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Beate Schrott und Victoria Hudson haben den erhofften Startplatz für die Leichtathletik-WM in Doha (Katar) nicht erhalten.

Dieses Vorgehen stößt bei beiden Athletinnen auf großes Unverständnis. Mehrkämpferin Sarah Lagger erhielt hingegen eine verspätete Einladung für den Siebenkampf. Sie verzichtete aber auf einen Start.

Trainer und Athletinnen empört

Beate Schrott verpasste über die 100 Meter Hürden genauso wie Victoria Hudson im Speerwurf das Limit nur knapp. Da aber nicht das maximale Teilnehmerfeld in den Bewerben erreicht wurde, hätten beide mit einem Startplatz rechnen dürfen. Doch der Weltverband IAAF nominierte nun nur 28 statt 32 Speerwerferinnen und 38 statt 40 Hürdenläuferinnen für die Titelkämpfe. Diese willkürliche Entscheidung sorgte für Entsetzten bei den Athletinnen und Trainern.

"Träume werden durch Ignoranz zerstört"

Hudson warf im März den Speer auf 59,98 Metern, das Limit lag bei 61,50 Metern. Hudson wäre die zweitbeste Athletin in der Nachbesetzung gewesen und hätte daher einen Anspruch auf einen der 32 Plätze gehabt. Doch nun sitzt der Schock bei Victoria Hudson tief: „Athleten arbeiten so hart für solche Großereignisse, aber durch diese Ignoranz werden Träume und Hoffnungen zerstört und die Leistungen ignoriert, das finde ich einfach respektlos und es macht mich unendlich traurig.

Beate Schrott ärgert sich über willkürliches Vorgehen

Ähnlich war das Vorgehen bei Beate Schrott, die im Qualifikationszeitraum mit 13,10 Sekunden um 12 Hundertsel über der Norm blieb. Mittlerweile verbesserte die Niederösterreicherin ihre Saisonbestleistung sogar auf 13,03 Sekunden. Doch auch sie wurde vom Welt-Leichtathletikverband nicht berücksichtigt: "Ich bin schockiert, das scheint ja noch willkürlicher zu sein, als ich ursprünglich gedacht habe. Ich arbeite seit zwei Jahren darauf hin, wieder bei einer WM dabei zu sein und hätte gerne eine faire Chance gehabt. Das ist aber hier nicht der Fall, da die IAAF ihre eigenen Kriterien nicht erfüllt. Es ärgert mich total, so von etwas Ungewissem abhängig zu sein, ich bin momentan sehr wütend."

"Eine Farce"

Der ÖLV-Sportdirektor und Trainer Gregor Högler spricht von einem ungeeigneten und athletenfeindlichen Prozedere. ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis bezeichnete die Entscheidung eine Farce: „Die Nicht-Berücksichtigung von Victoria Hudson und Beate Schrott ist eine Farce. Zuerst wurden die Limits erhöht, um dann auf die gewünschte Teilnehmerzahl pro Bewerb auffüllen zu können. Die IAAF hat diesen Prozess jetzt aber so ungeschickt vollzogen, dass in zahlreichen Bewerben die ausgeschriebene Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde. Der IAAF ist scheinbar nicht bewusst, was sie mit solchen Fehlentscheidungen anrichtet. Träume platzen und Karrieren werden zerstört. "

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Siebenkampf-Talent Sarah Lagger erhielt hingegen nachträglich eine Einladung für die Weltmeisterschaften. Die Kärntnerin hatte aber bereits im August die Saison beendet und befindet sich mittlerweile in Vorbereitung auf die nächste Hallensaison.

4 ÖLV-Athleten in Doha

Damit reist das ÖLV-Team mit vier Athleten nach Doha an: Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger zählt zu den Favoriten auf den Titel. Die Siebenkämpferinnen Verena Preiner und Ivona Dadic haben Chancen auf einen Spitzenplatz. Im Marathonlauf tritt der ÖLV-Rekordhalter Lemawork Ketema an.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften werden von 27. September bis 6. Oktober 2019 in Doha ausgetragen.

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