaft teure Parkplätze, unverschämte Preise in den Hütten (fast 11 Euro für einen Liter Skiwasser) und sogar ein gebührenpflichtiger Wanderweg mitten im Gebirge sind alles andere als gastfreundlich. Es gibt da übrigens auch keine Ausnahme für Wanderer, die von oben kommen und dann plötzlich vor dem Schranken stehen. Auch die müssen bezahlen (oder umdrehen).

Als Österreicher bin ich froh, dass es bei uns da deutlich entspannter zugeht.

Streckenplan:

Waxenstein Ueberschreitung 30 1719496404


Schwierigkeit Waxenstein-Überschreitung

Im Internet wird die Kletterei mit UIAA 2 angegeben. Das finde ich fast untertrieben. Ich hatte schon viele Touren mit 2er-Kletterein gemacht und die waren eigentlich immer einfacher. Zumal auf dem Kleinen Waxenstein einige Abschnitte sehr ausgesetzt sind und die Wegführung teilweise komplex ist. Ich würde die Kletter-Schwierigkeit etwa auf 3- einschätzen (viele Stellen UIAA 2).

Hinzu kommt, dass die Länge der Tour mit rund 1.800 Höhenmetern ebenfalls konditionell fordernd ist.

Wer die Waxenstein-Überschreitung also als Tagestour umsetzten möchte, der benötigt schon etwas Erfahrung in diesem Terrain und gute Kondition.


Empfohlene Ausrüstung

  • Ausrüstung für Abseilen (leichtes Seil und Abseilgerät)
  • Sonnencreme und Sonnenbrille, da man sehr lange im offenen Gelände unterwegs ist.
  • Trailschuhe mit gutem Grip oder leichte Bergschuhe mit gutem Grip. Sehr feste Bergschuhe würde ich aufgrund der Länge der Tour nicht empfehlen.
  • Sehr viel Flüssigkeit und etwas Verpflegung. Es gibt keine Wasserstellen bis zur Höllentalangerhütte (bzw. nur kurz davor eine).

Beste Jahreszeit

Etwa ab Anfang Juni (oder auch schon früher) bis September / Oktober möglich. Der Grat sollte auf jeden Fall schneefrei sein, da sich ansonsten die Schwierigkeit der Tour noch weiter erhöht.

Auf keinem Fall bei Gewittergefahr begehen.


Anreise und Parken

In Hammersbach gibt es mehrere große Parkflächen. Die Preise für die Parkplätze sind aber unverschämt hoch. Wem die gut zwei Kilometer Gehweg auf der Straße nicht stören, der sollte den Parkplatz beim Zielhaus an der Loisach im Ortsteil Schmölz aufsuchen. Dieser ist "noch" gebührenfrei.


Alle Informationen: Waxenstein-Überschreitung

Schwierigkeit der Tour
Schwierigkeit Klettern
Max. Möhe
2276 Meter
Min. Höhe
725 Meter
Höhenmeter
1900 Höhenmeter
Datum der Bergtour
19.06.2024
Adresse Startpunkt
82491 Grainau, An d. Wies 7
Dauer
11:30 Stunden
Distanz
21.6 km
Eigenschaften
  • Abschnitte durch Wälder
  • Abschnitte über Wiese oder Weiden
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
  • Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
  • Felskontakt entlang der Route
  • Kostenlos Parken
  • Kostenpflichtiges Parken oder Maut
  • Mit Asphalt-Anteil
  • Rundtour
  • Schotter-Passagen
  • Sehr ruhige Bergtour
  • Seilsicherung erforderlich
Frequenz
niedrig = großteils ruhige Tour
Rastmöglichkeiten
Beste Jahreszeit

Ort

Bundesland
PLZ
82491
Straße
An d. Wies 7

Route (GPX-Strecke): Waxenstein-Überschreitung

Die Route mit Höhenprofil und GPX-File zur Tour: Strecke Waxenstein-Überschreitung

