Am Sonnabend richtet sich der Blick der Laufwelt auf den Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der RAK-Halbmarathon wird auf der schnurgeraden, komplett flachen Strecke über die künstliche Marjan-Halbinsel ausgetragen. Seit der Premiere im Jahr 2007 hat sich der Ras Al Khaimah-Halbmarathon einen festen Platz unter den hochkarätigsten Halbmarathonrennen der Welt gesichert. Dreimal wurde hier bereits der Frauen-Weltrekord gebrochen. Die Strecke ist schnell, das Feld ist schneller.
Kamworor kehrt an den Ort seines Durchbruchs zurück
Geoffrey Kamworor betritt in Ras Al Khaimah vertrautes Terrain. 2013 sorgte er hier als 20-Jähriger für einen echten Paukenschlag. Mit 58:54 Minuten gewann er das Rennen und katapultierte sich auf Rang sieben der ewigen Bestenliste. Ein Talent war plötzlich ein Name, den sich die Konkurrenz merken musste.
Es folgte eine Karriere, die kaum Wünsche offenließ. Kamworor wurde dreimal Halbmarathon-Weltmeister und zweimal Crosslauf-Weltmeister. 2019 setzte er in Kopenhagen mit 58:01 Minuten einen neuen Weltrekord über die 21,0975 Kilometer. Diese Marke macht ihn bis heute zum achtschnellsten Läufer aller Zeiten. Der Ras Al Khaimah-Halbmarathon ist für ihn also weit mehr als nur ein weiteres Rennen im Kalender. Hier begann der internationale Höhenflug.
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Konkurrenz mit Ansage
Ein Selbstläufer wird der Halbmarathon für Kamworor allerdings nicht. Sein Landsmann Isaia Lasoi bringt eine Bestzeit von 58:10 Minuten mit und liegt damit nur neun Sekunden hinter ihm. Das ist im Halbmarathon eine halbe Ewigkeit und gleichzeitig ein Wimpernschlag.
Dazu kommen gleich drei Äthiopier mit Zeiten unter 59 Minuten. Jemal Mekonen steht bei 58:33, Amedework Walelegn bei 58:40 und Tadese Worku bei 58:47. Diese Namen versprechen ein Rennen, bei dem vom ersten Kilometer an kein Taktieren angesagt sein dürfte. Tempo ist hier kein Risiko, sondern Grundvoraussetzung.
Und dann wäre da noch Benson Kiplangat. Der Debütant auf internationaler Halbmarathonbühne war vor zwei Jahren Dritter bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft. Crosslauf bedeutet Kampfgeist, Kraft und keine Angst vor harten Bedingungen. Eigenschaften, die beim Ras Al Khaimah-Halbmarathon durchaus Gold wert sein können.
Yeshaneh mit Rekord-Erinnerung
Auch bei den Frauen verspricht der Halbmarathonlauf ein Spektakel. Ababel Yeshaneh kehrt an den Ort ihres größten Triumphs zurück. 2020 stürmte sie hier in 64:31 Minuten zu einem Weltrekord. Es war das Rennen ihres Lebens und einer dieser Tage, an denen einfach alles passt.
Inzwischen ist Yeshaneh 34 Jahre alt. Vor zwei Jahren wurde sie in Ras Al Khaimah Zweite. Erfahrung bringt sie reichlich mit, und die Strecke kennt sie ohnehin wie kaum eine andere.
Junge Herausforderer mit breiter Brust
Likina Amebaw zählt zu den spannendsten Namen auf der Startliste. Die 25-Jährige schaffte im vergangenen Jahr ihren Durchbruch, als sie den Kopenhagen-Halbmarathon gewann und sich auf 64:44 Minuten steigerte. Auch 2026 zeigte sie bereits starke Form. Im Januar lief sie in Valencia eine 10-Kilometer-Bestzeit von 29:29 Minuten. Geschwindigkeit bringt sie also definitiv mit an den Start des Ras Al Khaimah-Halbmarathons.
Wede Kefale komplettiert das äthiopische Trio an der Spitze. Mit einer Bestzeit von 65:21 Minuten ist sie die Nummer drei auf der Startliste. Dahinter lauert mit der erst 19-jährigen Melal Siyoum ein junges Talent, das für eine Überraschung sorgen könnte. Ihr einziges internationales Rennen absolvierte sie im vergangenen Herbst in Neu Delhi. Dort wurde sie Zweite beim Halbmarathon in 67:21 Minuten. Wenig Erfahrung, aber viel Potenzial.

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