Cape Town Marathon
Cape Town Marathon (© Chris Hitchcock)
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Wetter: Großer Marathon im letzten Moment abgesagt

Was als Fest des Laufsports geplant war, endete in einem Sturm der Enttäuschung.

Der Cape Town Marathon 2025 wurde am frühen Sonntagmorgen aufgrund heftiger Windböen kurzfristig abgesagt – eine Entscheidung, die 24.000 Läufer mitten in der Vorfreude traf. Statt Jubel, Medaillen und Meeresblicken wehten über Kapstadt flatternde Zelte, umgestürzte Absperrungen und jede Menge Ratlosigkeit.

Ein Marathon, vom Wind verweht

In den Nachtstunden hatte sich der Wind über der Mother City zusammengebraut, bis er am frühen Morgen das komplette Wettkampfzentrum in Green Point durcheinanderwirbelte. Marquee-Zelte wurden beschädigt, Branding-Banner lösten sich von den Zäunen, und ganze Gerüstteile mussten gesichert werden. Um 4:45 Uhr trat das Notfallgremium zusammen, um eine Entscheidung zu fällen. Nur 30 Minuten später, um 5:00 Uhr, wurden alle Teilnehmer über WhatsApp, Clubgruppen und Social Media informiert: Der Sanlam Cape Town Marathon 2025 ist abgesagt.

Viele Läufer standen da bereits in Startnähe, die Schuhe geschnürt, die Energie geladen – und erfuhren dann, dass der Lauf ins Wasser fiel, oder besser gesagt: in den Wind.

„Ein größerer Wille hat entschieden“

Clark Gardner, CEO des Sanlam Cape Town Marathon, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Der Sanlam Cape Town Marathon ist am Boden zerstört über die Absage unseres besonderen Events. Wir haben monatelang geplant, alle Szenarien bedacht, doch letztlich hatte eine größere Kraft das letzte Wort. Wir danken unseren Teilnehmern, Sponsoren und Partnern für ihr Verständnis und ihre Unterstützung.“

Gardners Worte spiegelten die Enttäuschung eines Teams wider, das monatelang für diesen Tag gelebt hatte. Doch trotz aller Frustration überwog die Vernunft. Sicherheit ging vor – und diese Entscheidung wurde gemeinschaftlich getragen.

Polizei und Stadt standen geschlossen hinter der Entscheidung

Colonel Christo Engelbrecht von der südafrikanischen Polizei (SAPS) sprach nach der Krisensitzung im Namen des Joint Operations Committee (JOC): „Die Strecke ist unsicher, da der Wind in Woodstock ständig auffrischt. Die Infrastruktur im Start- und Zielbereich ist beschädigt. Es ist schlicht nicht sicher für Läufer und Fußgänger in der gesamten Zone. Daher musste der Lauf abgesagt werden. Die Entscheidung wurde gemeinsam von allen Mitgliedern des JOC getroffen.“

Diese Worte machten klar: Die Gefahr war real. Was für die Teilnehmer wie eine vorschnelle Absage wirken konnte, war in Wahrheit eine Maßnahme, um Verletzungen oder Schlimmeres zu verhindern.

Auch die Stadt steht hinter den Organisatoren

Kapstadts Bürgermeister Geordin Hill-Lewis zeigte ebenfalls Verständnis und betonte den verantwortungsvollen Umgang der Veranstalter: „Alle Läufer müssen enttäuscht sein – wir sind es ebenfalls. Doch ich bin dankbar, dass die Organisatoren eine Entscheidung im Sinne der Sicherheit getroffen haben, nachdem starker Wind Teile der Veranstaltungseinrichtung beschädigte. Die Stadt verpflichtet sich weiterhin, Events auf höchstem internationalen Niveau auszurichten – und dazu gehört manchmal auch, schwierige Entscheidungen zu treffen.“

Statt Startschuss: stille Straßen in Kapstadt

Zur geplanten Startzeit um 6:15 Uhr lag über dem Green Point Stadium eine seltsame Stille. Keine Musik, kein Countdown, kein Applaus. Nur das Heulen des Windes, der an den Absperrungen rüttelte. Viele Läufer nutzten die Gelegenheit, sich spontan für einen Trainingslauf entlang der Promenade zusammenzutun – mit einem Lächeln trotz allem. Sportler eben.

Der Sanlam Cape Town Marathon 2025 mag abgesagt sein, doch sein Spirit blieb spürbar. Denn wer monatelang trainiert, um an der Spitze von Tafelberg und Atlantik zu laufen, lässt sich von ein paar Windböen nicht entmutigen. Oder, um es mit Kapstädter Humor zu sagen: Der Wind hat diesmal gewonnen – aber nur auf Zeit.

Für alle Beteiligten bleibt die Hoffnung, dass 2026 die Startlinie wieder voller Leben sein wird – bei blauem Himmel, ohne flatternde Zelte und mit jeder Menge Rückenwind. Im besten Sinne des Wortes.

Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im Jahr davor bei einer großen österreichischen Veranstaltung.

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