Hagos Gebrhiwet ist nun der zweitschnellste Läufer aller Zeiten.
Hagos Gebrhiwet ist nun der zweitschnellste Läufer aller Zeiten. Foto: © Mohan, Doha Stadium Plus Qatar, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
1 Kommentar(e)

5.000 Meter Weltrekord knapp verpasst; Schweizer pulverisiert Rekord

Hagos Gebrhiwet hat am Donnerstag beim Diamond League Meeting den 5.000 Meter Weltrekord nur hauchdünn verpasst.

Der Läufer aus Äthiopien lief eine unfassbare Zeit von 12:36,73 Minuten. Im selben Rennen gelang dem Schweizer Dominic Lobalu ein historischer Landesrekord.

Hagos Gebrhiwet setzte sich in einem hochklassigen Rennen u.a. gegen den Olympiasieger und Weltrekordhalter Joshua Cheptegei durch. Auch der zweifache Crosslauf-Weltmeister Jacob Kiplimo hatte keine Chance gegen einen entfesselt laufenden Gebrhiwet.

Das gab es noch nie

Der 30-jährige Gebrhiwet, der bereits vor 12 Jahren seine erste 5.000-Meter-Zeit unter 13 Minuten lief, legte vor allem mit einer beeindruckenden Pace auf dem letzten Kilometer den Grundstein zum Sieg. Die Spitze um Yomif Kejelcha, Gebrhiwet, Kiplimo und Cheptegei erreichte die 4.000-Meter-Marke in 10:11,86 Minuten. Zunächst fiel Cheptegei zurück, ehe sich Gebrhiwet in der Schlussrunde von seinen letzten Verfolgern lösen konnte. Nach 54,99 Sekunden über die letzten 400 Meter erreichte er in 12:36,73 Minuten (= 2:31 Minuten pro Kilometer) die Ziellinie, klar vor Kejelcha, der in 12:38,95 Minuten Zweiter wurde. Es war der erste 5.000-Meterlauf in der Geschichte des Laufsports, in dem zwei Athleten Zeiten unter 12:40 Minuten erreichten.

Hagos Gebrhiwet blieb nur 1,37 Sekunden über dem Weltrekord von Cheptegei aus dem Jahr 2020. Er knackte aber den äthiopischen Rekord von Kenenisa Bekele. Gebrhiwet ist nun die Nr. 2 All-Time.

Zahlreiche Landesrekorde und ein beeindruckender Schweizer Rekord

In Summe liefen 13 Athleten Zeiten unter 12:57 Minuten. Auch das gab es noch nie. Landesrekorde knackten u.a. Luis Grijalva (Guatemala / 12:50,58 Minuten), Andreas Almgren (Schweden / 12:50,94 Minuten), Jimmy Gressier (Frankreich / 12:54,97 Minuten) und Adriaan Wildschuut (Südafrika / 12:56,67 Minuten). Aber auch dem Schweizer Dominic Lobalu gelang mit 12:50,90 Minuten ein Landesrekord. Der 25-jährige Flüchtling aus dem Südsudan, der erst seit kurzem für die Schweiz startberechtigt ist, pulverisierte den 40 Jahre alten Rekord von Markus Ryffel (13:07,54 Minuten). Den Landesrekord aus dem Jahr 1984 steigerte Lobalu um mehr als 16 Sekunden.

Ingebrigtsen gewinnt packendes Duell

Das 3.000-Meter-Rennen der Frauen gewann überraschend die Australierin Georgia Griffith mit neuem Kontinentalrekord von 8:24,20 Minuten. Norwegens Superstar Jakob Ingebrigtsen entschied ein packendes 1.500-Meter-Rennen mit neuer Weltjahresbestzeit von 3:29,74 Minuten für sich. Drei Hundertstel hinter ihm folgte sein großer Rivale Timothy Cheruiyot.

Dem Deutschen Robert Farken gelang auf Platz 9 mit 3:32,20 Minuten die Olympia-Qualifikation.

Weißhaidinger Vierter

Im Diskuswurf der Männer gelang dem Litauer Mykolas Alekna mit 70,91 Metern ein neuer Meeting-Rekord. Der Österreicher Lukas Weißhaidinger belegte mit 65,68 Metern den vierten Platz.

Über die 400 Meter gelang Matthew Hudson-Smith mit 44,07 Sekunden ein Europarekord.

Weitere Südafrika-Sportler erfolgreich

Nach dem neuen Landesrekord von Adriaan Wildschutt (RSA), der bei den Bislett-Games auch eine neue PB in 12:56,67 Minuten aufstellte (zuvor 13:02,46 min), glänzten auch weitere Teilnehmer aus Südafrika.

Allen voran der Sprinter Akani Simbine, der seine ungeschlagene Serie in dieser Saison mit dem Sieg in 9,94 (100 Meter fortsetzte und damit zu einem Medaillenkandidat in Paris werden könnte. Der Athlet (30) sagte nach seinem Lauf: "Ich habe heute der Welt mein Zeichen gesetzt,dass ich hier bin. Das Ziel war heute der Sieg und das habe ich geschafft. Der Sieg hilft immer beim Selbstvertrauen,wenn wir Paris näher kommen."

Simbine ist aktuell 6. der Weltbestenliste über 100 Meter und hat Bestzeiten von 9,31 (2019) und 19,95 (2017) und läuft beständig unter der 10-Sekunden-Grenze.

Seine Landsfrau Prudence Sekgodiso gewann in Oslo ihr zweites Diamond-League-Rennen der Saison über 800 Meter in diesmal 1:58,66 Minuten. Zuvor war ihr bereits ein Sieg in Marrakech mit PB in 1:57,26 Minuten gelungen, gleichzeitig weltbeste Leistung in 2024. Sie sagte: "Bei den Olympischen Spielen in Paris werde ich versuchen, das Finale zu erreichen. Ich möchte zu den großen Acht gehören." Bei der letzten WM in Ungarn war sie während des Wettbewerbes gestürzt.

Foto: © Mohan, Doha Stadium Plus Qatar, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Empfohlene Artikel

Kommentar schreiben

Senden

Weitere interessante Themen