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Drama um WM-Silber: Der tiefe Fall der Diribe Welteji

In der Welt der Leichtathletik gibt es Tage, da staubt es ordentlich auf der Laufbahn, und dann gibt es Tage, da wirbelt ein Urteil den kompletten Medaillenspiegel durcheinander.

Genau das ist jetzt passiert. Wer dachte, dass nach dem Zielleinlauf alles in Stein gemeißelt sei, sieht sich getäuscht. Im Mittelpunkt des Bebens steht eine Frau, die eigentlich für ihre schnellen Beine bekannt ist, nun aber über die eigenen Füße beziehungsweise die Anti-Doping-Regeln gestolpert ist.

Das Urteil gegen die Vizeweltmeisterin

Die Nachricht schlug ein wie ein unerwarteter Regenguss beim Intervalltraining: Diribe Welteji wurde offiziell aus dem Verkehr gezogen. Die Sperre nach Doping-Vergehen trifft die äthiopische Läuferin hart. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat am Donnerstag Nägel mit Köpfen gemacht und eine zweijährige Sperre verhängt. Damit reagierten die Richter auf einen Vorfall, der bereits eine ganze Weile zurückliegt, aber nun bittere Konsequenzen nach sich zieht.

Laut dem CAS gilt die Strafe für Welteji rückwirkend vom 8. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2027. Grund für den Ärger war kein klassischer positiver Befund im Reagenzglas, sondern ein verweigerter Test. Die Athletics Integrity Unit (AIU) hatte sogar eine Sperre von vier Jahren gefordert, nachdem die nationale Anti-Doping-Agentur Äthiopiens die Athletin beschuldigt hatte, eine unangekündigte Trainingskontrolle ohne triftigen Grund verweigert zu haben.

Vom Freispruch zum Medaillenverlust

Die juristische Achterbahnfahrt der Sperre nach Doping-Vergehen liest sich fast wie ein Krimi. Zunächst sah es für die Sportlerin gar nicht so schlecht aus. Nach einer Anhörung am 12. August wurde sie erst einmal freigesprochen. Doch die Freude währte nur kurz. Kurz vor der Weltmeisterschaft im vergangenen September kippte der CAS diese Entscheidung wieder. Jetzt ist klar: Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

Besonders schmerzhaft ist der Blick in die Statistikbücher, die nun großflächig radiert werden müssen. Alle Resultate seit dem 25. Februar 2025 werden annulliert. Das bedeutet im Klartext: Die Silbermedaille von den Hallen-Weltmeisterschaften 2025 in Nanjing ist weg. Silber wird zu Staub, könnte man sagen. Wer die Sperre nach Doping-Vergehen genauer betrachtet, sieht auch, dass ihre persönliche Bestzeit von 3:51,44 Minuten, aufgestellt am 5. Juli 2025 in Eugene, ebenfalls aus den Listen gestrichen wird.

Zukunft hinter der Startlinie

Die Olympia-Vierte von Paris muss nun zusehen, wie die Konkurrenz ohne sie davonzieht. Dass die AIU mit ihrer Forderung nach vier Jahren nicht ganz durchkam, ist für die Läuferin wohl der einzige schwache Trost in diesem Schlamassel. Der CAS gab der Berufung nur teilweise statt, was die Sperre auf zwei Jahre begrenzte. Dennoch ist die Sperre nach Doping-Vergehen ein klares Signal an alle Profis: Wer bei der Kontrolle Nein sagt, sagt gleichzeitig Nein zu seiner Karriere.

Bis zum Sommer 2027 hat Welteji nun Zeit, über triftige Gründe und die Bedeutung von Pünktlichkeit nachzudenken. In der Zwischenzeit werden die Medaillen neu verteilt und die Rekordlisten ohne ihren Namen weitergeführt. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn sportliche Höchstleistungen am grünen Tisch ihr Ende finden.

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