Wenn beim UTMB Mont-Blanc der Startschuss fällt, sieht der Zuschauer nur Läufer, Berge und jubelnde Fans.
Doch was im Hintergrund abgeht, ist fast genauso spektakulär wie die Rennen selbst. Denn dieses Trailrunning-Festival quer durch Frankreich, Italien und die Schweiz ist nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern ein logistisches Kunststück mit Humor-Potenzial.
Ein Marathon hinter den Kulissen
8 Rennen, 10.000 Läufer, drei Länder – und dazu hunderte Kilometer, die markiert werden müssen. Für Außenstehende mag das nach Abenteuer klingen, für die 2.600 Freiwilligen, 20 Logistik-Profis und über 24 Umwelt-Botschafter bedeutet es: Schuften, planen, improvisieren. Mit dabei: Käse, Risotto, Focaccia und jede Menge gute Laune. Am Ende entsteht eine Woche, die wie ein Volksfest in Trailrunning-Schuhen wirkt.
Die Lebensadern: Verpflegungsstationen
Ohne die Verpflegungsstationen wäre der UTMB Mont-Blanc ein Spaziergang ins Verderben. Mehr als 40 Stück gibt es insgesamt, davon 14 allein beim großen Hauptlauf. Manche bieten nur Wasser an, andere locken mit einem Buffet, das so mancher Italiener „Mamma mia!“ rufen lassen würde. 195 Kilo Beaufort-Käse, 70 Kilo Focaccia und 2.000 Savoyer Würste warten darauf, die Batterien der Läufer wieder aufzuladen. Da kann man glatt vergessen, dass man eigentlich läuft und nicht picknickt.
Die Organisation ist ein Meisterwerk: Zwei Wochen lang wird aufgebaut, geschleppt, nachgefüllt. Manche Stationen sind so abgelegen, dass allein der Antransport einer Focaccia fast so kompliziert ist wie eine Expedition zum Everest. Doch das Ergebnis lässt sich schmecken – wortwörtlich.
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Nachhaltigkeit mit Biss
Beim UTMB Mont-Blanc denkt man nicht nur an Läufer, sondern auch an Natur und Umwelt. 80 Prozent der Produkte stammen direkt aus der Region: Tomme de Savoie, Risotto aus dem Aostatal, italienische Spezialitäten. Seit Kurzem gibt es sogar zwei komplett vegetarische Stationen. Und mit dem Partner LESSEAU setzt das Event 2025 auf 100 Prozent biologisch abbaubare Seifen – weil selbst schweißnasse Läufer sauber bleiben dürfen.
Auch Plastik hat hier kaum eine Chance. Jeder Läufer bringt seine eigenen Utensilien mit – damit spart man 90.000 Einwegteile. Softdrinks werden direkt vor Ort gemischt, was 11.000 Colaflaschen und 13.000 Wasserflaschen einspart. Insgesamt landen so 1.604 Kilo Plastik gar nicht erst in den Bergen. Trailrunning trifft Öko-Revolution – und das ohne erhobenen Zeigefinger.

Schilder, Schilder, Schilder
Damit keiner in der Alpenwildnis falsch abbiegt oder beim Kühe-Schubsen erwischt wird, sorgen 24 Umwelt-Botschafter für klare Orientierung. Sie marschieren 1.700 Kilometer mit 114.000 Höhenmetern, um über 50 Schilder und Markierungen zu setzen. Darauf steht unter anderem: „Gatter zu!“, „Stöcke weg in sensiblen Zonen!“ und „Keine Abkürzungen!“. Nach den Rennen packen sie alles wieder ein, als wäre nichts gewesen. Wer diese Freiwilligen trifft, sollte ihnen ruhig mal einen Extra-Applaus schenken – oder zumindest ein Stück Focaccia.
Das große Ganze
Am Ende geht es beim UTMB Mont-Blanc nicht nur ums Laufen. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, die Läufer, Zuschauer, Fans und ganze Dörfer zusammenbringt. Es geht darum, den Sport mit Natur, Tradition und einem Schuss Humor zu verbinden. Und während die einen durch die Nacht rennen, schuften andere im Hintergrund, damit dieses Abenteuer funktioniert. Am Ende bleibt ein Event, das mehr ist als ein Rennen – es ist ein Bergfestival, das in Erinnerung bleibt.
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