Der Startschuss zur 18. Marmotta Trophy ließ die Alpen erzittern.
Mit einer beeindruckenden Vorstellung sicherten sich Johanna Hiemer und Paul Verbnjak den ersten österreichischen Sieg im Mixed-Staffel-Weltcup und setzten ein kräftiges Ausrufezeichen in der Skibergsteiger-Szene. Die 18. Marmotta Trophy begann damit gleich mit einem Paukenschlag.
Vier Wochen nach Olympia: Revanche auf Schnee
Nur einen Monat nach den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 bot das Martelltal die Bühne für die Fortsetzung des Skibergsteigen-Weltcups. Athleten, die noch kürzlich um olympische Medaillen gekämpft hatten, waren erneut am Start. Darunter auch Johanna Hiemer und Paul Verbnjak, die bei Olympia in Bormio Platz sechs belegt hatten. Nun, bei der 18. Marmotta Trophy, gelang ihnen die Revanche: Mit einem perfekten Start-Ziel-Sieg im Biathlonzentrum Grogg holten sie sich die Goldmedaille der Mixed-Staffel.

Die Staffel begann eng. Bei der ersten Übergabe lagen Hiemer und Alba De Silvestro noch gleichauf mit ihren Partnern. Doch schon beim zweiten Wechsel zeigte Verbnjak seine Klasse: Er hatte sechs Sekunden Vorsprung auf den Spanier Oriol Cardona Coll herausgeholt, der zuvor Michele Boscacci überholt hatte. Als Hiemer zum letzten Mal an Verbnjak übergab, betrug der Vorsprung bereits 22 Sekunden. Auf der finalen Runde baute Verbnjak diesen noch um vier Sekunden aus, sodass Österreich die 18. Marmotta Trophy mit einer Gesamtzeit von 35.42 Minuten für sich entschied.
Premierenfreude und olympische Wiedergutmachung
Johanna Hiemer zeigte sich überwältigt: „Dieser Sieg kommt schon ein wenig überraschend. Deshalb war es auch richtig emotional für mich, als ich realisiert habe, dass Platz eins möglich ist. Während des Wettkampfs habe ich mich richtig gut gefühlt und es auch richtig genossen. Heute bin ich schon ein bisschen stolz auf uns.“

Paul Verbnjak fügte hinzu: „Die letzten Wochen nach Olympia waren nicht einfach, weil wir unser großes Saisonziel verpasst haben. Heute wusste ich, dass ich richtig schnelle Konkurrenten hinter mir habe. Deshalb war mein Motto einfach alles zu geben und aus mir herauszuholen. Dass wir gewinnen können – daran habe ich ehrlich gesagt erst gedacht, als ich über der Ziellinie war.“
Italienische Freude und spanische Strafen
Auf Rang zwei landeten Alba De Silvestro und Michele Boscacci. Die Spanier erhielten erneut eine Zeitstrafe, die den Italienern den Vorteil brachte. Die Bronzemedaillengewinner von Mailand Cortina 2026, Ana Alonso Rodriguez und Oriol Cardona Coll, mussten sich mit Platz drei begnügen.
De Silvestro kommentierte: „Mir steckt die Pierra Menta noch in den Beinen. Das habe ich heute auch gemerkt und darum bin ich froh, dass ich morgen den Sprint auslasse. Mit Rang zwei bin ich sehr zufrieden. Es war nicht fein, in der Abfahrt neuerlich auf dem Hintern zu landen. Bis auf einen Blauen ist aber nichts passiert. Und auf der Schlussrunde hat Michele Boscacci dann die Kastanien aus dem Feuer geholt.“

Boscacci ergänzte: „Auch ich bin mit Rang zwei zufrieden, auch wenn wir von einer Strafe der Spanier profitieren. Hier in Martell bin ich immer sehr gerne. Das Organisationskomitee macht einen hervorragenden Job und auch die Biathlonanlage eignet sich perfekt, um diese neuen Formate durchzuführen.“
Spannung auch am Sonntag
Die 18. Marmotta Trophy endet am Sonntag mit den Sprints. Die Damen starten um 9.55 Uhr in die Qualifikation, die Männer 25 Minuten später. Das Finale der Frauen beginnt um 12.23 Uhr, danach kämpfen die Männer um die letzten Weltcuppunkte. Eintritt frei für alle Interessierten.
Endstand Mixed Staffel
1. Österreich – Johanna Hiemer/Paul Verbnjak 35.42 Minuten
2. Italien – Alba De Silvestro/Michele Boscacci 36.08 Minuten
3. Spanien – Ana Alonso Rodriguez/Oriol Cardona Coll 36.09 Minuten
4. Schweiz – Caroline Ulrich/Robin Bussard 36.20 Minuten
5. Deutschland – Tatjana Paller/Finn Hösch 36.21 Minuten
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