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Die vor der französischen Küste im Ärmelkanal liegende Insel Guernsey ist wie Jersey direkt der britischen Krone unterstellt und als gesondertes Rechtssubjekt zu werten.

In den Statuten des Country Marathon Club, bei dem ich seit 2016 Mitglied bin, zählen daher beide selbstverwalteten Kronbesitzungen als „eigenständige Länder“. So melde ich mich einige Tage vor Ende der Frist an, um nach dem angestrebten Finish in der Zählstatistik country no. 76 zu verbuchen.

In früheren Jahren wurde der Marathon auf Guernsey immer im Sommer durchgeführt, die diesjährige 13. Ausgabe (man sagt: nomen es omen, möge daher alles gut verlaufen) findet aber bereits am 3. April statt. Ich riskiere es trotzdem, obwohl in der Ausschreibung 2021 auf eine Öffnungszeit von 6 h verwiesen wurde und man mir letztes Jahr auf meine Anfrage hin dies so bestätigt hat.

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Meine Finisherzeit von 5:54 h in Rimini vor 2 Wochen hat mir Auftrieb gegeben. Zum besseren Verständnis sei erwähnt, dass die medizinisch nachgewiesenen Knorpelschäden in meinen beiden Knien mich auch beim langsamen Laufen  stark beeinträchtigen – auf die Empfehlungen der Orthopäden (nach 2 Athroskopien links und einer rechts mit Meniskusglättung), durch Teilknieprothesen die auch beim Gehen empfundenen Schmerzen wegzubekommen, möchte ich derzeit noch nicht eingehen. Ich mache trotzdem weiter, zumindest noch eine Zeitlang, aber die sportliche Leistung steht in Frage, wenn man mit den Letzten im Starterfeld ins Ziel marschiert.

Allerdings relativiert ein mir im Gedächtnis gebliebener Satz von Helga Marwan-Schlosser, die (mit ihrem Ehemann Martin Geicsnek) wie ich den Funchal Marathon am 23. Januar bestritten hat, dies: „Es ist auch eine große Leistung, die Marathondistanz von 42,195 km nur im Gehen zu bewältigen…“ Wir saßen am Flughafen in Funchal an einem Tisch und haben uns unterhalten. Beide sind wie ich auch Ländersammler, finishen ihre Marathons aber locker mit 4:30 h und darunter. Helgas Einschätzung hat einen nachhaltigen Wert für mich, beim nächsten Treffen muss ich beide auf einen Kaffee oder ein Bier einladen.

Anmeldung und Anreise nach Guernsey

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Die Registrierung über die Veranstalter-homepage geht leicht und rasch vonstatten, das Startgeld in der Höhe von 78 £ (bis Ende März) lasse ich über meine Visa-Kreditkarte abbuchen. Schwieriger wird es dann, ein Hotel in St. Peter Port, der Hauptstadt von Guernsey (Start und Ziel des Marathons) zu finden. Zunächst gibt es dort keine freien Quartiere mehr. Als offenbar im Best Western Moores Central Hotel 100 m von der Marina entfernt jemand storniert hat oder dort ein Kontingent zurückgegeben wurde, greife ich zu: 360 £ (430 €) für 3 Nächte ist für Guernsey (vielleicht auch wegen des Marathons?) nur ein Durchschnittspreis, woanders (bspw. in Dubai) würde man ein Hotel mit einem höheren Standard um diesen Betrag bekommen. Aber so muss ich „die Krot‘ schlucken“, wie man so sagt. Mit englischen Hotels habe ich in all den Jahrzehnten, seit ich reise, noch nie gute Erfahrungen gemacht, vielfach (wie in London oder anderen Städten auf der Insel) sind sie überteuert und es wird einem wenig Komfort geboten.

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Auch bei der Wahl der Verkehrsmittel nach Guernsey spießt es sich. Eine Anreise mit der Fähre von Frankreich aus erscheint mir zu aufwendig. Von Österreich aus gibt es keine direkte Flugverbindung. Daher kommen nur ein Flug nach London und dann eine Anschlussverbindung von Gatwick aus in Frage. Ich brauche nicht erwähnen, dass Buchungen knapp vor dem Reisetag immer teurer sind, während das AUA-Ticket (vom 1.-4. April) „nur“ 238 € kostet, zahle ich für den kurzen Flug mit Aurigny, die „nationale“ Airline von Guernsey, über 280 £. Ich werde also mit 1000 € nicht auskommen, aber darüber sollte ich nicht jammern, denn Londonflüge mit Ryan- oder Wizz-Air von Wien (direkt nach Gatwick) aus sind bekanntlich deutlicher günstiger zu bekommen.

