Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Beate Schrott (Union St. Pölten) sorgte für die Sensation des Tages bei den Österreichischen Leichtathletik Hallen-Staatsmeisterschaften präsentiert von headstart focus plus im Wiener Dusika Stadion.

Über 60m Hürden stürmte sie zur neuen ÖLV-Rekordzeit von 7,96 Sekunden. Zum ersten Mal knackte die Olympiafinalistin die begehrte 8-Sekunden-Marke. Ihr bisheriger Rekord lag seit 18. Februar 2012 bei 8,02 Sekunden. Mit der neuen Spitzenzeit, die sie bereits im Vorlauf erzielte, katapultierte sie sich an die vierte Stelle der aktuellen europäischen Bestenliste und Rang sechs der 2013er-Weltbestenliste. Ihre vorherige Saisonbestmarke lag bei 8,14 Sekunden.

„Heute habe ich mich auch selbst überrascht! Der Lauf war super, mir ist kein Fehler aufgefallen. Ich habe riskiert und gewusst, dass Wien eine schnelle Bahn ist. Das gibt mir total viel mit für die Freiluftsaison“, so Schrott. An ihrem Startverzicht für die Hallen-EM ändert diese Marke jedoch nichts: „Wir haben uns entschieden, die Hallensaison ruhiger anzugehen und nicht bei der EM zu starten, egal was bei den Staatsmeisterschaften passiert, und dabei bleibt es.“ Den Staatsmeistertitel sicherte sich Schrott im Endlauf mit 8,02 Sekunden vor U20-WM Teilnehmerin Eva Wimberger (ULC Linz Oberbank | 8,41 Sekunden) und Yvonne Zapfel (LT Burgenland Eisenstadt | 8,58 Sekunden).

EM-Team für Göteborg mit guten Auftritten
Das Geschehen bei den Staatsmeisterschaften bot zahlreiche weitere Höhepunkte und erfreuliche Auftritte des EM-Teams für Göteborg (Distelberger, Franzmair, Rapatz, Vojta, Weißhaidinger).

Andreas Vojta (team2012.at), der neue ÖLV-Rekordler über 1000 Meter, setzte sich in 3:47,15 Minuten klar durch. „Der Titel war das Ziel heute. Ganz frisch war ich natürlich noch nicht nach dem Rennen am Donnerstag. Wir sind in mittlerem Tempo gestartet. Mit einem schnellen Finish habe ich versucht, die EM-Läufe zu simulieren.“

Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ) siegte im Kugelstoß mit 19,28 Meter, erzielte seine zweitbeste Saisonleistung und überbot damit zum dritten Mal klar das EM-Limit für Göteborg. „Ich habe mich nicht richtig gut gefühlt und war etwas müde in den Beinen vom Training und von der Autofahrt. Das heißt, ich sollte für die EM noch etwas mehr draufhaben“, blickt der 21-jährige Oberösterreicher positiv voraus. Martin Gratzer (LAC Klagenfurt) kam auf 18,04 Meter und holte Silber. Den Kugelstoß der Frauen gewann Nicole Prenner (ATS Pinkafeld) mit 13,84 Meter vor den beiden U18-WM Qualifizierten Djeneba Toure (AT Graz | 13,65m) und Bettina Weber (SVS | 13,22m).

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Der 18-jährige Nikolaus Franzmair (ULC Linz Oberbank), Österreichs jüngster EM-Teilnehmer in Göteborg, feierte über 800 Meter seinen ersten Staatsmeistertitel in der Allgemeinen Klasse. In 1:51,66 Minuten gewann er vor Paralympics-Sieger Günther Matzinger (ÖTB Salzburg), der auf 1:53,55 Minuten kam. Nach halber Distanz setzte sich der junge Franzmair an die Spitze und tankte mit in einer tollen Schlussrunde Selbstvertrauen für die EM. „Ein großartiges Gefühl! 150 Meter vor dem Ziel habe ich richtig Gas gegeben. Jetzt fahre ich zuversichtlich zur EM. Alles, was in dieser Hallensaison noch kommt, ist eine Draufgabe“, so der Oberösterreicher.

Andreas Rapatz (VST Laas), der bei der Hallen-EM die 800 Meter laufen wird, trat in Wien über 400 Meter an und siegte in Saisonbestleistung von 48,05 Sekunden. „Die erste Runde war extrem schnell, eigentlich über meine Verhältnisse. Als nach 200 Meter Christian Smetana und Thomas Kain vor mir waren, habe ich gedacht: ‚Das wird hart!‘ Aber hinten raus war ich stark genug.“ Smetana (DSG Volksbank Wien) holte in 48,86 Sekunden Silber. Bronze ging an den 17-jährigen Dominik Stadlmann (KUS ÖBV Pro Team) in guten 49,43 Sekunden. Bei den Frauen gab es über diese Distanz die jüngste Staatsmeisterin des Tages. Die noch 16-jährige Susanne Walli (Zehnkampf Union) siegte in 56,41 Sekunden knapp vor Verena Menapace (DSG Volksbank Wien | 56,46).

