Maria Alm bebte – und zwar im Takt von schnellen Füßen, lauten Jubelrufen und donnernden Applauswellen.
Der Hochkönigman 2025 katapultierte sich zum zehnjährigen Jubiläum endgültig in die Champions League der Trailrunning-Events. Mit 1.979 Teilnehmern aus 43 Nationen wurde nicht nur ein neuer Rekord geknackt, sondern auch das Hochkönigmassiv in ein internationales Laufmekka verwandelt.
Dabei glich das verlängerte Wochenende einem perfekt geschnürten Festpaket: voller Emotionen, sportlicher Höchstleistungen und – typisch Salzburger Schmäh – einer Prise Humor. „Sieger geben niemals auf“ war nicht nur das Motto, sondern gelebte Wahrheit auf allen Distanzen des Hochkönigman.
Von Kabarett bis Kids: Auftakt mit Esprit
Den Auftakt gab kein Geringerer als Gery Seidl, der am Mittwochabend im Eventzelt den Takt vorgab – nicht in Laufschuhen, sondern mit Pointen. Die Kabarettbühne verwandelte sich in ein lautes Lachenmeer. Tags darauf heizten die "HotSaxClub" Ladies aus Berlin beim Business Trail musikalisch ein, bevor sich Firmenstaffeln wie Kanzlei Kainz Nordic in 46:12 Minuten und Physiotherapie Brandtner - Youngstars in 1:03:19h über 3,6 km mit 120+ Höhenmetern in die Siegerlisten eintrugen.

Doch bevor die Stars von morgen beim Kids Trail Gas gaben, rauschten die Downhill-Enthusiasten den Natrun in 2,6 km und 370 Hm- abwärts hinunter. Schnellster Muskelverhetzer: Marco Hofstätter in sagenhaften 07:37 Minuten. Bei den Damen dominierte Lisa Loderbauer mit 11:08 Minuten. Der Clou: Zum ersten Mal wurde hier die Österreichische Meisterschaft im Downhill ausgetragen – mit Hofstätter und Loderbauer als neuen Titelträgern.
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Skyrunning-Weltelite trifft Hochkönig-Zauber
Mit der bombastischen Eröffnungsshow am Freitagabend begann der sportliche Teil des Hochkönigman. Trommeln, Flaggen, Breakdance und eine Bühne, die gleichzeitig das Ziel aller Bewerbe markierte. Es war angerichtet für das nächtliche Abenteuer: Um Punkt 23:59 Uhr wurden die Endurance-Läufer in die 84,2 Kilometer und 5.030 Höhenmeter entlassen.
Der Hochkönigman ist übrigens Österreichs einziger Austragungsort der Skyrunner World Series – ein Ritterschlag. Und so war nicht nur die Prominenz der internationalen Trail-Szene da, sondern auch ein Wettergott, der mit Sonne und 28 Grad für perfekte Bedingungen sorgte.

Tag 2: Brennende Waden, kühle Köpfe
Der Samstag glich einem Trail-Feuerwerk: Marathon Trail, K3 Panorama Trail, Speed Trail, Easy Trail und das spektakuläre Skyrace standen auf dem Programm. Beim Endurance Trail holte sich Florian Grasel seinen vierten Sieg in 10:24:29h. Gerald Fister (10:44:21h) und Bernd Kriechmair (10:56:24h) machten das rot-weiß-rote Podium komplett. Bei den Damen triumphierte Lada Stalzerova (11:27:31h) vor Chrissi Steurer und Michaela Jilg.
Der B´jaks Marathon Trail über 49 km sah mit Dimitri Chapelle (05:07:52h) einen französischen Sieger, während Lisa Madlener (06:29:47h) bei den Damen jubelte. Der neue K3 Panorama Trail begeisterte nicht nur landschaftlich, sondern auch sportlich: Benjamin Klein gewann in 03:26:06h, bei den Frauen führte Sabine Wallner (03:58:14h) das Feld an.
Skyrace: Wenn es nur noch bergauf (und runter) geht

Beim Highlight der Skyrunner World Series verlangte der steile Kurs über 32 km und 2.600+ alles ab. Sieger bei den Herren wurde Martin Nilsson (03:27:00h) vor den Italienern Gianluca Ghiano und Daniel Antonioli. Bei den Damen schnappte sich Lucille Germain den Sieg in 04:01:21h. Gleichzeitig wurden auch die Österreichischen Meisterschaften im Skyrace ausgetragen – mit Isabell Speer (04:28:47h) und Paul Krondorfer (04:00:02h) als frisch gebackene Meister.
Speed, Nachwuchs und jede Menge Zukunft
Auf dem Speed Trail qualifizierte sich der Trailnachwuchs für die kommende WM. Die Schnellsten in ihren Altersklassen: Simon Pabinger (U15/16), Magdalena Burgschwaiger (U17/18) und Maximilian Meusburger (U19/20), der mit 1:33:17h sogar Gesamtzweiter wurde. Den Gesamtsieg schnappte sich Dominik Hohenleitner (1:32:30h). Bei den Damen dominierte Anna-Sophie Meusburger (1:51:45h).
Der gemütlichste Bewerb, der Uniqa Easy Trail, ging in 42:41 Minuten an Frederic Gabry und in 50:56 Minuten an Marina Wierz – ein gelungener Abschluss für ein Wochenende, das Emotionen, Anstrengung und Euphorie in perfekter Balance bot.
Trommelschläge, Tränen und Tanz bis Mitternacht

Mit Pauken und Trommeln – im wahrsten Sinne – verabschiedete sich der Hochkönigman 2025. Die Showtruppe „Batala“ leitete die Siegerehrung im rappelvollen Zelt ein, ehe bei Hochkönigbuffet und Ö3-Disco nicht nur die Kehlen befeuchtet, sondern auch die Tanzbeine geschwungen wurden.
Und wie es sich für ein Jubiläum gehört, wurde auch der Blick nach vorne gerichtet: Von 5. bis 7. Juni 2026 steigt das 11. Hochkönig Trailrunningfestival – und die Vorfreude darauf ist jetzt schon gigantisch.
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