Der AUA-Airbus (6:50 Uhr Abflug) landet pünktlich um 8:20 Uhr in Heathrow, aber Schreck lass nach, Hunderte sind bei der Passkontrolle (GB ist ja nicht mehr bei der EU, daher wird jeder Nicht-Brite genau gecheckt, was viel Zeit beansprucht) angestellt. Wenn ich den National Express Bus nach Gatwick um 9:10 Uhr versäume, ist auch der Aurigny-Flieger nach Guernsey um 11:55 Uhr weg. Jetzt wird es haarig, aber auch andere sind betroffen. Die Notlösung ist ein pro-forma-Besuch des WC über die Absperrung. Ich schließe mich anderen an und gewinne so 20 Minuten.

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Ich habe Mühe bei den blockierten Aufzügen in die unteren Etagen zum Central Bus Terminal zu kommen. Als ich bei der Busstation eintreffe, ist es genau 9:08 Uhr, einen direkten Ticketverkauf am Schalter gibt es seit Corina nicht mehr, beim Automat dauert es seine Zeit. Ich eile zum Gatwick-Bus, dieser fährt gerade weg. Ich winke dem Fahrer und zeige ihm mit erhobener Hand mein Ticket, er reagiert nicht. Aber es gibt im Terminal 5 um 9:35 Uhr eine zweite Verbindung, mit einem lokalen Shuttle komme ich rechtzeitig dorthin. 27 £ für die 60 km von Heathrow nach Gatwick sind auch nicht gerade billig, aber man weiß ja, dass in England die Preise auch ohne Inflation höher waren und sind als in vielen europäischen Ländern.

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Ich habe im Aurigny Embraer 195 Sitzplatz 4D gebucht, es sind keine 30 Personen im Flieger. Der Kapitän erwähnt, dass wegen der Notwestwindes mit starken Böen der Flug turbulent verlaufen wird. Aber er wird mit 40 Minuten nur kurz sein. Ich habe keinen Sitznachbarn, so kann ich aus dem Fenster knipsen, beim Anflug nach Guernsey ist die Sicht recht gut. An das Schaukeln infolge des Windes kann man sich gewöhnen.

Der Airport ist so klein und provinziell, dass man sich fragt, wie der in der warmen Jahreszeit starke Touristenstrom hier bewältigt werden kann. Wir warten mehr als eine halbe Stunde, bis die wenigen Koffer und Taschen auf dem kleinen Förderband eintrudeln. Alle Passagiere werden abgeholt, haben ein Leih-Auto reserviert oder das ihre geparkt. Ich bin der einzige, der zur Bushaltestelle geht und mit dem 95er um 1,15 £ die ca. 10 km nach St. Peter Port fährt.

Von der Bushaltestelle am Südkai in St. Peter Port sind es ca. 300 m bis zum Best Western Moore Central Hotel in der Seitenstraße Le Pollet. Um 13:30 Uhr beziehe ich mein Zimmer im 2. Stock in einem hinteren Trakt. Jetzt steht mir ein ganzer halber Tag zur Verfügung, wenn nur das Wetter nicht so schlecht wäre. Der starke Wind trägt dazu bei, dass man bei wenigen Graden über Null sich wie im Winter fühlt. Gut, dass ich eine Haube mithabe, es ist jene, die ich mir 2009 beim 40. New York Marathon gleich mehrfach gekauft habe.

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Ich bewege mich zunächst nur an der Marina voran und knipse die viele Boote – man könnte fast annehmen, dass jeder der 62.000 Einwohner von Guernsey (78 km², Amtssprachen sind Englisch und Französisch) sein eigenes Wassergefährt hat. Schon imposant, wenn man wie ich keinen Motorbootführerschein besitzt oder eine Segelausbildung genossen hat.

Ich nehme mir für den 2. Tag vor, die Stadt näher zu erkunden und mit den öffentlichen Bussen die Insel anzusehen. Heute begnüge ich mich mit einem Spaziergang zum ca. 2 km entfernten Supermarkt Waitrose, eine internationale Kaufhauskette, die es bspw. auch in Südafrika gibt und die ich 2018 bei meiner Marathontour ausgehend von Kapstadt, in Knysna und Durban immer wieder aufgesucht habe. Es gehört zu meinen Gewohnheiten, mich mit Lebensmitteln ordentlich einzudecken, auch wenn das Hotel einen exquisiten Restaurationsbereich anbietet.

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Ich bekomme um 21:30 Uhr ein SMS von Peter Maier, der mit Mirko Leffler (beide sind wie ich Mitglieder im County Club) auch nach Guernsey gekommen ist, um einen Länderpunkt zu ergattern. Er schlägt vor, dass wir uns in einem Pub auf ein Bier treffen. Ich muss aber ablehnen, weil ich heute ja schon um 4:30 Uhr wegen des  Frühflugs aufgestanden bin und mich ziemlich müde fühle. Spätestens am Start werden wir uns ja ohnehin sehen.

