Marathon Hamburg: Läufer auf der Strecke.
Marathon Hamburg: Läufer auf der Strecke. Foto: © MHV
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Elbe-Showdown: Äthiopisches Trio jagt Rekorde beim Marathon Hamburg

Die Hansestadt macht sich bereit für ein Jubiläum der Extraklasse, das die Asphaltbänder im Norden zum Glühen bringen wird.

Wenn am 26. April der Startschuss zum 40. Hamburg Marathon fällt, blickt die Sportwelt gespannt auf ein Trio aus Äthiopien, das nicht zum Sightseeing an die Alster kommt. Mit einer Mischung aus purer Geschwindigkeit und taktischer Finesse führen drei absolute Top-Athletinnen das Feld beim größten Frühjahrsmarathon Deutschlands an. Insgesamt haben sich bereits 20.000 Marathonläufer für die Jubiläumsausgabe angemeldet. Rechnet man die kürzeren Distanzen hinzu, verzeichnen die Organisatoren mit 46.000 Athleten einen neuen Teilnehmerrekord.

Es ist kein Geheimnis, dass äthiopische Läufer in den letzten Jahren die Geschichte vom Hamburg Marathon maßgeblich geprägt haben. Die zwei schnellsten Zeiten der Historie gehen auf ihr Konto: 2022 pulverisierte Yalemzerf Yehualaw den Streckenrekord mit einer Zeit von 2:17:23, während Workenesh Edesa im vergangenen Jahr mit 2:17:55 nur knapp dahinter blieb. Nun schickt Äthiopien mit Tigist Ketema, Degitu Azimeraw und Sichala Kumeshi drei neue Sieganwärterinnen ins Rennen, die fest entschlossen sind, die Erfolgsgeschichte fortzusetzen.

Drei Raketen für das Hamburger Jubiläum

Besonders Ketema bringt eine Vita mit, die Konkurrenten das Fürchten lehrt. Ihr Debüt in Dubai im Januar 2024 war ein Paukenschlag, als sie mit 2:16:07 einen inoffiziellen Weltdebüt-Rekord aufstellte und sich damals als achtschnellste Läuferin aller Zeiten einreihte. Später siegte sie beim Berlin Marathon in 2:16:42. In der Saison 2025 trat sie bei der Weltmeisterschaft in Tokio an, erreichte dort jedoch aufgrund der extremen Hitze und Luftfeuchtigkeit das Ziel nicht. Nach diesem Rückschlag brennt die 27-Jährige nun auf Wiedergutmachung. Der Hamburg Marathon bietet ihr die perfekte Bühne für einen sportlichen Befreiungsschlag.

Doch der Sieg führt nur über Azimeraw. Die ebenfalls 27-jährige Läuferin gilt als Inbegriff der Beständigkeit auf allerhöchstem Niveau. Schon 2019 glänzte sie bei ihrem ersten Marathon in Amsterdam mit einer Zeit unter 2:20 Stunden (2:19:26). Seitdem knackte sie diese Marke noch dreimal. Ihr Meisterstück lieferte sie 2021 in London ab, als sie mit einer persönlichen Bestzeit von 2:17:58 den zweiten Platz belegte. Nach einer Babypause meldete sie sich 2024 eindrucksvoll zurück und gewann in Barcelona in 2:19:52. Wer beim Hamburg Marathon triumphieren will, muss erst einmal an ihrer mentalen Stärke vorbei.

Konstanz trifft auf Streckenkenntnis

Als heimliche Favoritin startet Kumeshi, die den Kurs vom Hamburg Marathon wie ihre Westentasche kennt. Nach einem soliden Lauf im Jahr 2023 gelang der 30-Jährigen im letzten April der endgültige Durchbruch an der Elbe. Sie belegte den dritten Platz und unterbot mit 2:19:53 erstmals in ihrer Karriere die 2:20-Stunden-Marke. Während dies weiterhin ihre Bestmarke über die volle Distanz ist, startete sie extrem stark in die Saison 2026. Mit 66:53 stellte sie im Januar in Houston eine neue Bestzeit im Halbmarathon auf, was ihr ordentlich Rückenwind für ihren dritten Auftritt beim Hamburg Marathon geben dürfte.

Die Jagd auf die Bestzeit ist eröffnet, und das äthiopische Trio wird sich gegenseitig zu Höchstleistungen peitschen. Es geht nicht nur um den Sieg bei der 40. Auflage, sondern um einen Eintrag in die Geschichtsbücher eines der prestigeträchtigsten Rennen Europas. Fans und Zuschauer dürfen sich auf ein packendes Duell freuen, bei dem die Sekundenentscheidung wohl erst auf den letzten Kilometern am Jungfernstieg fallen wird.

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