Spektakel über 10.000 Meter mit Drama-Garantie
Wenn das Stadion in Tokio am 13. und 14. September bei der Leichtathletik-WM zur Tribüne für die langen Strecken wird, dann geht es nicht um Taktieren oder Abwarten – sondern um pure Ausdauer, Taktikschach und gnadenlose Endspurts. Die Titelkämpfe in Japan bringen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ein Line-up an den Start, das so explosiv ist wie ein Feuerwerk am Silvesterabend. Wer hier Gold holt, darf sich mit Legenden messen – und das Publikum darf sich auf packende Rennen freuen, die mehr Wendungen haben als ein Thriller.
Frauen: Die Königin und ihre Herausforderer
Beatrice Chebet ist die aktuelle Herrscherin der langen Distanzen. Sie hält die Weltrekorde über 5000m und 10.000m und will in Tokio erneut Doppelgold angreifen. Dabei wird sie erstmals bei einer Weltmeisterschaft die 10.000m laufen. Als erste Frau unter 29 Minuten (28:54.14) hat sie ohnehin schon Geschichte geschrieben. Mit ihr nach Tokio reisen auch Janeth Chepngetich, die aktuelle Weltjahresbeste, und Agnes Ngetich, die als erste Frau ein 10-km-Straßenrennen unter 30 Minuten in einem reinen Frauenlauf absolvierte. Ein kenianisches Trio, das Gold, Silber und Bronze anvisiert.
Doch die Titelverteidigerin hat da ein Wörtchen mitzureden: Gudaf Tsegay aus Äthiopien, die in den vergangenen Jahren Medaillen wie andere Briefmarken gesammelt hat. Nach einer enttäuschenden Olympiabühne in Paris will sie in Tokio zurückschlagen. Unterstützt wird sie von Ejgayehu Taye, Bronzegewinnerin von Budapest, sowie von den Debütantinnen Fotyen Tesfay und Tsigie Gebreselama. Tesfay sorgte dieses Jahr bereits für Aufsehen mit einem Fabelrennen in Berlin, wo sie den Halbmarathon in 1:03:35 lief.
Ein Name, der ebenfalls nicht fehlen darf: Nadia Battocletti. Die Italienerin hat 2024 Silber bei Olympia geholt – nur einen Wimpernschlag hinter Chebet – und mit neuen nationalen Rekorden ihre Form untermauert. Außerdem vertreten die USA mit Emily Infeld, Elise Cranny und Weini Kelati Frezghi eine schlagkräftige Truppe. Und wer denkt, dass nur die großen Nationen glänzen, sollte auf Japans Ririka Hironaka achten, die vor heimischem Publikum über sich hinauswachsen könnte.
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| Frauens 10.000m Zeitplan | Datum | Ortszeit |
|---|---|---|
| Finale | 13.09.2025 | 23:30 |
| Vorherige Medaillengewinnerinnen | Land | Zeit |
|---|---|---|
| Gudaf Tsegay | ETH | 31:27.18 |
| Letesenbet Gidey | ETH | 31:28.16 |
| Ejgayehu Taye | ETH | 31:28.31 |
| Top 5 2025 | Land | Zeit |
|---|---|---|
| Janeth Chepngetich | KEN | 30:27.02 |
| Agnes Ngetich | KEN | 30:27.38 |
| Beatrice Chebet | KEN | 30:27.52 |
| Yenawa Nbret | ETH | 30:28.82 |
| Miriam Chebet | KEN | 30:32.90 |
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Männer: Neue Helden gesucht
Die Abwesenheit von Dreifach-Weltmeister Joshua Cheptegei macht den Männerlauf zu einem offenen Schlagabtausch. Und wenn man auf die Startliste schaut, ist vor allem eines klar: Äthiopien will die Herrschaft zurück. Biniam Mehary, erst 19 Jahre alt, führt die Weltbestenliste mit 26:43.82 an. Direkt dahinter lauern Berihu Aregawi, der Olympiasilber gewann, und Selemon Barega, Olympiasieger 2021. Dieses Trio dominierte schon beim Prefontaine Classic, als sie innerhalb von 1,5 Sekunden ins Ziel rasten. Ein äthiopisches Podium? Durchaus realistisch.
Doch es gibt Konkurrenz. Kenia hat mit Stanley Waithaka Mburu, Ishmael Kipkurui und Edwin Kurgat starke Karten. Besonders Kurgat, der dieses Jahr 26:46,35 lief, könnte die Favoriten ärgern. Auch Grant Fisher aus den USA hat bereits bewiesen, dass er auf Weltbühnen Medaillen einsammeln kann. Europas Hoffnungen ruhen auf Andreas Almgren, der jüngst Rekorde wie am Fließband gebrochen hat, sowie auf Jimmy Gressier und den Schweizer Dominic Lobalu.
Ein Mann, den viele vielleicht unterschätzen: Adriaan Wildschutt aus Südafrika. Er hält den Landesrekord über 5000m und liebt es, den Großen in die Suppe zu spucken. Und dann ist da noch der junge Nico Young, US-Meister, der sich auch über die doppelte Distanz beweisen will. Alles in allem: ein Finale, das Herzfrequenzen in den roten Bereich treiben wird.
| Männer 10.000m Zeitplan | Datum | Ortszeit |
|---|---|---|
| Finale | 14.09.2025 | 23:30 |
| Vorherige Medaillengewinner | Land | Zeit |
|---|---|---|
| Joshua Cheptegei | UGA | 27:51.42 |
| Daniel Ebenyo | KEN | 27:52.60 |
| Selemon Barega | ETH | 27:52.72 |
| Top 5 2025 | Land | Zeit |
|---|---|---|
| Biniam Mehary | ETH | 26:43.82 |
| Berihu Aregawi | ETH | 26:43.84 |
| Selemon Barega | ETH | 26:44.13 |
| Edwin Kurgat | KEN | 26:46.35 |
| Ishmael Kipkurui | KEN | 26:47.72 |
Leichtathletik-WM 2025 in Tokio – Startlisten der Laufdisziplinen
Tokio erwartet ein Feuerwerk
Die Weltmeisterschaften 2025 versprechen Spannung pur über die längste Bahndistanz: Bei den Frauen will Beatrice Chebet zur Unsterblichkeit laufen, während Gudaf Tsegay und Nadia Battocletti Jagd auf Gold machen. Bei den Männern öffnet das Fehlen von Cheptegei die Tür für ein äthiopisches Märchen – oder für einen Überraschungscoup. Zwei Nächte, zwei Finals, ein gemeinsamer Nenner: pure Dramatik.
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