Raphael Pallitsch hat bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Nanjing (China) sensationell den Einzug in das Finale geschafft.
Der Burgenländer überstand den knallharten Aufstiegsmodus über die 1.500 Meter und belohnte sich damit mit dem Finale der Top 9.
Herausfordernder Vorlauf
Pallitsch traf im zweiten von vier Vorläufen auf den norwegischen Weltrekordhalter Jakob Ingebrigtsen. Die Top 2 sind fix im Finale, der schnellste Dritte der vier Vorläufe erhält den neunten Finalplatz. Da der Vorlauf von Pallitsch bereits früh im Rennen deutlich langsamer als Heat 1 war, war klar, dass neben Ingebrigtsen nur ein weiterer Athlet aus diesem Heat aufsteigen wird. Pallitsch hatte mit dem Iren Andrew Coscoran und dem Italiener Joan Bussotti Neves zwei starke Kontrahenten. Doch Pallitsch lief ein taktisch herausragendes Rennen.
Perfekte Renntaktik
Pallitsch hielt sich immer vorne im Feld auf, ließ aber zunächst dem Kanadier Foster Malleck und dem Iraner Seyedamir Zamanpour die Tempoarbeit. Nach gut 1.000 Metern übernahm Pallitsch die Kontrolle. In der Schlussrunde konnten nur Ingebrigtsen, Bussotti Neves und Coscoran folgen. Ingebrigtsen übernahm in der letzten Runde erwartungsgemäß die Führungsposition, doch Pallitsch verteidigte überzeugend seinen 2. Platz. Ingebrigtsen führte das Feld schlussendlich nach 3:39,80 Minuten an, Pallitsch folgte mit 28 Hundertstel Rückstand auf Platz 2 und noch deutlich vor dem Drittplatzierten Iren Coscoran, der 71 Hundertstel Rückstand auf Pallitsch hatte.
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„Mein Rennplan war anders als in Apeldoorn, weil mit nur sieben Startern war klar dass es eher ein langgezogenes Feld und weniger Drängerei geben wird, darum war Position 2 oder 3 optimal. Die letzten 400 Meter wollte ich dann von vorne laufen, dass Jakob noch kommt, war zu erwarten. Ich habe mit ihm noch einmal mitbeschleunigt, weil so konnte auch keiner an uns beiden vorbei. Auf der Zielgerade habe ich auf die Videowall geschaut und gesehen, dass der Abstand immer größer wird. Die Anderen waren mental gebrochen, weil das Loch schon aufgegangen war. Jetzt im WM-Finale zu stehen ist der Wahnsinn, das ist verrückt. Alles besser als Neunter ist eine Zugabe, ich habe nichts zu verlieren, mit der Lockerheit gehe ich auch rein. Auf einen Top-10-Platz bei einer WM bin ich schon jetzt sehr stolz, egal was noch kommt.“
Das Finale der Top 9 findet am Sonntag um 13:15 Uhr (MESZ) statt. Dort trifft der 35-Jährige u.a. auf den Briten Neil Gourley und Ingebrigtsen. Für das Finale hatten sich ausschließlich Athleten aus Europa und den USA qualifiziert.
Österreichs zweite Vertreterin
Österreichs zweite Vertreterin bei dieser WM, Caroline Bredlinger, verpasste hingegen über die 800 Meter die zweite Runde. Sie belegte in ihrem Vorlauf nach 2:03,78 Minuten Platz 5 – eine Top-3-Platzierung wäre Voraussetzung für den Aufstieg in das Semifinale gewesen.
Ergebnis: WM-Vorlauf 1.500 Meter
| Pl. | Name | Nat. | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Jakob INGEBRIGTSEN | NOR | 3:39.80 |
| 2 | Raphael PALLITSCH | AUT | 3:40.08 |
| 3 | Andrew COSCORAN | IRL | 3:40.79 |
| 4 | Joao BUSSOTTI NEVES | ITA | 3:40.92 |
| 5 | Foster MALLECK | CAN | 3:42.55 |
| 6 | Seyedamir ZAMANPOUR | IRI | 3:43.37 |
| 7 | Aarón Alexander HERNÁNDEZ BOLAÑOS | ESA | 3:57.77 |

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