Enzo Diessl jubelt nach seinem Sieg bei der U23 EM in Bergen.
Enzo Diessl jubelt nach seinem Sieg bei der U23 EM in Bergen. (Foto: © ÖLV / Sonja Maleterova)
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Goldregen für Enzo Diessl: Triumph im Hürdensprint bei der U23-EM

Österreich jubelt: Diessl krönt sich in Bergen zum Europameister

Die U23 Europameisterschaften in Bergen schreiben aus österreichischer Sicht ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte. Und mittendrin: Enzo Diessl. Der 21-jährige Hürdensprinter aus der Steiermark lässt am Finaltag über 110 Meter Hürden keine Zweifel aufkommen und sichert sich in einem dramatischen Rennen die Goldmedaille. Auch Cordula Lassacher begeistert mit einem fulminanten Finish und einem neuen U23-Rekord über die 10.000 Meter.

Finale im Hürdenrausch: Diessl bleibt cool und schnell

Als um 19:30 Uhr der Startschuss zum 110-Meter-Hürdenfinale fiel, war die Spannung im Stadion greifbar. Acht Athleten, ein Ziel – der EM-Titel bei der U23 Europameisterschaft. Diessl erwischte einen starken Start, doch das Feld blieb bis zur achten Hürde dicht zusammen. Erst danach gelang es dem österreichischen Staatsmeister, sich entscheidend abzusetzen. Der Sturz von Matthew Sophia auf der Nebenbahn blieb für Diessl unbemerkt – der Fokus lag einzig auf dem Ziel.

Nach exakt 13,46 Sekunden stoppte die Uhr – trotz spürbarem Gegenwind von 1,8 m/s. Damit war klar: Diessl ist Europameister. Silber ging an den Belgier Zeno van Neygen (13,54s), Bronze an dessen Landsmann Elie Bacari (13,56s). Diessl unterstrich damit eindrucksvoll seine Führungsrolle in Europa, nachdem er sich bereits mit 13,20s in St. Pölten an die Spitze der U23-Europarangliste gesetzt hatte.

„Ich war eigentlich überhaupt nicht nervös, obwohl die Erwartungshaltung von außen und auch mir selbst natürlich sehr groß war, weil ich doch als Jahresschnellster hergekommen bin. Den Start habe ich sehr gut erwischt, dann habe ich wegen des Gegenwindes ein paar Hürden gebraucht um es richtig laufen zu lassen. Den Sturz neben mir habe ich gar nicht gemerkt, da war ich so auf den Lauf fokussiert. Ich bin jetzt einfach nur überglücklich auch diesen Titel geholt zu haben.“

Mit diesem Triumph holt Diessl die dritte Goldmedaille überhaupt für Österreich bei U23 Europameisterschaften – nach Günther Weidlinger (1999) und Martin Pröll (2003), beide über 3.000 m Hindernis.

Lassacher läuft Rekord und kämpft sich in die Top Acht

Wenige Stunden zuvor sorgte Cordula Lassacher für das zweite rot-weiß-rote Highlight in Norwegen. Über die längste Distanz dieser Meisterschaft, die 10.000 Meter, zeigte die Steirerin eine clevere Renneinteilung. Zu Beginn hielt sie sich in einer großen Gruppe rund um Rang 15. Mit einer Zwischenzeit von 17:14 Minuten zur Rennhälfte lag sie im Plan – aber noch nicht auf Rekordkurs.

Doch dann drehte Lassacher auf. In der zweiten Rennhälfte zündete sie förmlich den Turbo, verließ ihre Gruppe und überholte Konkurrentin um Konkurrentin. Die zweiten 5.000 Meter absolvierte sie in beeindruckenden 16:40,73 Minuten. Damit katapultierte sie sich mit einem neuen ÖLV-U23-Rekord von 33:54,73 Minuten auf Rang 8 – eine absolute Spitzenleistung.

Für Lassacher, die vor zwei Jahren verletzungsbedingt auf die U23-EM verzichten musste, ist der Auftritt in Bergen ein verdienter Lohn für harte Trainingsarbeit und Durchhaltevermögen.

Starke Bilanz für Team Austria

Mit einer Goldmedaille durch Diessl und einer Top-Acht-Platzierung samt Rekord für Lassacher präsentiert sich Österreich bei der U23 Europameisterschaft in Bergen in glänzender Form. Beide Athleten zeigen: Der österreichische Nachwuchs ist bereit, in Europa Akzente zu setzen – und macht Lust auf mehr.

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