Beim Penn Classic in Philadelphia wurde am Freitag eine Marke verschoben, die jahrelang unbeachtet im Statistikarchiv lag. Vier US-Athleten verwandelten ein selten gelaufenes Staffelrennen in ein echtes Spektakel und sorgten ür einen neuen Weltrekord über 4x800 Meter auf der Kurzbahn.
Clay Pender, Luke Houser, Luciano Fiore und Sean Dolan liefen gemeinsam 7:10.29 Minuten und unterboten damit die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2018 um satte 1,01 Sekunden. Ein Rekord mit Ansage, aber ohne Überheblichkeit.
Der Weg zum Rekord
Der Startschuss fiel alles andere als eindeutig. Die Heimmannschaft der University of Pennsylvania setzte gleich ein Ausrufezeichen. Joseph Socarras brachte sein Team nach dem ersten Abschnitt in 1:49.06 Minuten an die Spitze. Pender folgte dicht dahinter mit 1:49.69, kein Drama, aber auch kein Spaziergang.
Dann übernahm Luke Houser das Kommando. Der WM-Dritte über 1500 Meter zeigte, warum er international gefürchtet ist. Mit einer 1:47.47 holte er die Führung zurück und verschaffte dem US-Quartett erstmals Luft. Zwei Sekunden Vorsprung, plötzlich roch die Halle nach Rekord. Luciano Fiore machte genau dort weiter. Seine 1:47.35 wirkte kontrolliert, fast beiläufig, doch der Abstand wuchs weiter. Als Sean Dolan den Staffelstab übernahm, betrug der Vorsprung bereits sechs Sekunden.
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Dolan, NACAC-U23-Silbermedaillengewinner, machte keine Gefangenen. Mit einer furiosen 1:45.79 auf der Schlussrunde baute er den Vorsprung auf zwölf Sekunden aus und brachte den Weltrekord sicher ins Ziel.
Madrid kontert mit europäischer Bestmarke
Während in den USA gefeiert wurde, lieferte Madrid beim Madrid World Indoor Tour Gold Meeting die nächste große Geschichte. Mohamed Attaoui sorgte dort für Gänsehaut und brach den europäischen Rekord über 1000 Meter auf der Kurzbahn.
Mit 2:14.52 Minuten blieb der Spanier nur 0,32 Sekunden über dem Weltrekord von Ayanleh Souleiman, doch er löschte eine fast 25 Jahre alte europäische Marke von Wilson Kipketer aus den Büchern.
Ein Rennen am Limit
Perfekt unterstützt von Tempomacher Filip Ostrowski ging Attaoui die Sache mutig an. 26.75 Sekunden nach der ersten Runde, 53.22 bei 400 Metern. Bis 800 Meter in 1:47.58 war der Weltrekord greifbar nah, nur 0,03 Sekunden fehlten zum Idealtempo.
Auf der Schlussrunde fehlte dann der letzte Tick Beschleunigung. Attaoui kämpfte, das Publikum trug ihn, doch die Uhr stoppte bei 2:14.52. Mariano García und Adrián Ben folgten in 2:16.40 und 2:16.80.
„Ich bereue es, den Rekordversuch angekündigt zu haben, weil ich sehr nervös war. Aber ohne das wäre ich nicht vor ausverkauftem Haus gelaufen. Sie haben mich die ganze Zeit getragen. Ich habe den Weltrekord verpasst, bin aber mit meiner Leistung und dem Europarekord zufrieden.“

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