Tag 2: Sightseeing in St. Peter Port und umliegend

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Nach dem Frühstück (leider kein Buffet, sondern Bedienung), das ziemlich dürftig für einen Aufpreis von 14 Euro ausfällt, mache ich mich auf den Weg, die sich ca. 100 m hinauf auf ein Plateau in die   Abhänge gebaute, sich zur ostseitig gelegenen Küste erstreckende Hauptstadt St. Peter Port (18.000 Einwohner) zu erkunden. Zunächst plane ich das Castle Cornet auf der Insel Cornet Rock vor der Stadt aufzusuchen. Ich komme an einem Gedenkstein vorbei, der von Queen Elisabeth am 9. Mai 2005 enthüllt wurde, zu Ehren des 60. Jahrestages der Befreiung Guernseys von der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg.

Das Castle Cornet, im Hafen von Saint Peter Port gelegen, ist heute eine bedeutende Sehenswürdigkeit auf der Kanalinsel Guernsey. Es wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut. Im Laufe der Geschichte war es immer wieder umkämpft.  Neben den Franzosen konnten auch die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges das Castle erobern. Heute trifft man dort einheimische Spaziergänger mit Hunden, Touristen und kultur- und geschichtsinteressierte Menschen aus aller Welt. Auf der Insel Cornet Rock befindet sich u.a. auch das Maritime Museum. Doch um 10 Uhr an diesem Samstag stehe ich vor verschlossenen Türen.

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Ich spaziere weiter zum Leuchtturm hinaus, komme an einer Segelschule für Miniboote vorbei. Die Anlage könnte man als ein großes Betonbecken mit 50 cm Wassertiefe beschreiben. Die Instruktoren stehen mit bis an die Hüfte reichenden Gummistiefeln im Wasser. Auch sonst sind zahlreiche andere sportliche Akteure im Hafenbereich zu sehen, Ruderer, Angler, ein Transferschiff, das zur Nachbarinsel Sark fährt.  Regelmäßige Fähr- bzw. Schiffsverbindungen bestehen zur Insel Jersey (Saint Helier) und neben Sark auch zu Alderney und Herm sowie nach Portsmouth in Großbritannien und nach Saint-Malo in Frankreich.

Interessant ist auch der Gezeitenhub im Hafen von St. Peter Port, dessen inneren Becken nur während der Flut angelaufen werden können. Daher sieht man bei Ebbe teilweise trockenfallende Liegeplätze. Wie schon am ersten Tag bemerkt, befindet sich eine große Zahl von Motor- und Segelbooten in den zahlreichen Bereichen der Marina. Kreuzfahrtschiffe kommen eher in der warmen Jahreszeit, sie liegen dann vor dem Hafen auf Reede.

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Mit der kleinen Digicam in der Hand knipse ich eifrig, es gelingen einige pittoreske Fotos von dort mit Blick auf die St. Peter Port. Das Wetter ist heute deutlich besser als bei der Anreise, zwar kalt, nur leicht bewölkt und auch der Wind ist schwächer.

Die Startunterlagen wurden bereits gestern Freitag in der Zeit von 12-14 Uhr ausgegeben, das war ich sozusagen erst beim Ankommen. Heute steht dafür mehr Zeit zur Verfügung, bis 16 Uhr kann man diese ausfassen. Ich spaziere den mit Kopfsteinpflaster versehenen Castle Pier (für Autos abschnittsweise gesperrt) zur South Esplanade zurück, komme an der Busstation vorbei und erblicke den Expobereich. Bei der Startnummernausgabe wird die ausgedruckte Bestätigung nicht verlangt, es genügt die Namensnennung. Zur Startnummer 92 mit auf der Rückseite befestigten Chip gibt es ein T-Shirt, einen Stoffbeutel, beides mit dem Veranstalter-Logo versehen und eine Trinkflasche mit dem Logo des Hauptsponsors, dem Mobilfunkanbieter Sure. Jetzt gegen die Mittagszeit ist hier wenig los, ich bin offenbar der einzige, der die freundlichen Damen am Registration Desk aufsucht.

