Der 12. Seiser Alm Halbmarathon ist Geschichte – aber was für eine!
Auf Europas größter Hochalm wurde am 6. Juli kein gemütlicher Sonntagslauf zelebriert, sondern ein sportliches Spektakel zwischen Höhenrausch und Laufekstase. 900 Startplätze, 600 Höhenmeter, 21,1 Kilometer pure Herausforderung – ausverkauft bereits im April. Wer dabei war, erlebt Emotionen, die noch lange nachhallen.
Felicetti wie ein Duracell-Hase auf Espresso
Was macht ein Mann aus dem Trentino, wenn er Lust auf Höhenluft hat? Er gewinnt! Daniele Felicetti, mit Wurzeln in Predazzo und Beinen wie Stahlseilen, verwandelte den 12. Seiser Alm Halbmarathon in sein ganz persönliches Bergfest. In 1:18.21 Stunden pflügte er über Stock, Stein und Serpentine und sicherte sich mit einer Pace von 3:42 min/km die drittschnellste Siegerzeit aller Zeiten auf dieser Strecke. Schon bei Kilometer 8,9 in Ritsch hatte er dem Feld „Arrivederci“ gesagt – ein Vorsprung, den er stilecht bis ins Ziel trug.

Hinter ihm kämpften die Verfolger wie Gladiatoren in der Arena: Samuel Demetz hielt in 1:21.29 tapfer Platz zwei, während der Vorjahressieger Markus Ploner diesmal mit 1:21.47 auf den dritten Podestplatz lief. Martin Griesser und Khalid Jbari – der Mann mit dem goldenen Halbmarathon-Erbe von 2018 und 2022 – rundeten die Top Five ab. Ebenfalls mit starker Performance: Benjamin Eisendle, Maximilian Profanter und Frowin Stecher.
Scaini entfesselt – Haselrieder kapituliert
Die Damenwertung beim 12. Seiser Alm Halbmarathon glich einem Krimi mit plötzlicher Wendung: Alessia Scaini lag bei der ersten Zeitmessung noch auf Rang drei – und dann? Vollgas! Nach dem Ausstieg der führenden Vorjahressiegerin Greta Haselrieder nahm die Piemontesin die Zügel in die Hand – und ließ sie bis zum Ziel nicht mehr los. Ihre 1:34.12 Stunden ließen keinen Zweifel: Diese Frau läuft nicht, sie fliegt!
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Die junge Italienerin Claudia Previtali ließ sich aber nicht völlig abschütteln: Mit 1:35.34 war sie nur knapp 80 Sekunden hinter der Siegerin. Platz drei sicherte sich Marie-Julie Huber aus der Schweiz, die mit 1:37.39 auch keine Bergscheu zeigte. Nur hauchdünn dahinter: Andreea Lucaci und die stark auftrumpfende Severine Petersen aus Deutschland, die sich mit 1:38.25 den fünften Rang schnappte.
Auch das restliche Damenfeld glänzte mit alpiner Ausdauer: Annemarie Schöpf, Laura Neulichedl und Selina Maria Neulichedl trugen zur hochklassigen Top-Ten-Wertung bei – ein wahrlich starker Auftritt der Lokalmatadorinnen!
Ein Fest mit Herz, Höhenmeter und Helden
Der 12. Seiser Alm Halbmarathon war mehr als ein Lauf. Es war ein Fest der Leidenschaft, ein Stelldichein der Ausdauer und ein Hochamt des alpinen Sports. Zwischen saftigen Almwiesen und schroffen Dolomitengipfeln wurde Geschichte geschrieben – und das im Takt der Laufschuhe.
Wer nächstes Jahr dabei sein will, sollte schnell sein. Die Plätze sind heiß begehrt – und wer einmal dabei war, will wieder. Denn die Seiser Alm ist kein Ort für Halbherzigkeit. Sondern für Halbmarathon mit Herz und Stil.
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