Der 52. GutsMuths-Rennsteiglauf hat wieder einmal gezeigt, warum er zu den Kultläufen Deutschlands zählt.
Packende Duelle, emotionale Zieleinläufe und eine gehörige Portion Höhenmeter-Glückseligkeit. Unter tosendem Applaus holten sich Roman Freitag und Laura Hottenrott die oberste Stufe des Halbmarathon-Siegerpodests – und das auf ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Weise.
Freitag zum Vierten – König des Rennsteigs
Roman Freitag vom LAC Erfurt ist derzeit auf dem Rennsteig kaum zu schlagen. Der 23-Jährige gewann zum vierten Mal in Folge und wirkte beim Überqueren der Ziellinie in Schmiedefeld, als hätte er gerade erst warmgelaufen. „Nach einer zweimonatigen Verletzung ist die Form noch nicht ganz wieder da, umso mehr freue ich mich, dass es wieder mit dem Sieg geklappt hat“, sagte der Seriensieger mit einem Grinsen, das vermutlich bis Oberhof reichte. Seine Zeit von 1:13:00 Stunden lag nur knapp über seiner Vorjahresmarke – ein klares Statement an die Konkurrenz.
Doch die machte es ihm nicht leicht. Jan Friedrich Doerks, Skisportler aus Oberhof und quasi Rennsteiglauf-Urgestein (seit dem 5. Lebensjahr dabei!), lieferte ein beherztes Rennen. Der 25-Jährige vom SWV Goldlauter kam nur 27 Sekunden hinter Freitag ins Ziel und feierte beim Halbmarathon sein erstes Podium. „Ich bin super zufrieden – das war ein richtig geiles Rennen!“
Der dritte Platz ging an den Bielefelder Florian Bochert, der mit seiner Zeit von 1:13:42 Stunden erneut seine Klasse unter Beweis stellte. Sein dritter Podiumsplatz bei seinem zehnten Start war mehr als verdient. Nach seinem Triumph beim Hermannslauf wollte er eigentlich „nur die Stimmung genießen“ – am Ende sprang trotzdem Edelmetall heraus.
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Ein packendes Rennen lieferte auch der Gothaer Maximilian Sluka bei seiner Rennsteiglauf-Premiere. Gemeinsam mit dem Allgäuer Simon Pulfer überquerte er die Ziellinie in 1:14:38 Stunden – zeitgleich, punktgenau, Platz fünf.
Hottenrott dominiert Debüt – Trail statt Tartan
Premiere geglückt, Favoritenrolle erfüllt: Laura Hottenrott vom PSV Grün-Weiß Kassel entschied den GutsMuths-Rennsteiglauf bei den Frauen für sich – und das bei ihrem allerersten Start. Die 33-jährige Marathonläuferin und Olympiateilnehmerin setzte sich souverän mit 1:24:40 Stunden durch. „Ich wollte schon immer mal beim Rennsteiglauf starten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, nach der Straßenlaufsaison mal wieder die Trailschuhe anzuziehen“, sagte sie mit einem Lächeln, das selbst die dichten Thüringer Wälder erhellte.
Der zweite Platz ging überraschend an die junge Schweizerin Nadin Wälti. Gerade einmal 17 Jahre alt, zeigte sie auf dem anspruchsvollen Kurs keinerlei Respekt vor der großen Bühne. Schon in ihrer Heimat sammelte sie Erfolge bei Höhenmeterschlachten wie dem Inferno Marathon – der Rennsteiglauf fühlte sich da fast wie ein Schultag an.
Alexandra Otto aus Schönbrunn, die bis Kilometer 7 das Rennen anführte, komplettierte das Podium. In 1:28:28 Stunden feierte die 22-jährige Studentin ihren ersten Podestplatz beim GutsMuths-Rennsteiglauf, nachdem sie in den letzten Jahren zweimal knapp danebenlag. „Ich wusste, dass ich am Berg stark bin, aber die Schweizerin war einfach nicht zu halten“, erklärte sie sportlich fair im Ziel. Otto, die aktuell in Alaska Politikwissenschaft studiert, verbindet Studium, Skilauf und Leichtathletik wie kaum eine andere.
Auf Rang vier lief mit Katherine Sauerbrey eine echte Olympiasilbermedaillengewinnerin ins Ziel. Die Langlaufheldin vom SC Steinbach Hallenberg kam nach 1:30:10 Stunden ins Ziel – der Applaus war ihr sicher.
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