Da die Utensilien wenig wiegen und gut in meinen fast leeren Rucksack  passen, erspare ich mir den Rückweg in Hotel, um sie dort zu deponieren. Stattdessen starte ich nun von der South Esplanade meine Sightseeing Tour zu Fuß. Das ist auch gleich eine kleine Übung für längere Wegstrecken morgen beim Marathon. Auch das sollte ich einmal erwähnen: Seit Jahren (wie lange schon, weiß ich gar nicht mehr) trainiere ich kein Laufen mehr, um die Beine (Füße und Knie) zu schonen. Auch früher schon (bei meinen österreichischen Jahressammlerrekorden von 2013 bis 2018 mit bspw. 54 Marathons + 1 Ultra im Jahr 2013 und 53 Marathons im Jahr 2017) war der wöchentliche Marathon stets das einzige Training für den darauf folgenden Lauf über die 42.195 km  bzw. Doppler und Marathons an mehreren Tagen hintereinander. So waren auch bessere Zeiten um 4:30 h möglich. Um mich fit zu halten, fahre ich fast täglich ca. 30-40 km beim gemächlichen Tempo mit 20-25 km mit einem Crossrad in Wien um die Donauinsel und einmal die Woche auch auf den Kahlenberg hinauf. Ich bin sicher, dass Fahrradboten und Essenslieferanten in Wien mehr tägliche Kilometer als ich zustande bringen. Das sind die eher tristen Gegebenheiten, mein Ziel war ja in der Pension wieder so richtig mit dem Lauftraining zu beginnen. Ich könnte heute keinen Taschendieb mehr verfolgen und muss auch so manchem sehr flotten nachkommenden Spaziergänger ausweichen. Aber auch mit Behinderungen und körperlichen Einschränkungen kann man noch gewisse sportliche Leistungen erbringen, wie eben einen Marathon im hinteren Feld mit 6 h schaffen.

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In St. Peter Port sind Wegweiser-Tafeln angebracht, auf denen die Highlights kartografisch mit Buchstaben und Nummern zugeordnet sind. Ich wandere hinauf zur Catholic Church St. Joseph & St. Mary mit einer gleichnamigen Private School,  folge dem Stadtplan zum Elisabeth College, das gerade baulich renommiert wird – am Dach hängt wie vielfach hier in Guernsey als Zeichen der Solidarität die ukrainische Fahne. Von weitem sieht man den Viktoria Tower, der nachträglich am 27. Mai 1848 zu Ehren des Besuches der englischen Königin und ihres Gatten Prinz Albert zwei Jahre davor, am 24. August 1846, feierlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf der verschlossenen Tür steht, dass man den Schlüssel im nahen Guernsey Museum bekommen würde. Imposant sind hinter dem Turm zwei 13.5 cm deutsche Haubitzen aus dem 1. Weltkrieg. Sie weisen starke Roststellen auf, die der graue Lack nicht mehr zudecken kann.

Mein Spaziergang führt mich durch den verfallenen Candie Cemetry, mit vielen steinernen Grabsteinen, in den Gräbern ruhen die sterblichen Überreste gefallener Soldaten aus den Weltkriegen und davor sowie Angehöriger bedeutender Familien auf Guernsey.

Ich besuche die Candie Gardens, wo sich das Guernsey Museum befindet (6 £ Eintritt), komme vorbei am Denkmal von Queen Viktoria (englische Königin von 1837-1901), die hier imposant wirkt, war aber nur 1,52 cm „groß“. Zwar keinesfalls bedeutender, aber nicht minder bekannt, ist im Candie Park auch das Monument des französischen Dichters Victor Hugo (1802-1885) zu bestaunen, der ab 1851 vor Napaleon III. nach Kritik („Napoléon le Petit“) ins Exil auf die Kanalinseln flüchten musste. In St. Peter Port bewohnte er das Hauteville House von 1856-1870, zu dem ich anschließend nach einer Pause auf einer Parkbank in der Sonne in den gepflegten Candie Gardens mit vielen schönen Blumen und alten Bäumen hin spazieren will.   

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Ich komme erneut zur South Esplanade und gehe die Cornet Street hinauf zu den Island Archives, von wo man ein sehr schönes Fotopanorama auf die Stadt und nach Osten Richtung Castle Cornet hat.  200 m weiter in westliche Richtung befindet sich in der Hautville Street, ein vornehmes Wohnviertel auch das gleichnamige Bürgerhaus, wo Victor-Marie Vicomte Hugo (bekannt bei uns etwa durch das Werk „Der Glöckner von Notre-Dame“ oder die „Elenden“ (Les Misérables).

