Istanbul Yari Maratonu (Istanbul-Halbmarathon)
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Matata Zwillinge stehlen Istanbul die Show mit Fotofinish

Der Istanbul Halbmarathon hatte in diesem Jahr eine Geschichte im Gepäck, die selbst für hartgesottene Straßenläufer nach einer leicht ironischen Drehbuchidee klingt.

Zwei Brüder, eine Ziellinie und ein Ergebnis, das fast schon zu ordentlich ausfällt, um glaubwürdig zu wirken.

Zwei Brüder, ein Ziel und ein kurioses Finale

Im Mittelpunkt des Istanbul Halbmarathon standen Alex Matata und sein Bruder Charles Matata. Der eine kam als Titelverteidiger, der andere eigentlich als Tempomacher. Am Ende wirkten beide eher wie Co-Hauptdarsteller in einer sportlichen Familienproduktion mit offenem Ausgang.

Alex Matata gewann das Rennen in 60:01, nur einen Atemzug vor seinem Zwillingsbruder Charles Matata, der exakt dieselbe Zeit auf die Uhr brachte. Das ist diese Art von Gleichstand, bei dem selbst die Zielkamera kurz überlegen muss, ob sie überhaupt noch gebraucht wird.

Dahinter sicherte sich Ali Kaya mit persönlicher Bestzeit von 60:12 den dritten Platz und damit auch den türkischen Meistertitel im Halbmarathon. Ein solider Auftritt, der in dieser Brüdergeschichte fast schon wie eine Nebenrolle wirkt.

Alex Matata sagte: „Ich bin glücklich, meinen Titel verteidigt zu haben. Allerdings bin ich leicht verletzt gestartet. Beim Training habe ich mir gestern den Knöchel verstaucht, daher war es kein ideales Rennen für mich.“

Er ergänzte außerdem: „Mein nächstes Ziel ist die Halbmarathon-WM im September. Zum Marathon gibt es noch keine Pläne.“

Charles Matata blieb ebenfalls nüchtern: „Es war großartig, gemeinsam zu laufen, ich werde weiterhin im Halbmarathon starten.“

Im Rennen selbst wurde schnell klar, dass der Kursrekord von 59:15 eher theoretisches Material für Statistikfreunde bleibt. Nach 10 Kilometern in 28:32 formierte sich eine Führungsgruppe, die zunächst wie ein freundlicher Ausflug wirkte, bevor sie sich in Richtung Rennentscheidung bewegte.

Mit dabei waren neben den Matata Brüdern auch Benard Murkumen, Moses Cheruiyot, Solomon Yego, Robert Keter und Ali Kaya. Ein internationales Feld, das zeitweise fast den Eindruck einer Trainingsgruppe hatte, die sich verlaufen hat.

Ab Kilometer 18 änderte sich das Bild. Alex Matata und Charles Matata zogen davon und ließen den Rest stehen. Keine große Explosion, eher ein kontrolliertes Entfernen aus der Gruppe. Der Istanbul Halbmarathon hatte damit seinen erwartbaren Showdown, nur eben mit familiärem Unterton.

Für Alex Matata ist es bereits der zwölfte Sieg im Halbmarathon innerhalb von zwei Jahren bei 14 Starts. Eine Statistik, die gleichzeitig beeindruckt und ein bisschen die Frage offen lässt, wer ihn eigentlich regelmäßig stoppen will.

Frauenrennen mit taktischer Geduld und spätem Angriff

Auch im Frauenrennen des Istanbul Halbmarathon blieb es lange kontrolliert. Nach 10 Kilometern in 31:40 bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe.

Mit dabei waren Ftaw Zeray, Asmarech Anley, Zimam Redae, Caroline Gitonga und Glenrose Xaba. Ein Feld, das sich gegenseitig nicht wirklich loswerden wollte und offenbar auf den richtigen Moment wartete.

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Nach 15 Kilometern in 47:31 blieb die Gruppe weiter zusammen. Erst auf den letzten drei Kilometern kam Bewegung hinein. Purity Gitonga setzte sich entscheidend ab und ließ die Konkurrenz zurück.

Purity Gitonga sagte: „Es war ein gutes Rennen, aber es war nicht einfach.“

Sie gewann in 66:50 vor Ftaw Zeray in 66:57 und Glenrose Xaba in 67:03. Zeray, die als Favoritin gestartet war, musste sich diesmal mit Platz zwei begnügen, was im Leistungssport ungefähr so angenehm ist wie ein knapp verpasster Bus.

Die weiteren Plätze gingen an Asmarech Anley, Zimam Redae, Evaline Chirchir, Beriha Gebreslasie, Vivian Cheuriyot, Stella Lokhiri und Nursena Ceto, die zugleich türkische Meisterin wurde.

Für zusätzliche Kuriosität sorgte die Tatsache, dass Purity Gitonga ursprünglich gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Caroline Gitonga antreten sollte. Caroline musste die Reise krankheitsbedingt absagen. Der Istanbul Halbmarathon blieb also auch hier nicht ganz ohne familiäre Nebenhandlung.

Ergebnisse Männer

1. Alex Matata KEN 60:01
2. Charles Matata KEN 60:01
3. Ali Kaya TUR 60:12
4. Benard Murkomen KEN 60:21
5. Robert Keter KEN 60:40
6. Moses Cheruiyot KEN 60:48
7. Teresa Nyakola ETH 60:51
8. Mengistu Bekele ETH 60:56
9. Solomon Yego KEN 61:13
10. Shura Kitata ETH 61:20

Ergebnisse Frauen

1. Purity Gitonga KEN 66:50
2. Ftaw Zeray ETH 66:57
3. Glenrose Xaba RSA 67:03
4. Asmarech Anley ETH 67:14
5. Zimam Redae ETH 67:31
6. Evaline Chirchir KEN 68:49
7. Beriha Gebreslasie ETH 69:21
8. Vivian Cheuriyot KEN 69:23
9. Stella Lokhiri SSU 71:17
10. Nursena Ceto TUR 71:27

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