Leichtathletik-Laufbahn
Mohamed Abdilaahi (Foto: © Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
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Deutscher Rekord-Knaller! Abdilaahi sorgt für Gänsehaut in Monaco

Die Nacht, in der Dieter Baumanns Rekord Geschichte wurde

Mohamed Abdilaahi hat am Freitagabend beim prestigeträchtigen Diamond League-Meeting in Monaco ein wahres Lauf-Feuerwerk gezündet – und dabei nichts Geringeres vollbracht als die deutsche Leichtathletik-Geschichte neu zu schreiben.

In 12:53,63 Minuten lief er über die 5.000 Meter schneller als je ein Deutscher vor ihm. Die legendäre Marke von Dieter Baumann (12:54,70 Minuten aus dem Jahr 1997) ist nun passé. Kein Wunder, dass man bei diesem Namen ehrfürchtig die Stoppuhr sinken lässt – doch Abdilaahi ließ lieber die Beine sprechen. Und wie!https://vg09.met.vgwort.de/na/f2f24b0969fd4d459f1f61f4eed4b5ae

Seit drei Jahren versuche ich diese Marke zu knacken. Das hat mich jeden Tag im Training gepusht. Es ist Wahnsinn, wie schnell Dieter Baumann vor fast 28 Jahren schon laufen konnte. Da war ich noch gar nicht auf der Welt“, sagte der 26-Jährige euphorisch im ARD-Interview.

Diamond League in Monaco – ein Rekordabend zum Niederknien

Die Bühne: das Diamond League-Meeting in Monaco, wo Weltklasse auf Weltrekordjagd trifft. Das Tempo? Höllisch. Das Feld? Hochkarätig. Abdilaahi? Erstmal hinten einsortiert, während vorne ein irrsinniges Tempo Richtung 12:40 angeschlagen wurde. Doch der Äthiopier Yomif Kejelcha hielt sich tapfer an der Spitze – und siegte schließlich in 12:49,46 Minuten. Gerade noch. Denn hinten rollte der Express heran.

Frankreichs Jimmy Gressier (12:53,36 Minuten) und Bahrains Birhanu Balew (12:53,51 Minuten) machten im Schlussspurt ordentlich Dampf – und dann kam auch noch Abdilaahi, der sich mit einer unglaublichen Schlussrunde Platz vier schnappte. Nur einen Wimpernschlag vom Podest entfernt, aber mit einem deutschen Rekord im Gepäck, der sich gewaschen hat. Seine frühere Bestzeit pulverisierte er um satte zehn Sekunden!

Nach seiner Rückkehr zu seinem Vater als Trainer und einem starken sechsten Platz beim Meeting in Keqiao (13:05,21 Minuten) war klar: Da geht was. Und wie! Die Norm für die WM in Tokio? Locker unterboten. Der DLV kann planen – mit einem Abdilaahi in Topform.

Für Abdilaahi war es nicht der erste 5.000-Meter-Rekord in diesem Jahr: Im Februar gelang ihm auch in der Halle eine Rekordleistung: Deutscher 5000-Meter-Rekord durch Abdilaahi

Auch Hindernis hat’s in sich – Bebendorf überzeugt, Ruppert stürzt

Während Karl Bebendorf in 8:08,21 Minuten über die 3.000 Meter Hindernis seine Bestzeit erneut knackte und nun Platz zwei in der ewigen DLV-Liste belegt, hatte Frederik Ruppert weniger Glück. Der Mann, der Ende Mai in Rabat mit 8:01,49 Minuten noch brillierte, stürzte früh im Rennen.

Ich habe etwas in den Hacken gespürt“, sagte er anschließend der ARD. „Ich habe dann beschlossen, das Rennen durchzuziehen. Aber dafür bin ich natürlich nicht hergekommen.“ Am Ende blieb nur Platz 14 mit 8:24,68 Minuten. Bitter.

Besser lief’s vorne: Der Marokkaner Soufiane El Bakkali träumte vom Weltrekord, musste sich aber dem japanischen Turbo-Konter von Ryuji Miura stellen. Doch der Olympiasieger hatte das letzte Wort und siegte in 8:03,18 Minuten – knapp vor Miura, der den japanischen Rekord auf 8:03,43 Minuten schraubte.

Karl Bebendorf durfte sich jedenfalls freuen: „Mein fünftes Rennen in diesem Jahr, meine fünfte Bestleistung. Besser könnte es nicht laufen“. Und besser könnte der deutsche Mittel- und Langstreckenlauf momentan wirklich kaum aussehen.

Was bleibt?

Ein neuer Stern am deutschen Läuferhimmel, ein gefallener Rekord und jede Menge Gänsehaut-Momente beim Diamond League-Meeting in Monaco. Wenn Abdilaahi so weiter macht, könnten in Tokio die nächsten großen Kapitel geschrieben werden.

Foto: © Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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