Es gäbe noch mehr in der Stadt direkt zu sehen, doch mein Tagesplan für heute steht: ich habe mir vorgenommen, mit den öffentlichen Bussen den gesamten Marathonkurs abzufahren, auch auszusteigen und zu fotografieren. Der erste Abschnitt führt mich im Bus no. 21 vorbei am Guernsey Flughafen vom Plateau hinunter zur Westküste. Ich steige bei der L’Eree Bay aus und spaziere einige Kilometer entlang der engen Küstenstraße nach Norden. Bisher habe ich nirgendwo die Auswirkungen der Tide so wahrgenommen wie in Guernsey. Es gibt eine eigene Charttabelle dafür, Ebbe und Flut kommen mehrmals zu bestimmten Zeiten am Tag. Am frühen Morgen, gegen 4 Uhr, ist der Tiefstand von 1.4 m erreicht, der Meeresspiegel steigt dann bis 22 Uhr auf mehr als 6 Meter an (auf ca. 7.7 m). Diese Zeiten sind Schwankungen unterworfen, aber nun am Nachmittag ist der Pegel weit unten. Daher sieht man viele Spaziergänger in den wie eine Mondlandschaft aussehende, mit vielen großen Steinen übersehenen Küstenabschnitten. In meinem Portfolio als Sandsammler (seit  40 Jahren) mit einer großen Selektion von Sedimenten von den bekanntesten Stränden der Welt bedeutet das nun eine gute Gelegenheit, in einem aus dem Mühlkübel herausgefischten Papierbecher ca. 125 ml Sand (tlw. aus Granit- und Muscheln) einzufüllen.

Ich erblicke zwei kälteerprobte Sportler, die bei einer Wassertemperatur um 8 Grad hier schwimmen. Eisschwimmer gibt es aber auch in unseren Breiten, nur meine Sache ist das nicht. Auf einer Anhöhe mit kleinen und großen Fels- und Gesteinsbrocken sind Motocross Fahrer im Einsatz, die eine Ausscheidung bestreiten. Das laute Dröhnen der Motoren stört die sonst ruhige Stimmung am Meer.

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Das Wettertief am Anreisetag hat das Faktum überlagert, dass Guernsey ja vom Golfstrom „beheizt“ wird.  Laut Meteorologen gibt es auf der Insel selten Minusgrade. Im Inselinneren sieht man grüne Weideflächen, Zypressen und vereinzelt auch (wohl vom Gärtner gesetzte) Plamen.

Topologisch gesehen fällt Guernsey von den Steilküsten des Südens in nördliche Richtung etwas ab.  Bei der Busfahrt habe ich bisher bemerkt, dass der Marathonkurs vermutlich einige Hundert Höhenmeter aufweist. Von der Vazon Bay, bei Surfern beliebt, setze ich mit Bus 91 mein Erkundigung fort und steige bei der Grandes Rocques Beach wieder aus. Hier befindet sich das gleichnamige Fort, das 1779 errichtet und mit drei 24-Pfünder-Kanonen bewaffnet war. Die deutsche Besatzung baute das Fort im 2. Weltkrieg weiter aus, daher ist es heute eine Touristenattraktion.

Mit dem 92-er Bus geht es nun zumeist entlang der Küste zurück in den Nordostteil von Guernsey. Um nicht von St. Peter Port die ca. 2 ½ km zum Supermarkt Waitrose zurückgehen zu müssen, steige ich nahe dem Public Court bei einer Ampelkreuzung an der Belle Grave aus. Die Rundfahrt ist zu Ende. Ich freue mich auf all die feinen Dinge, die man sich als „Nahrungsergänzung“ so kaufen kann (Joghurt, Käse, Schoko, Kekse etc.).

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Da ich von Peter und Mirko heute keine Message für ein Meeting in einem Pub bekommen habe, gehe ich davon aus, dass sie sich für den morgigen Marathon schonen wollen.

Der Renntag

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Der Start des Marathons ist für 9:00 Uhr an der South Esplanade vorgesehen. Eine halbe Stunde später werden die StaffelläuferInnen (in Zweier- oder Fünferteams) das Rennen aufnehmen. Es sind etliche ausländische Ländersammler zugegen, von unserem Club wie erwähnt Peter Maier, Mirko Leffler und ich. Ein Belegfoto für den Präsidenten John Wallace ist rasch gemacht, dann plaudern wir über die heutigen Gegebenheiten. Peter möchte an seiner bewährten Taktik festhalten, nämlich 14 min in einer 6er-Zeit laufen, dann 1 Minute gehen und bis zur Halbdistanz das gleiche Procedere beibehalten. Bei angestrebten 2:30 h für 21,1 km verbleiben ihm dann 3 ½ h für die zweite Marathonhälfte. So will er die Zielzeit um 5:50 h bequem erreichen.

