Der Auftakt ins große Wochenende des UTMB Mont-Blanc 2025 hätte kaum packender sein können.
Schon früh am Morgen rollte in Orsières der Startschuss für die OCC über 61 Kilometer und 3.400 Höhenmeter. Trotz eines neu ausgearbeiteten Kurses, bedingt durch drohende Wetterkapriolen, brannte die Atmosphäre wie ein prall gefülltes Stadion. Über 1.200 Läufer stellten sich der Herausforderung – und bekamen ein Rennen serviert, das an Spannung kaum zu überbieten war.
Jim Walmsley spielt die Trumpfkarte
Als Jim Walmsley auf der Meldeliste für die OCC auftauchte, rieben sich viele die Augen. Der Amerikaner, bekannt als Sieger des UTMB 2023, entschied sich kurzfristig für den kürzeren Kurs – und lieferte. In einer furiosen Vorstellung jagte er die Konkurrenz über die Trails nach Chamonix und stoppte die Uhr bei 5:00:35. Gerade einmal 20 Sekunden später rauschte Cristian Minoggio ins Ziel, während Andrzej Witek mit 3:33 Rückstand den dritten Rang erkämpfte. Ein Fotofinish in den Alpen, das den Auftakt der Finals würdig machte.
Joyline Chepngeno lässt es krachen
Bei den Damen stand alles im Zeichen von Joyline Chepngeno. Die Kenianerin lieferte sich ein beinhartes Duell mit Titelverteidigerin Miao Yao. Nach 5:34:03 überquerte Chepngeno triumphierend die Ziellinie in Chamonix – nur 70 Sekunden vor Yao. Judith Wyder aus der Schweiz komplettierte das Podium. Drei Athletinnen, die wie Boxerinnen Schlagabtausch für Schlagabtausch lieferten, bis am Ende Chepngeno die Arme hochreißen durfte.

Adaptive Athleten mit starker Präsenz
Doch der UTMB Mont-Blanc 2025 steht nicht nur für Podien und Bestzeiten. Das Team Adaptive zeigte eindrucksvoll, dass Laufleidenschaft keine Grenzen kennt. Mit dabei: Claire Verzaux, die ohne rechten Unterarm geboren wurde, Franck Derrien mit Asperger-Syndrom, Guillaume Pick, der gehörlos ist, und Pol Makuri Redolad Garcia, der mit Hemiparese antritt. Ihr Auftritt wurde von den Zuschauern gefeiert wie ein Sieg – und das völlig zu Recht.
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Sicherheit vor Spektakel
Die Organisatoren hatten in den Tagen vor dem Start ein wachsames Auge auf die Wetterkarten. Am 27. August fiel die Entscheidung: Startzeit verschieben, Strecke ändern. Technischer Direktor Baptiste Lassenssion betonte: „Die Sicherheit der Läufer und aller Beteiligten hat oberste Priorität. Wir wollten ein hohes Maß an Sicherheit garantieren, ohne den Charakter des OCC zu verlieren.“ Gesagt, getan – und so blieb der Kurs trotz Anpassungen fordernd und authentisch.

Die Ergebnisse im Überblick
Top 3 Frauen:
1. Joyline Chepngeno (KEN) – 5:34:03
2. Miao Yao (CHN) – 5:35:13
3. Judith Wyder (SUI) – 5:38:22
Top 3 Männer:
1. Jim Walmsley (USA) – 5:00:35
2. Cristian Minoggio (ITA) – 5:00:55
3. Andrzej Witek (POL) – 5:04:08
Das große Finale steht bevor
Wer dachte, der OCC wäre das Highlight, der irrt: Schon morgen geht es weiter mit den Giganten der UTMB Mont-Blanc 2025. Die CCC (100K) startet um 9:00 Uhr in Courmayeur, der UTMB (100 Meilen!) um 17:45 Uhr in Chamonix. Beide Rennen führen über legendäre Trails und verbinden Frankreich, Italien und die Schweiz – ein dreifacher Grenzgang, der jeden Trailrunner in den Bann zieht. Wer Walmsleys Raketenlauf oder Chepngenos Triumph gesehen hat, weiß: Auch die kommenden Tage werden pures Hochgebirge voller Emotionen.
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