Die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee 2025 wurde zur großen Bühne für die heimische Triathlonelite – und zum Schauplatz eines spannungsgeladenen Rennens, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Vor einer imposanten Bergkulisse, bei Temperaturen bis zu 30 Grad und enthusiastischen Fans, schrieb Tjebbe Kaindl Triathlon-Geschichte: Er gewann ausgerechnet bei seinem allerersten Start auf der Mitteldistanz – und das vor Heimpublikum. Die Hitze, die Belastung, der Druck: All das konnte den Tiroler nicht stoppen.
Mit einem fulminanten Auftritt im Wasser eröffnete der junge Lokalmatador das Rennen. Nach nur 24:15 Minuten entstieg Kaindl dem Walchsee als Schnellster. Nur Sekunden dahinter: Olympiamedaillengewinner Jonathan Brownlee und der Oberösterreicher Rafael Lukatsch. Die ersten sieben Athleten lagen innerhalb von nur 18 Sekunden – ein enges Rennen zeichnete sich bereits früh ab.
Kaindl trotzt Hitze, Druck und Bolbat
Was dann folgte, war ein mitreißendes Kräftemessen auf dem Rad: Nach einem kleinen technischen Problem musste Kaindl kurzzeitig die Führung an den Australier Kurt McDonald abgeben, doch der Tiroler kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Kaindl und McDonald lieferten sich über 90 Kilometer ein faires, aber intensives Duell – stets im erlaubten Abstand, immer in Schlagdistanz.
Doch es sollte nicht bei einem Zweikampf bleiben: Im Halbmarathon stieg die Spannung nochmals dramatisch an. Während Kaindl und McDonald in den ersten drei Runden fast synchron über die Strecke flogen, pirschte sich Marcel Bolbat von hinten heran. In der finalen Schleife dann der entscheidende Moment: Kaindl zog an, ließ McDonald zurück – und spürte plötzlich Bolbat im Nacken.
„Ich habe meinen Namen tausendmal gehört, das hat mich getragen. Bei der Hitze musste ich mir meine Kräfte einteilen – aber in der letzten Runde, als Bolbat aufschloss, wusste ich: Jetzt muss ich alles geben.“, erklärte Kaindl nach seinem Coup. Mit einer Zeit von 3:46:19 krönte sich der Tiroler zum Sieger der Challenge Kaiserwinkl-Walchsee, Bolbat folgte nur 40 Sekunden später, McDonald komplettierte das Podium zehn Sekunden dahinter.
Feuersinger kämpft sich bei den Damen aufs Podium
Auch das Rennen der Frauen bot alles, was Triathlonfans lieben: Dramatik, Tempowechsel, Überraschungen. Therese Feuersinger dominierte zunächst nach Belieben. Die Tirolerin setzte im Wasser ein fettes Ausrufezeichen: 24:13 Minuten – schneller als alle Männer! Mit beinahe vier Minuten Vorsprung auf Laura Jansen wechselte sie aufs Rad, wo sie den Abstand sogar noch vergrößerte.
Doch beim Laufen kippte das Blatt: Die deutsche Athletin holte Runde für Runde auf, der Rückstand schmolz in der Hitze dahin. Zu Beginn der letzten Runde dann der Führungswechsel – und am Ende ein verdienter Sieg für Jansen in 4:15:15.
„Ich wollte es heute unbedingt und alles hat perfekt funktioniert“, so Jansen im Ziel. „Es war richtig heiß auf der Laufstrecke und ich war so dankbar für alle Helfer, die Wasser verteilt haben!“ Feuersinger rettete in 4:17:05 den zweiten Platz vor Julie Iemmolo, die sich Platz drei in einem packenden Duell mit Johanna Ahrens sicherte.
"Lässt mein Herz höher schlagen"
Die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee war nicht nur sportlich ein Hochgenuss. Mit ausverkauften Bewerben, starker heimischer Beteiligung und hochklassigen Leistungen bei den Staatsmeisterschaften sowie im Nachwuchsbereich sorgte das Event für ein kräftiges Ausrufezeichen im Triathlonkalender.
ÖTRV-Vizepräsident Julius Skamen fasste seine Eindrücke begeistert zusammen: „Mit dem Sieg von Kaindl und dem 2. Platz von Feuersinger, sowie den tollen Leistungen bei den Meisterschaften – das lässt mein Herz höher schlagen!“

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