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Ich stelle mich diesmal weiter hinten rein, das kleine Feld von 90 Teilnehmern (ein Drittel Frauen, darunter auch einige über 60) ist überschaubar. Nach dem Startsignal stürmen fast alle los, auch Peter, der mit einer künstlichen Hüfte läuft, zeigt, was er noch drauf hat. Auf den ersten 800 m geht es ansteigend auf der Le Val des Terres durch ein Waldgebiet. Dieser Abschnitt ist für den Verkehr gesperrt. Ich kann das Tempo nicht mithalten und befinde mich nach 3 Minuten schon in der Schlussgruppe. Oben angekommen dreht der Kurs bei einem Kreisverkehr auf der Fort Road nach Süden, die kleine Gruppe hat bis zur ersten Meile (1,6 km) schon 100 m Vorsprung. Erst jetzt kann ich mit kurzen und schnelleren Laufeinheiten etwas näher kommen. Wäre da nicht der stechende Schmerz im rechten Knie, wenn ich das Bein durch zusätzliches Abstoßen beim Laufen belaste. So komme ich schon auf den ersten 2 km nur mit 8 km/h voran.

Wir haben die Order, immer links zu laufen, auch wenn es keinen Gehsteig gibt. So kommen die Autos von hinten und man ist einer gewissen Gefahr ausgesetzt. In der Volksschule lernten wir: „Links gehen, Gefahr sehen!“. Aber auch bei heimischen Marathons wie etwa beim sogenannten Gletscher Marathon nach Imst in Tirol wird rechts gelaufen. Mich hat dort vor Jahren einmal ein Postbus gestreift. Hier in Guernsey werden die nachkommenden Autofahrer durch gelbe Tafeln mit der Aufschrift „Caution Runners“ gewarnt.

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Ich komme also im Schneckentempo voran, habe Zeit die Umgebung zu knipsen. An zwei vor mir liegende Läufer in Sichtweite kann ich aufrücken. Beim Sausmarez Manor, ein historisches Haus in St. Martin, sind 2 Meilen erreicht – jede Meile ist durch weithin sichtbare, gelbe Tafel gekennzeichnet. Ein Pulk von Rennradfahrern kommt uns entgegen, sie winken uns zu.  Eine vierköpfige Läufergruppe, auf Sesseln sitzend und Bier aus der Dose trinkend, applaudiert als ich hinüber rufe: „I got you!“  

Meine Garmin GPS-Uhr ist auf Kilometer eingestellt, eine Umstellung wollte ich mir ersparen. Etwas über 3 Meilen entsprechen 5 km, wegen dem welligen Gelände liege ich mit 43 Minuten über meiner angestrebten Zwischenzeit. Die Faustregel kennt jeder (Läufer): „Was man auf der ersten Hälfte (eines Marathons) liegen lässt, kann man nur mehr ganz selten im zweiten Abschnitt aufholen.

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Es geht an einer Absteige mit dem bezeichnenden Namen „Happy Landing“ vorbei auf der Rue de Landes weiter zum Flughafen, wo ich am Freitag bei stürmischem Wind gelandet bin. Bei der 4-Meilen-Tafel wartet eine Gruppe StaffelläuferInnen, in Kürze werden einige Dutzend  aus den Zweier- und Fünfergruppen nachkommen. Dann bin ich nicht mehr alleine unterwegs, denn die beiden Kollegen um die Sechzig haben sich wieder von mir abgesetzt. Wäre nicht die Steigung gewesen, hätte ich mich vielleicht besser behaupten können. Aber Peter und Mirko haben mir heute Morgen berichtet, dass ihnen der Organisator gesagt habe, dass man auf die Letzten warten würde.

Bis zur 5 miles-Tafel sind bereits ein Dutzend Staffelläufer an mir vorbei gerauscht, für den Schnellsten wird sogar ein Vorhutfahrzeug eingesetzt. Die Landschaft hier im Süden mit Steilküsten hat einen besonderen Reiz, das satte Grün der Wiesen und Weideflächen erinnert an Irland um diese Jahreszeit. Die Blütezeit der Sträucher und Obstbäume hat aber noch nicht voll begonnen.

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Bisher bekamen die LäuferInnen an den beiden Labestellen nur Wasser in 0.5 l-Flaschen, mal sehen, ob es auch Verpflegung wie Bananen oder Riegel geben wird. Viele Straßenbezeichnungen sind in Französisch geführt wie die anschließend mehrere Meilen entlang führende Route de Pleinmont, aber Hausnummern sieht man eher selten. Zusteller benötigen wohl gute Ortskenntnisse. Ich bekomme immer wieder Fotomotive vor die Kamera wie eine Reiterinnengruppe, oder Eltern mit Kindern und Hunden. Es gehört zum guten englischen Ton, wenn Zuschauer „Well done“ oder nachkommende StaffelläuferInnen „Hold on“ rufen. Eine etwas korpulente junge Frau meint es gut mit ihrer Aufmunterung, kommt aber selbst nicht vom Fleck als sie mich überholen will. Irgendwann will man ja auch zeigen, dass man kämpfen kann, ich enteile ihr mit 8 km/h, das ist ein Tempo eines Räumungsfahrzeuges im kommunalen Straßendienst der Gemeinde Wien.