Hotel oder Unterkunft in Grainau

Bergwetter Grainau

Fotos

Waxenstein-Überschreitung 02: Blick von Hammersbach auf das heutige Ziel.
Waxenstein-Überschreitung: Streckenplan
Waxenstein-Überschreitung: Höhenprofil
Waxenstein-Überschreitung: Blick auf den Waxenstein von Schmölz
Waxenstein-Überschreitung 03: Langer Zustieg über Trails und Pfade (nicht beschildert).
Waxenstein-Überschreitung 04: Navigation ist empfehlenswert, da der Zustieg nicht beschildert ist und es viel Abzweigungen gibt.
Waxenstein-Überschreitung 05: Nun in einem breiten Kar aufsteigen.
Waxenstein-Überschreitung 06: Bick zurück.
Waxenstein-Überschreitung 07: Aufstieg auf der Nordseite im breiten Kar, zwischen Kleiner und Großer Waxenstein.
Waxenstein-Überschreitung 08: Anschließend folgt eine Linksquerung. Es gibt Steinmänner, die sind aber nicht immer zu sehen.
Waxenstein-Überschreitung 09: Blick zurück.
Waxenstein-Überschreitung 10: Blick zurück, anspruchsvolles Gehgelände und leichtes Kraxeln...
Waxenstein-Überschreitung 11: Und erstmals ist die Kletterroute auf den Kleinen Waxenstein gut zu sehen.
Waxenstein-Überschreitung 12: Blick vom "Manndl" zum Kleinen Waxenstein.
Waxenstein-Überschreitung 13: Blick vom Manndl zum Eibsee.
Waxenstein-Überschreitung 14: Manndl - erster Gipfel der Tour.
Waxenstein-Überschreitung 15: Blick vom Manndl auf die Wand des Kleinen Waxenstein.
Waxenstein-Überschreitung 16: Die Orientierung ist im unteren Abschnitt nicht immer leicht. Bänder zeigen den Weg.
Waxenstein-Überschreitung 17: Wir sind unten kurz von der Optimalroute abgekommen und mussten ein kurzes Stück im etwas anspruchsvolleren Gelände klettern.
Waxenstein-Überschreitung 18: Im Hintergrund Garmisch ganz klein.
Waxenstein-Überschreitung 19: Der Große Waxenstein in Sichtweite, aber noch weit entfernt.
Waxenstein-Überschreitung 20: Gedenkschild mit Eibsee im Hintergrund.
Waxenstein-Überschreitung 21: Nun wird das Gelände vorübergehend etwas einfacher.
Waxenstein-Überschreitung 22: Das Gipfelkreuz in Sicht. Doch der Schein trügt, der Weg zum Gipfel ist nun am Grat sehr lange und kompliziert.
Waxenstein-Überschreitung 23: Die Routenfindung ist am Grat sehr schwierig. Denn wer hätte gedacht, dass wir da durch müssen.
Waxenstein-Überschreitung 24: Kurz vor dem Gipfel am Ende der "Orientierungskletterei".
Waxenstein-Überschreitung 25: Der Kleine Waxenstein
Waxenstein-Überschreitung 26: Anschließend ein kurzes Stück Absteigen Richtung Großer Waxenstein und zwei Seillängen abseilen in die Scharte.
Waxenstein-Überschreitung 27: Beim Abseilen auf der ersten Seillänge.
Waxenstein-Überschreitung 28: Zweite Abseillänge. Zum Abklettern definitiv nicht empfehlenswert.
Waxenstein-Überschreitung 29: Blick zurück auf die Abseilpiste. Seilfrei abklettern wäre definitiv eine sehr dumme Idee. Demnach muss ein Seil mitgenommen werden.
Waxenstein-Überschreitung 30: Der Weg zum Großen Waxenstein ist nun deutlich länger als gedacht.
Waxenstein-Überschreitung 31: Zuerst wird der Große Waxenstein fast umrundet...
...ehe nun eine lange und brüchige Rinne Richtung Gipfel führt. Sehr zähl zu gehen.
Waxenstein-Überschreitung 33: Endlich ist auch der zweite Gipfel erreicht.
Waxenstein-Überschreitung 34: Panorama vom Großen Waxenstein auf den Jubiläumsgrat mit Zugspitze.
Waxenstein-Überschreitung 35: Blick vom Großen Waxenstein auf den Jubiläumsgrat und rechts die Zugspitze.
Waxenstein-Überschreitung 36: Gipfelkreuz Großer Waxenstein.
Waxenstein-Überschreitung 37: Blick zum Hinteren Waxenstein und zum Eibsee.
Waxenstein-Überschreitung 38: Abstieg zunächst wieder über die brüchige Rinne.
Waxenstein-Überschreitung 39: Etwas später trennen sich Auf- und Abstiegsweg. Es führt nun ein steiler Pfad Richtung Höllentalangerhütte.
Waxenstein-Überschreitung 40: Die Höllentalangerhütte. Die erste Einkehrmöglichkeit auf dieser langen Tour.
Waxenstein-Überschreitung 41: Höllentalangerhütte. Fast 11 Euro bezahlt man hier für einen Liter Skiwasser. Garmischer-Massentourismus...
Waxenstein-Überschreitung (Garmisch): Höllentalklamm
Waxenstein-Überschreitung 42: Achtung - wenn man das Höllentalklamm erreicht, gelangt man etwas später an eine Sperre, bei der man eine Gebühr bezahlen muss. Garmischer Massentourismus eben. Grauenvoll, mitten im Gebirge Weggebühr zu verlangen.
Waxenstein-Überschreitung 42: Auch wenn das Höllentalklamm schön ist, kann man diese Gebührenabzocke zum Glück über den Schlangensteig entgehen.
Waxenstein-Überschreitung 43: Und wieder zurück im Tal. Blick auf die heutige Tour.

Karte

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Autoren-Bewertung

1 Bewertung
(Aktualisiert: 17 Oktober 2025)
Gesamtbewertung
 
4.1
Atmosphäre
 
4.0
Ausdauer
 
4.5
Technik / Schwierigkeit
 
4.0
Schöne und spannende Rundtour. Der Aufstieg zum Kleinen Waxenstein ist schwerer als gedacht. Oft aufgesetzt und mit anspruchsvoller Orientierung, dafür aber sehr spannend. Der Weiterweg zum Große Waxenstein ist überraschend lange und über eine längere, flache Rinne etwas zäh.
H
#1 Bewerter
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