Dominik Distelberger (UVB Purgstall) durfte mit seinem letzten Wettkampftest vor dem Hallen-EM Siebenkampf zufrieden sein. Über 60 Meter sprintete er in 6,90 Sekunden zu Silber hinter Überraschungsmann Marco Rangl (DSG Volksbank Wien), der mit 7,10 im Vorlauf gerade noch ins Finale gerutscht ist, dannn aber in 6,88 Sekunden Gold holte. Über 60m Hürden erzielte er neue Saisonbestleistung von 7,96 Sekunden im Vorlauf. Im Finale kämpfte er um den Titel mit, strauchelte aber an der letzten Hürde, wodurch er erst nach 8,78 Sekunden an siebter Stelle die Zeitnehmung auslöste. „Zum Glück ist das glimpflich und ohne Verletzung verlaufen, das ist das Wichtigste. Und die sonstigen Leistungen waren sehr gut.“ Als Sieger des 60m-Hürdensprints steigerte Manuel Prazak (SVS) die ÖLV-Jahresbestleistung auf 7,92 Sekunden und verteidigte seinen Titel vom Vorjahr. „Die Hallen-EM war mein großes Ziel, leider sind sich die 7,80 Sekunden nicht ausgegangen. Jetzt schaue ich, dass es im Freien wieder gut läuft“, sagte er.

Stabhochsprung mit Nachwuchslimits und U20-Rekord

Kira Grünberg (ATSV Innsbruck), die Vierte der U20-Weltmeisterschaften, überquerte bei ihren Stabhochsprungsieg mit 4,05 Meter auch das Limit für die U23-Europameisterschaften: „Das Limit war für heute mein Ziel, darum freut es mich sehr. Ich hatte nur eine kurze Hallensaison. Die U23-EM ist mein Hauptziel in diesem Jahr.“ Bei den Männern schaffte Felix Schmid-Schutti (Zehnkampf Union) zum ersten Mal die 5,00 Meter und erbrachte damit das Limit für die U20-EM – auch wenn er als Zehnkämpfer wohl nicht in dieser Einzeldisziplin antreten wird. Bei den Staatsmeisterschaften wurde er Dritter, hinter Lukas Wirth (ATSV Innsbruck) und dem neuen Staatsmeister Paul Kilbertus (ALC Wels), die beide 5,10 Meter überquerten. Wirth schaffte dabei neuen ÖLV U20-Rekord!

Mittel- und Langstrecken

Im 3000m-Lauf der Frauen freute sich Jennifer Wenth (SVS) über ein gelungenes Comeback auf der Wettkampfbühne. Nach verletzungsreicher Saison 2012 siegte sie in 9:35,19 Minuten vor Marathon-Olympiateilnehmerin und Berglauf-Weltmeisterin Andrea Mayr (SVS | 9:40,01). „Ich bin total zufrieden. Es ist sehr gut gelaufen. Die Zeit war das, was ich mir im besten Fall erhofft habe. Im Sommer werde ich die 5000 Meter erstmals angehen“, so die 21-jährige Niederösterreicherin, die seit Kurzem von Karl Sander trainiert wird. Andrea Mayr, die als Ärztin seit Herbst wieder voll im Berufsleben steht, hat sich nach guten Trainings etwas mehr erwartet: „Aber ich kann nicht einfach kürzer arbeiten, weil ein Rennen bevorsteht. So gesehen ist mein Lauf okay.“

Bei den Männern feierte Lukas Pallitsch (Laufimpuls Oggau) souverän seinen ersten Staatsmeistertitel in 8:23,77 Minuten vor David Schneider (LV Falsche Hasen | 8:29,06) und Christoph Sander (DSG Volksbank Wien | 8:30,73). „Als Favorit zu laufen ist nicht ganz einfach. Ich bin sehr froh, dass ich mein Tempo am Schluss wie geplant gut steigern konnte.“

Bei den Frauen über 800 Meter setzte sich im Finish Verena Menapace (DSG Volksbank Wien) mit persönlicher Hallenbestleistung von 2:07,87 Minuten knapp vor Pamela Märzendorfer (LCAV doubrava | 2:08,06 Minuten) durch. Erst auf der Zielgeraden schob sich Menapace an der bis dahin führenden Titelverteidigerin vorbei. „Ich habe mich sehr gut gefühlt, war nicht nervös. An den Sieg wollte ich vorher nicht denken. Toll, dass Pamela so stark angelaufen ist, sodass eine gute Zeit rausgekommen ist. Ich freue mich über beides – Titel und Zeit!“ Mit Gold über 800m, Silber über 400m und Gold in der 4x200m Staffel war Menapace eine der am meisten dekorierten Athletinnen des Tages. Die 1500 Meter der Frauen entschied Lisa Maria Leutner (team2012.at) in 4:36,35 Minuten klar und mit lockerem Schritt für sich. Für die 22-Jährige war es der zweite Staatsmeistertitel in der Allgemeinen Klasse - der erste lag bereits sieben Jahre zurück!

