Vibian Chepkirui steht am kommenden Sonntag vor einer historischen Chance:
Mit einem dritten Triumph beim Vienna City Marathon könnte sie zur Rekordsiegerin aufschließen. Die Kenianerin gewann bereits 2021 und 2022 und hält mit 2:20:59 sowohl den Streckenrekord als auch ihre persönliche Bestzeit.
Bisher gelang dieses Kunststück nur einer weiteren Läuferin: der Kenianerin Nancy Kiprop, die zwischen 2017 und 2019 dreimal siegte. Doch der Weg zur Geschichte ist kein einfacher – eine Landsfrau will es ihr schwer machen: Rebecca Tanui, deren Bestzeit von 2:21:08 nur wenige Sekunden hinter dem Streckenrekord liegt, wird zur ernsthaften Konkurrentin.
Ein Rekordfeld auf den Straßen Wiens
Mit über 13.000 Teilnehmern verzeichnet der 42. Vienna City Marathon einen neuen Rekord für das Hauptrennen. Zählt man die weiteren Wettbewerbe des Wochenendes hinzu, liegt die Gesamtzahl der Starter bei über 45.000 – ebenfalls ein Höchstwert. „Unser Lauf hat sich enorm weiterentwickelt, und wir sind bestens vorbereitet, ein emotionales Ereignis für alle Beteiligten zu veranstalten“, erklärte Kathrin Widu, Geschäftsführerin des Vienna City Marathon. „Wir sehen deutlich mehr Interesse von jungen Menschen und Frauen, was eine sehr positive Entwicklung ist.“
Besonders bei den Frauen scheint ein Höhepunkt des Rennens wahrscheinlich. Vibian Chepkirui und Rebecca Tanui sind beide in Topform, der Streckenrekord könnte erneut ins Visier genommen werden. Doch die Wetterprognose verheißt Kälte und Wind – nicht ideal für Rekordjagden.
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Chepkiruis besondere Beziehung zu Wien
„Wien hat einen besonderen Platz in meinem Herzen“, sagte Vibian Chepkirui bei der Pressekonferenz. Vor vier Jahren feierte sie hier ihr Marathondebüt mit 2:24:29, im Jahr darauf stellte sie mit 2:20:59 den aktuellen Streckenrekord auf. Nun kehrt sie zurück, um ungeschlagen zu bleiben. „Ich bin gut vorbereitet, meine Form ist nicht schlecht“, fügte sie hinzu.
Eine familiäre Note bringt Justus Kangogo, ihr Schwager, ins Spiel – er ist der Topfavorit im Männerfeld. Auf die Aussicht eines Doppelsiegs in der Familie angesprochen, meinte er: „Bitte betet für uns!“
Tanui will den Sieg
Der dritte Sieg für Chepkirui wird alles andere als ein Selbstläufer. Rebecca Tanui will es ihr nicht leicht machen. Die Kenianerin kennt den Kurs gut: 2022 wurde sie Vierte, 2024 Dritte. „Ich bin zurückgekommen, um das Rennen zu gewinnen“, sagte sie. Im vergangenen Herbst lief sie in Kosice mit 2:21:08 Bestzeit und Streckenrekord. „Ich möchte eine neue Bestzeit laufen. Ich habe gut trainiert und denke, wir werden einen Großteil des Rennens gemeinsam bestreiten – am Ende wird es eine Siegerin geben.“
Weitere starke Kenianerinnen am Start
Auch Catherine Cherotich (2:22:42) und Risper Chebet (2:23:45) sind nicht zu unterschätzen. Cherotich lief ihre Bestzeit in Frankfurt 2023, wo sie Vierte wurde. Chebets Rekord stammt aus Mailand 2021.
Faith Chepkoech zeigte im letzten Jahr in Wien eine starke Vorstellung. Bei ihrem ersten großen internationalen Rennen verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit um über zwölf Minuten auf 2:26:22 und wurde Zweite. „Mein Ziel ist es, diese Bestzeit am Sonntag zu brechen. Das Rennen letztes Jahr hat mein Leben verändert“, sagte sie.
Außerhalb Kenias gibt es keine großen Mitfavoritinnen auf den Sieg.
Die europäische Hoffnung
Mit Fabienne Königstein geht die schnellste Europäerin ins Rennen. Ihre Bestzeit von 2:25:48 lief sie 2023 in Hamburg. Erst vor vier Wochen absolvierte sie den Marathon in Nagoya in 2:28:20 – ihre zweitschnellste Zeit. „Nach einer langen Verletzungsphase habe ich mit einem vorsichtigen Trainingsansatz begonnen. Ich fühlte mich nach Nagoya sehr gut und wollte sofort wieder starten“, erklärte sie.
Nach fünf Tagen Pause nahm sie das Training wieder auf und konnte ihr Pensum sogar steigern. „Ich bin jemand, der sich vor großen Rennen viel Druck macht. Aber nach dem guten Lauf in Nagoya ist dieser Druck weg – ich kann das Rennen in Wien einfach genießen.“ Das kalte Wetter liegt ihr nicht besonders, aber: „Es ist für alle gleich – vielleicht wird das Rennen dadurch offener. Ich hoffe auf eine gute Platzierung.“
Ungarische Meisterschaften als Teil des Events
Auch die ungarischen Marathon-Meisterschaften sind wieder Bestandteil des Vienna City Marathon. Nora Szabo, nationale Rekordhalterin, ist die große Favoritin. Mit ihrer Bestzeit von 2:25:52 (Valencia 2023) hat sie gute Chancen auf eine Topplatzierung im Gesamtfeld.
Elite-Feld der Frauen mit Bestzeiten
- Vibian Chepkirui (KEN) – 2:20:59
- Rebecca Tanui (KEN) – 2:21:08
- Catherine Cherotich (KEN) – 2:22:42
- Risper Chebet (KEN) – 2:23:45
- Fabienne Königstein (GER) – 2:25:48
- Nora Szabo (HUN) – 2:25:52
- Faith Chepkoech (KEN) – 2:26:22
- Zaida Ramos (PER) – 2:29:49
- Eva Wutti (AUT) – 2:30:43
- Rutendo Nyahora (ZIM) – 2:32:00
- Betty Chebokel (KEN) – 2:34:52

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