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Endlich bin ich auf Meeresniveau. Meile 9 befindet sich nahe der Bushaltestelle, wo ich gestern das erste Mal ausgestiegen bin. Jetzt kommt ein Abschnitt mit viel Ausflugsverkehr aus beiden Richtungen an einem Sonntag um die Mittagszeit. Auch hier sieht man vereinzelt auf Häusern die ukrainische Fahne. Zur Linken erblickt man die weiten Küstenabschnitte mit Steinen und Seegras bei Ebbe, kaum vorstellbar, dass bis Mitternacht alles bis zu den Kaimauern wieder überflutet sein wird. Fischerboote liegen im Sand vor Anker, werden aber um 22 Uhr wieder mobil sein.

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Nach Meile 10 geht es auf einen Abstecher in eine Grünlandzone mit Bäumen, bevor der Marathonkurs dann nach Norden weiterführt. Ich bin zumeist in guter Gesellschaft, langsame Staffelläuferinnen bemühen sich an mir vorbeizukommen. An der Labe ist man zu Scherzen aufgelegt. Ich sage zu einer Helferin im Ordnerlook, dass sie von ihrem Liegesitz aus einen guten Platz zur Sonne hat: „You’ll get tanned“, bemerke ich. „I can’t afford a trip to the Canaries“, antwortet sie schlagfertig und reicht mir eine private 0.5l-Flasche mit einem Iso-Getränk.

Nun geht es leicht ansteigend weiter entlang der Küste mit breiten leeren Stränden bei Ebbe. Es zieht sich bis zur Halbdistanz. Ich schaffe diese nach 2:59 Stunden, 2:45 wären nötig gewesen, um sicher unter 6 h zu finishen. Die Helfer an der nächsten Labe sehen das anders, nämlich positiv, ihr „Well done“ wirkt auf mich ehrlich.

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Beim Fort Grandes Rocques, eine Befestigungsanlage aus dem 18. Jh. in der Nähe des Dorfes Castel an der Nordwestküste sind 15 Meilen erreicht. Es gibt auf den folgenden kurvenreichen längeren Abschnitten bis Meile 18 des Marathonkurses immer wieder Anstiege, die Zeit kosten. Am rechten Gehsteig bei La Garenne erblicke ich einen sehr sportlich aussehenden jungen Mann ohne Startnummer. Ich halte ihn für einen Staffelläufer, der sein Pensum erfüllt hat oder ausgeschieden ist. Er wechselt auf meine Straßenseite und bleibt 10 m hinter mir. Lege ich etwas Tempo zu, weil er mich stört, hält er mit. Das geht nun so weiter, bei einem anderen Sonnenstand wäre er mein Schatten, nur halt topfit in natura. Ich lasse ihn gewähren und versuche immer wieder etwas Zeit gutzumachen. Bei Meile 19 nehme ich an der Labe wieder eine Flasche mit dem Mineralgetränk, das ist bekömmlich und gibt zusätzliche Energie (bilde ich mir zumindest ein, von den 4 Gelpäckchen in der Bauchtasche habe ich noch zwei zur Verfügung).

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Jetzt folgt eine langgezogene Schleife zur 20 Meilen-Marke (32 km), bei der es am Ende zur einer Begegnungszone kommen kann, wären noch welche LäuferInnen eben genau eine Meile hinter mir. Mein Schatten folgt mir konstant – komischer Typ, denke ich und komme ins Grübeln: Bin ich nun sogar sein Schrittmacher?