Jung und schnell über 200 Meter

Andreas Meyer (ULC Riverside Mödling) jubelte mit persönlicher 200m-Bestleistung von 21,94 Sekunden über seinen ersten Staatsmeistertitel: „Unglaublich, das kann man nicht beschreiben! Ich hätte nie gedacht, dass ich unter 22 Sekunden laufen kann“, so der 19-Jährige bei der Siegerehrung. Sehr stark auch der Zweitplatzierte Felix Schmid-Schutti (Zehnkampf Union), der mit 21,95 Sekunden ebenfalls seine Bestleistung deutlich steigern konnte. Bei den Frauen setzte sich Doris Röser (TS Lauterach) in Saisonbestleistung von 24,27 Sekunden vor Petra Urbankova (DSG Volksbank Wien) mit 24,72. Über 60 Meter war Urbankova mit 7,49 Sekunden jedoch nicht zu schlagen. Röser holte erneut mit Saisonbestleistung von 7,55 Silber.

Marina Kraushofer sechs Mal über sechs Meter

Im Weitsprung der Frauen gab es sechs Versuche über die 6-Meter-Marke – alle sechs von Marina Kraushofer (SVS)! Mit 6,14 Meter im dritten Durchgang erzielte sie ÖLV-Jahresbestleistung und konnte vor allem über ihre Konstanz zufrieden sein: „Eine solche Serie bin ich noch nie gesprungen!“ Rang zwei ging an Michaela Egger (Union Salzburg) mit 5,85 Meter. Sie hielt sich im Dreisprung schadlos und siegte mit 12,81 Meter: „Ich konnte wegen einer Oberschenkelverletzung zwei-drei Wochen nicht trainieren, daher bin ich zufrieden.“ Der Männer-
Dreisprung war eine souveräne Sache für Roman Schmied (Union Ebensee), der mit 15,25 Meter
seinen Titel verteidigte.

Zweimal Einzelgold für Manuel Leitner

Gleich zwei Goldene durfte Manuel Leitner (PSV Hornbach Wels) geehrt werden. Beide Male war es knapp. Im Weitsprung war er mit 7,16 Meter einen Zentimeter vor Manuel Göttlinger (ÖTB OÖ). Im Hochsprung setzte er sich 2,03 Meter durch. Josip Kopic (Zehnkampf Union) kam über die gleiche Höhe, aber erst im zweiten Versuch. Den Frauen-Hochsprung entschied Ekaterina Kuntsevich (DSG Volksbank Wien) mit 1,83 Meter für sich.


Österreichische Leichtathletik Hallen-Staatsmeisterschaften
präsentiert von headstart focus plus
Wien, 23. Februar 2013

Österreichische Leichtathletik Hallen-Staatsmeister 2013

Männer
60m: Marco Rangl (DSG Volksbank Wien) 6,88 sec
200m: Andreas Meyer (ULC Riverside Mödling) 21,94 sec (ÖLV JBL)
400m: Andreas Rapatz (VST Laas) 48,05 sec (ÖLV JBL)
800m: Nikolaus Franzmair (ULC Linz Oberbank) 1:51,66 min
1.500m: Andreas Vojta (team2012.at) 3:47,15min
3.000m: Lukas Pallitsch (L-Impuls Oggau) 8:23,77 min
60m Hürden: Manuel Prazak (SVS) 7,92 sec (ÖVL JBL)
Hochsprung: Manuel Leitner (PSV Hornbach Wels) 2,03m
Weitsprung: Manuel Leitner (PSV Hornbach Wels) 7,16 m
Stabhoch: Paul Kilbertus (ALC Wels) 5,10m (ÖLV JBL)
Dreisprung: Roman Schmid (Union Ebensee) 15,25m (ÖLV JBL)
Kugel: Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ) 19,28m
4x200m: ATSV OMV Auersthal (S. Krach, B. Krach, Kain, Mayr) 1:29,73min

Frauen
60m: Petra Urbankova (DSG Volksbank Wien) 7,49 sec
200m: Doris Röser (TS Lauterach) 24,27 sec (ÖLV JBL)
400m: Susanne Walli (Zehnkampf Union) 56,41sec (ÖLV JBL)
800m: Verena Menapace (DSG Volksbank Wien) 2:07,87 min (ÖLV JBL)
1.500m: Lisa Maria Leutner (team2012.at) 4:36,35min
3.000m: Jennifer Wenth (SVS) 9:35,19 min
60m Hürden: Beate Schrott (Union St. Pölten) 8,02 sec (Einlagelauf 7,96 ÖLV Rekord)
Hochsprung: Ekaterina Kuntsevich (DSG Volksbank Wien) 1,83m
Weitsprung: Marina Kraushofer (SVS) 6,14m (ÖLV JBL)
Stabhoch: Kira Grünberg (ATSV Innsbruck) 4,05m (ÖLV JBL, U23-EM Limit)
Dreisprung: Michaela Egger (Union Salzburg) 12,81m (ÖLV JBL)
Kugel: Nicole Prenner (ATS Pinkafeld) 13,84m (ÖLV JBL)
4x200m: DSG Volksbank Wien (Urbankova, Thoms, Chabrova, Menapace) 1:39,87

Quelle ÖLV


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