Start Sevilla Marathon
Start Sevilla Marathon (Foto: © Veranstalter)
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Foto-Finish Drama und finnische Sensation bei Sevilla-Marathon 2026

Der Sevilla Marathon 2026 hat wieder einmal gezeigt, warum er als schnellster Asphalt Europas gilt.

42,195 Kilometer, gerade einmal 38 Kurven und kümmerliche zehn Meter Höhenunterschied. Klingt nach einer Autobahn für Tempomacher. Doch was sich bei der 41. Ausgabe im Ziel abspielte, war pures Herzklopfen.

Im Zurich Maraton de Sevilla 2026 stürmten rund 200 Elite-Läufer los, und am Ende trennten zwei Männer exakt nichts. Tola Shura Kitata und Abderehman Asrar Hiyrden warfen sich nach 2:03:59 Stunden gleichzeitig ins Zielband. Beide landeten nach letzter Kraftanstrengung auf der Matte. Die Kampfrichter mussten beraten, während die beiden Äthiopier noch mit Schrammen im Gesicht und auf den Schultern nach Luft rangen.

Der Sieg ging schließlich an Kitata, der damit seine beeindruckende Sammlung weiter ausbaute. Der ehemalige Champion des London-Marathons 2020 sowie Sieger in Rom und Frankfurt rannte in der andalusischen Hauptstadt persönliche Bestzeit. Auch Hiyrden blieb unter seiner bisherigen Marke. 2022 hatte er in Sevilla mit 2:04:43 einen damaligen Streckenrekord aufgestellt. Diesmal fehlte ihm buchstäblich eine Brustspitze.

Sevilla-Marathon 2026: Duell um den Sieg zwischen Shura Kitata Tola und Asrar Hiyrden Abderehman.

Hinter dem Duo sicherte sich Bikila Dejene Hailu mit 2:04:15 Rang drei. Er hatte sich in der Schlussphase aus einer zunächst 18-köpfigen Spitzengruppe gelöst, die bei Kilometer zehn noch dicht gedrängt unterwegs war und bis Kilometer 35 auf fünf Athleten geschrumpft war.

23 Läufer blieben unter 2:10 Stunden. Schnellster Spanier war Ilias Fifa auf Rang 13 mit 2:08:36. Dahinter folgten Chakib Lachgar in 2:09:55 sowie der Trail-WM-Medaillengewinner Alex García Carrillo bei seinem Marathon-Debüt in 2:12:10. Auch international purzelten Bestmarken: Der Indonesier Robi Syianturi stellte mit 2:13:18 einen neuen Landesrekord auf und belegte Platz 40.

Frauenrennen beim Zurich Maraton de Sevilla 2026

Auch bei den Frauen ging es zur Sache. 14 Athleten blieben unter 2:28 Stunden. Alisa Vainio setzte ein dickes Ausrufezeichen. Die Finnin steigerte sich auf den letzten Kilometern spürbar, ließ die afrikanische Armada hinter sich und gewann in 2:20:39. Damit unterbot sie ihren eigenen finnischen Rekord von 2:20:48.

Vainio, Fünfte der WM in Tokio 2025, sorgte dafür, dass wieder eine Europäerin beim Zurich Maraton de Sevilla ganz oben stand. Zuletzt war dies 2017 Paula González Berodia gelungen. Der Streckenrekord von 2:18:53 blieb allerdings außer Reichweite, da sich das Feld bereits ab Kilometer 15 davon entfernt hatte.

Sevilla-Marathon 2026: Die Finnin Alisia Vainio siegt mit neuem Landesrekord von 2:20:39 Stunden.

Platz zwei ging an Beatrice Jepchichir in 2:21:56, Rang drei an die Debütantin Mulat Tekle in 2:22:03. Tekle hatte das Rennen bis Kilometer 35 angeführt, musste dem hohen Tempo jedoch Tribut zollen.

Vierte wurde die Italienerin Elisa Palmero bei ihrem starken Debüt in 2:24:10. Direkt dahinter kam die beste Spanierin ins Ziel: Fátima Ouhaddou, amtierende Europameisterin, lief 2:24:16. Sie mischte 15 Kilometer lang vorne mit und zeigte einmal mehr ihre Klasse.

Spanische und internationale Highlights

Bei den spanischen Frauen folgten Estefanía Unzu „Verdeliss“ in 2:45:39 sowie Alejandra Flores in 2:46:29. Im Rollstuhlrennen der Männer triumphierte Rafael Botello in 1:56:04 vor Joaquín García in 1:57:47 und Jordi Madera in 2:17:18. Bei den Frauen gewann Carmen Giménez in 2:17:18.

Sevilla-Marathon 2026

Der Sevilla Marathon 2026 hat damit nicht nur das beste Weltjahresergebnis geliefert, sondern auch bewiesen, dass flache Strecken keineswegs langweilig sind. Im Gegenteil: Auf diesem Kurs wird Tempo zur Waffe und das Zielband zum Drama-Schauplatz. Sevilla hat wieder geliefert. Und wie.

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