Rennsteiglauf
Rennsteiglauf, Foto: © Rennsteiglauf GmbH, Kevin Voigt
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Rennsteiglauf 2025: Der Wahnsinn auf dem Waldweg tobt wieder!

Wer dachte, der GutsMuths-Rennsteiglauf hätte nach über fünf Jahrzehnten seinen Zenit erreicht, der wird im Mai 2025 eines Besseren belehrt.

Mit schweißtreibenden 17.898 Anmeldungen für den traditionsreichen Trail durch den Thüringer Wald brennt der Rennsteig wieder lichterloh – und das schon vor dem ersten Startschuss!

„Ein Zuwachs von rund 1.000 Teilnehmern im Vergleich zum vergangenen Jahr“, freut sich Jürgen Lange, Präsident des Rennsteiglaufvereins. Und weil man am Rennsteig Tradition großschreibt, wird nicht einfach gelaufen – hier wird gefeiert, gestolpert, gejubelt und gerannt, was das Zeug hält.

Halbmarathon und Supermarathon: Wo der Spaß aufhört und das Leiden beginnt

Fast die Hälfte der wagemutigen Sportler stürzt sich beim Halbmarathon und Nordic Walking in Oberhof ins Abenteuer. Wer lieber auf Wanderschaft geht, darf sich mit rund 3.000 Gleichgesinnten aus der Ortsmitte auf den Weg machen – ein Plus von 450 gegenüber dem Vorjahr. Offenbar hat das Wandern wieder Wandlungspotenzial!

Auch der TEAG-Halbmarathon (+360) und der INTERSPORT-Marathon (+260) erfreuen sich steigender Beliebtheit. Und dann gibt es da noch den legendären LOTTO Thüringen Supermarathon. 73,9 Kilometer purer Waldwahnsinn von Eisenach nach Schmiedefeld. Fast 2.000 Läufer haben sich dafür angemeldet – eine Marke, die nur noch ein Wimpernschlag von der magischen 2.000 entfernt ist.

„Ideales Laufwetter“ prognostiziert Christopher Gellert, seines Zeichens Organisationschef, mit einem Grinsen. 15 Grad, trocken – quasi Gottes Geschenk an die Langstrecke. „Da könnten auch einige Streckenrekorde wackeln.“ Und wer soll sie wackeln lassen?

Wenn Legenden zurückkehren: Daniela Oemus greift an

Daniela Oemus, die Frau, die 2016 den Supermarathon in 5:50:22 Stunden gerockt hat, ist zurück – nach Jahren der Abstinenz. Jetzt will sie nicht nur wieder mitmischen, sondern den Hattrick von Kristin Hempel verhindern, die den Lauf zuletzt zweimal hintereinander gewann. „Ich laufe mein Rennen und schreibe meinen Zeitplan für eine neue Bestzeit von 6:05 Stunden wieder auf den Unterarm“, kündigt Hempel entspannt an. Klingt, als wäre sie bereit für alles – sogar für Oemus.

Bei den Herren sorgt Marcel Bräutigam für Spannung. Der Polizist in Laufschuhen will den Titel für seinen Verein verteidigen. Doch Vorsicht: Da lauert der dreifache Sieger Frank Merrbach aus Friedrichroda und auch Vereinskollege Marcel König hat Blut geleckt. König kam im Vorjahr auf Rang vier und verfehlte in Leipzig das Podium nur um Haaresbreite. Zeiten wie 2:31:32 lassen jedenfalls vermuten: Der Mann ist heiß!

Wo sind die Vorjahressieger?

Manch einer lässt sich Zeit mit der Anmeldung. So zum Beispiel der Rennsteigmarathon-Vorjahressieger vom SV Sömmerda, der 2024 in 2:42:30 Stunden triumphierte. Doch er hat versprochen, wieder anzugreifen. Dafür ist Eric Breitbarth aus Berlin wieder mit von der Partie – genau wie Steffen Justus, der 2019 den Supermarathon gewann und nun auf der Marathondistanz unterwegs sein wird.

Bei den Frauen tritt Anne Barber aus Berlin als Titelverteidigerin an. Katja Voigtmann aus Ichtershausen will ebenfalls ein Wörtchen mitreden, während die Halbmarathon-Dritte von 2024, Ilka Wienstroth, dieses Jahr mutig auf die Marathondistanz wechselt.

Premiere mit Olympiaglanz: Laura Hottenrott kommt

Ein Highlight wird der erste Auftritt von Laura Hottenrott sein. Die deutsche Olympiateilnehmerin und Berglaufexpertin vom PSV Grün Weiß Kassel gilt als Topfavoritin – zurecht, sagen selbst die alten Hasen. „Schade, ich hätte mich auf das Duell der erfahrenen Hessin mit ihrer Landsfrau Laura Hottenrott gefreut“, meint Jürgen Lange in Bezug auf die verletzte Nadine Hübel, die diesmal nicht starten kann.

Bei den Männern ist Roman Freitag aus Erfurt wieder heißer Anwärter auf den Halbmarathonsieg. Der 23-Jährige muss sich gegen Maximilian Sluka, Florian Bochert und Tim Koritz durchsetzen – ein Duell, das Fans der Kategorie „bissig“ in heller Vorfreude versetzt.

50 Mal Wahnsinn: Nadler, Minister und Schnee aus der Halle

Und weil kein Rennsteiglauf ohne Anekdoten geht: Wolfgang Nadler steht zum 50. Mal am Start des Supermarathons. Mit dabei: Rennsteigurgestein Hans-Georg Kremer, Ministerpräsident Mario Voigt und Bundesumweltminister Carsten Schneider – alle unter den Wanderern. Schneespaß gibt’s übrigens auch: Oberhofer Sportler wollen mit Hallenschnee die Strecke bei „Plänckners Aussicht“ verzaubern. Warum auch nicht?

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Axel Teichmann schwingt sich wieder aufs Führungsrad, während über 1.600 ehrenamtliche Helfer dafür sorgen, dass der GutsMuths-Rennsteiglauf nicht nur der größte Crosslauf Europas ist, sondern auch der herzlichste.

Der Countdown läuft. Der Rennsteig ruft. Und diesmal kommt fast ganz Deutschland.

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