Mohamed Abdilaahi hat sich mit einem granzvollen Auftritt in die Annalen katapultiert.
26:56,58 Minuten stehen nun als neue nationale Bestmarke über die 10.000 Meter. Der alte Rekord von Dieter Baumann aus dem Jahr 1997 ist damit Vergangenheit. Und wie. Fast 25 Sekunden schneller. Das Laufmeeting "The Ten" in Kalifornien wurde so zur Show eines Mannes, der genau wusste, wann er zuschlagen muss.
Früher Angriff und ein Feld unter Druck
Schon nach dem ersten Kilometer machte Abdilaahi klar, dass es kein taktisches Abtasten geben würde. Gemeinsam mit Ky Robinson, Gulveer Singh und Ahmed Muhumed zog er das Tempo sofort an. Die Runden klickten im Bereich knapp unter 65 Sekunden durch. Die Pacemaker erfüllten ihren Job, stiegen wie geplant aus, und die Gruppe wurde immer kleiner. Bei rund 6.000 Metern musste Singh abreißen lassen, kurz darauf auch Muhumed. Übrig blieben Abdilaahi und Robinson. Zwei Athleten, ein Ziel, ein Rennen auf Messers Schneide.
Das Duell und der Blick Richtung Europa
Die letzten Runden gehörten dem Taktgefühl. Führungswechsel, kurze Blicke, dann der finale Antritt. Abdilaahi hatte die besseren Reserven und brachte den Sieg ins Ziel. Mit dieser Zeit reiht er sich auf Rang fünf der europäischen Bestenliste ein. Rund zehn Sekunden fehlen zum Europarekord von Mo Farah.
Für Abdilaahi war es zudem ein Comeback auf dieser Distanz auf der Bahn. Vier Jahre hatte er die 10.000 Meter gemieden. Sein Auftritt wirkt daher wie eine Ansage.
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Starke Konkurrenz und ein beeindruckendes Debüt
Robinson blieb ebenfalls unter 27 Minuten und lief 26:57,07 Minuten. Dahinter überzeugte Mike Foppen mit einem starken Finish vor Woody Kincaid. Auch Ahmed Muhumed hielt lange dagegen. Besonders spannend aus deutscher Sicht war der Auftritt von Frederik Ruppert. Der Hindernisspezialist gab sein Debüt über die 10.000 Meter und lieferte sofort ab. In 27:24,53 Minuten blieb er nur drei Sekunden über der alten Bestmarke von Baumann. Ein Einstand, der aufhorchen lässt.
Unterstützt wurde Ruppert von seinem Vereinskollegen Maximilian Thorwirth, der als Tempomacher die Verfolgergruppe führte. Auf den letzten Runden schob sich Ruppert noch näher an die Spitze heran und überquerte als Achter die Linie. Aaron Bienenfeld komplettierte das deutsche Trio mit 28:11,23 Minuten.
Auch bei den Frauen starke Leistungen
Im Rennen der Frauen sorgte Lisa Merkel für ein weiteres Highlight aus deutscher Sicht. Die 23-Jährige lief 31:32,25 Minuten und stellte eine neue persönliche Bestzeit auf. Damit schob sie sich in die Top Ten der deutschen Bestenliste und erfüllte gleichzeitig die Norm für die Europameisterschaften in Birmingham. Der Sieg ging an Shelby Houlihan vor Jessica McClain und Allie Buchalski.
Für Abdilaahi war es bereits der zweite nationale Rekord in diesem Jahr.
Foto: © Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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