Vier Tage nach einem Erdbeben in Istanbul steht die Stadt wieder im Zeichen des Sports:
Der Istanbul Halbmarathon feiert am 27. April 2025 seine 20. Austragung – unbeirrt, kraftvoll und mit einem internationalen Spitzenfeld. Die Organisatoren von Spor Istanbul, bereits bekannt für ihre herausragende Durchführung von Veranstaltungen selbst während der Corona-Pandemie, machen erneut vor, wie Sport und Sicherheit Hand in Hand gehen können.
Ein Zeichen der Normalität nach dem Beben
Das jüngste Erdbeben, das Istanbul erschütterte, forderte glücklicherweise keine Todesopfer und verursachte nur geringe Schäden. Die Botschaft der Veranstalter ist deutlich: Der Alltag geht weiter – und damit auch der Sport.
„Gestern ereignete sich ein Erdbeben in Istanbul, und wir sind dankbar, dass es keine Todesopfer oder größeren Schäden gegeben hat. Das Leben in der Türkei geht in allen Bereichen weiter, auch im Sport. Alle Sportveranstaltungen finden wie geplant statt. An diesem Sonntag sind wir stolz darauf, die 20. Ausgabe des Türkiye İş Bankası Istanbul Halbmarathons mit einer Rekordzahl an Teilnehmern auszurichten,“ erklärte Renay Onur, der Renndirektor. Insgesamt werden rund 17.000 Läufer erwartet – darunter auch Teilnehmer des parallel stattfindenden 10-km-Rennens.
Top-Athleten auf Rekordjagd
Am Sonntagmorgen um 9:15 Uhr Ortszeit fällt der Startschuss. Besonders im Fokus steht das Männerfeld, wo der Kursrekord von 59:15 Minuten wackeln könnte. Haftu Teklu aus Äthiopien bringt eine Bestzeit von 59:06 mit – aufgestellt nach seinem Sieg beim Seoul-Marathon im März.
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Alex Matata aus Kenia, Sieger des Ras Al Khaimah Halbmarathons im Februar mit 59:20, hat Großes vor. Er bat explizit um ein Tempo unter 59 Minuten. „Nicht in den nächsten zwei Jahren,“ antwortete Matata auf die Frage, ob ein Wechsel zur Marathon-Distanz bevorstehe. „Ich will noch schneller werden im Halbmarathon, unter 59, vielleicht sogar in den 57 Minuten.“
Auch Berehanu Tsegu aus Äthiopien hat mit einer Zeit von 59:42 das Potenzial, vorne mitzulaufen. Seine starke Marathonzeit von 2:05:14 in Dubai zu Beginn des Jahres unterstreicht seine Form.
Starke Frauen und ein mögliches Duell
Im Frauenrennen erwartet die Zuschauer ein spannendes Duell zwischen der Titelverteidigerin Sheila Chelangat und ihrer Landsfrau Judy Kemboi. Nachdem Winfridah Moseti verletzungsbedingt absagen musste, sind sie die großen Favoritinnen.
„Ich bin bereit für Istanbul,“ verkündete Chelangat – trotz möglichem Regen. Bereits im Vorjahr zeigte sie bei schwierigen Bedingungen eine starke Leistung und verbesserte ihre Bestzeit auf 66:47. Im Oktober legte sie in Valencia sogar 66:06 nach. „Ich freue mich, wieder in Istanbul zu laufen,“ ergänzte sie.
Schneller als Chelangat ist jedoch Judy Kemboi, die 2024 mit einer 65:43 in Kopenhagen durchbrach und in Ras Al Khaimah erneut mit 66:34 überzeugte. „Ich bin in guter Form und werde versuchen, meine Bestzeit zu verbessern,“ sagte sie im Vorfeld. Unterstützung bekommt sie von ihrem Verlobten Crispus Korir, der sie als persönlicher Tempomacher begleiten wird.
Die Frauenkonkurrenz ist tief besetzt – sechs Läuferinnen mit Zeiten unter 67 Minuten stehen auf der Startliste. Doch der Streckenrekord von Ruth Chepngetich aus dem Jahr 2021 (64:02) dürfte unerreichbar bleiben.
Istanbul Halbmarathon 2025: Startliste Elite
Männer – Persönliche Bestzeiten:
- Haftu Teklu (ETH) – 59:06
- Alex Matata (KEN) – 59:20
- Berehanu Tsegu (ETH) – 59:42
- Callum Hawkins (GBR) – 60:00
- Gemechu Bute (ETH) – 60:03
- Ali Kaya (TUR) – 60:16
- Mathew Samperu (KEN) – 60:27
- Shadrack Kipkurui (KEN) – 60:40
- Abel Mutai (KEN) – 61:00
- Aaron Bienenfeld (GER) – 61:39
- Laban Kipkemboi (KEN) – 62:01
Frauen – Persönliche Bestzeiten:
- Judy Kemboi (KEN) – 65:43
- Sheila Chelangat (KEN) – 66:06
- Fikrte Wereta (ETH) – 66:28
- Hiwot Gebrekidan (ETH) – 66:28
- Bekelech Gudeta (ETH) – 66:35
- Gete Alemayehu (ETH) – 66:37
- Miriam Chebet (KEN) – 66:43
- Betelihem Afenigus (ETH) – 66:46
- Zewditu Aderaw (ETH) – 67:38
- Cynthia Kosgei (KEN) – 68:29
- Daisilah Jerono (KEN) – 69:44
- Fridah Ndinda (KEN) – 69:49
- Kristina Hendel (GER) – 70:38
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