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Ich mache fast einen Luftsprung vor Überraschung (Freude?) als ich bei Bunker Hill bei Meile 21 an einer ansteigenden Stelle einen der Typen im rot-schwarzen Trainingsanzug sehe, zu dem ich bei Meile 2 am Beginn des Marathons kurzfristig aufgeschlossen habe. Er ist ca. 300 m entfernt, „der entkommt mir nicht mehr“, lautet das Motto. Und so kommt es, aber der Kollege, der sich bald darauf als Italiener unfreiwillig outen sollte, hat mich bemerkt und versucht, sein Gehtempo zu erhöhen.  Der schweigsame „Schattentyp“ hinter mir hält mit, das war zu erwarten. Warum, sollte ich bald darauf erfahren. Es geht in einer Schleife zunächst aufwärts, dann leicht abwärts weiter, ich drehe mich nun um und frage den „Schatten“: „Are you a marathon runner?“. „Not at all“, sagt dieser, „I am the official Sweeper!“ Supersache, denn gerade die Besenfahrzeuge machen einem sonst viel Stress, diese diskrete Form der Kontrolle ist sympathisch. „In a few minutes you may sweap off the colleague ahead“, kündige ich an und mache wahr, was sich gehört. Der ältere Herr schimpft auf Italienisch, als ich vorbeiziehe. Der Sweeper hält ihn für einen Wanderer und zieht auch an ihm vorbei. Doch der Italiener schreit „Amici, aspettate…“Ich drehe mich um, begreife aber schnell, dass er nur den Anschluss herstellen will. Der Sweeper erkennt darauf, dass nun ein anderer Marathonläufer seiner Begleitung bedarf. Zwar versucht der Italiener mehrmals mit kurzen Laufeinheiten näher an mich zu kommen, aber ich kämpfe beherzt und baue meinen Vorsprung auf den verbleibendenden 3 Meilen entlang der ostseitigen Küstenstraße vorbei an Richmond und La Tonelle weiter aus. Nur zu gerne wäre ich zum Supermarkt Waitrose abgebogen, denn dieser schließt am Sonntag bereits um 16 Uhr. So aber eile ich mit einem Gehtempo von 8:45 min/km ins Ziel. Der mit Pylonen markierte Straßenabschnitt ist um 15 Uhr noch für Autos gesperrt, wird laut Hinweisen erst um 16 Uhr abgeräumt werden. Auch der Italiener hinter mir kann so ungestört finishen.

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Auf der anderen Straßenseite bei der Bushaltestelle sehe ich Peter und Mirko, sie sind auf dem Weg ins Hotel. Ich rufe hinüber, aber keiner der beiden scheint mich zu hören oder zu sehen.

Die Uhr zeigt 6:18 h an, als ich eintrudle – auf den letzten 200 m in Laufschritt, sieht auch besser aus. Dort ist gerade die Siegerehrung im Gange, es gibt noch Reste von der für Finisher vorgesehenen Verpflegung, ich nehme eine Wasserflasche, zwei Mandarinen und eine Schoko. Dann setze ich mich auf einen Stuhl im Zielgelände in die Sonne und unterhalte mich mit zwei anderen Deutschen, die mit dem Auto über Frankreich angereist sind und mir vom Wasalauf erzählen.

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Mein 76. Länderpunkt ist geschafft, das war das Hauptziel. Einen bezahlten Urlaub auf Guernsey könnte ich mir vorstellen, aber nur im Sommer.

Mein Resümee:

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Man bekommt den Eindruck, dass Ausländer am Guernsey Marathon nur dann teilnehmen, wenn sie Ländersammler sind. Es ist eine etwas anspruchsvolle Strecke mit einigen Hundert Höhenmetern. Der (kalte) Nordwind (vermutlich nicht nur im April) bremst das Lauftempo zudem. Ein Erschwernis sind die zu drei Viertel der Laufstrecke nicht gesperrten engen Straßen – das würde kaum möglich sein, da der Kurs auf der Hauptverkehrsroute verläuft. Ich musste mich einige Male an Kaimauern oder Randsteine anpressen, wenn auf beiden Straßenseiten Autos fuhren und ich sozusagen ein lebendes Hindernis für den Fließverkehr darstellte.

Positiv hervorzuheben ist die Landschaft von Guernsey, die man beim Laufen/Gehen nur mit einem Fahrrad oder Motorbike in ähnlich beschaulicher Form erleben kann. Ganz super finde ich (nachträglich) die Idee, statt einen motorisierten Besenwagen einen Läufer als Sweeper einzusetzen der keinerlei Druck erzeugt. Das Preis-/Leistungsverhältnis insgesamt halte ich aber nicht für günstig,  90 Euro sind ein hohes Startgeld, auch wenn man dafür ein Shirt bekommt. Das Angebot an den Labestellen war hingegen ausreichend und zufriedenstellend. Die Medaille aus Sperrholz mit einem Papieraufkleber mag umweltbewusste Nachhaltigkeit beanspruchen, ich hätte mir aber lieber eine metallene Erinnerung an mein Guernsey Marathonabenteuer gewünscht.

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Die Organisatoren haben sich redlich bemüht, in Zeiten der Corona-Pandemie auch heuer wieder einen internationalen Marathon auf Guernsey zu veranstalten. Das zählt am  meisten und dafür gebührt ihnen und allen Helfern ein aufrichtiger Dank.

Weitere Fotos vom Guernsey Marathon

Siegerliste Männer:

1. Dessie Burke – 2:40:25

2. Clint King –  2:52:28

3. Matthew Jamieson –  2:55:21

Wertung bei den Frauen:

1. Alicia Munro –  3:36:23

2. Tamsin Stevens – 3:36:23

3. Laura Guilbert – 3:40:32

93 Finisher beim Marathon (66 Männer, 27 Frauen)

Alle Informationen zum Guernsey Marathon

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