Luzerner Stadtlauf 2025
Luzerner Stadtlauf 2025 (Foto: © Mona Hunkeler)
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Schweizer Laufboom: Wie lange hält dieser Höhenflug noch an?

Was war das für ein Wochenende!

Die Schweiz erlebte einen wahren Rausch der Laufbegeisterung – ein Laufereignis jagte das nächste, und am Ende stand ein Rekord, der selbst erfahrene Veranstalter sprachlos machte: Über 60'000 Anmeldungen bei mehr als einem Dutzend Laufveranstaltungen. So viele Menschen waren hierzulande noch nie an einem einzigen Wochenende mit einer Startnummer unterwegs.

Überall im Land wurde gelaufen, geschwitzt, gejubelt – und gefeiert. In Lausanne beim legendären 20KM de Lausanne verzeichneten die Organisatoren unglaubliche 36'626 Anmeldungen, davon 32'725 Finisher. In der Zentralschweiz strömten beim Luzerner Stadtlauf 15'101 Laufbegeisterte an den Start, 14'172 von ihnen erreichten das Ziel. Und auch in Zug herrschte Ausnahmezustand: Der Wings for Life World Run lockte 8'000 Menschen, von denen 7'351 das Ziel erreichten.https://vg01.met.vgwort.de/na/4e40e7b46d2342fe99ab3712dd4c3e4f

Diese Zahlen allein sind beeindruckend. Doch sie sind weit mehr als nur Statistiken – sie erzählen von einem kollektiven Bewegungsdrang, von Gemeinschaft, Leidenschaft und einem neuen Selbstverständnis für den Laufsport in der Schweiz. Die Frage drängt sich auf: Wann endet dieser Höhenflug? Oder hat er vielleicht gerade erst begonnen?

Eine Nation im Laufschritt

Laufen ist eine der einfachsten und nachhaltigsten Formen der Gesundheitsförderung“, erklärt Andreas Grüter, Geschäftsleiter der Swiss Runners, und bringt damit das Phänomen auf den Punkt. Der nationale Verband der Laufveranstalter sieht in der aktuellen Entwicklung eine klare Bestätigung der gesellschaftlichen Bedeutung des Laufsports. „Dass sich so viele Menschen bewegen und Teil eines Events werden wollen, zeigt die gesellschaftliche Relevanz unserer Sportart und der vielfältigen Laufformate“, betont Grüter.

Auch Andrea Schneider, Leiterin Running bei Swiss Athletics, unterstreicht die Rolle des Sports als verbindendes Element: „Die aktuellen Rekordzahlen bei zahlreichen Laufveranstaltungen zeigen, wie wichtig der Breitensport in der Schweiz ist. Diese fördern den Gemeinschaftssinn und die Freude an der Bewegung.“

Das magische erste Mai-Wochenende war der vorläufige Höhepunkt eines Frühlings, der die Szene elektrisiert. Wechselhaftes Wetter mit Regenschauern konnte die Euphorie nicht bremsen – im Gegenteil: Die professionell organisierten Events sorgten für ein sicheres, motivierendes Umfeld, das die Freude am Laufen weiter befeuerte. Vom Hobbyläufer bis zum ambitionierten Zeitjäger – alle fanden ihre Bühne.

Kein Ende in Sicht?

Wer glaubt, das sei ein einmaliges Phänomen gewesen, irrt gewaltig. Die kommenden Wochen versprechen weiteres Spektakel: Der traditionsreiche Grand-Prix von Bern ist mit 35'000 Startplätzen restlos ausverkauft, das Anmeldeportal längst geschlossen. Und auch in der Romandie herrscht Vorfreude pur – beim Genève Marathon werden rund 24'500 Teilnehmende erwartet.

Swiss Runners wagt bereits den Blick in die Zukunft: Bis zum Jahresende könnten über 550'000 Finisher bei Schweizer Laufveranstaltungen gezählt werden. Ein Rekord jagt den nächsten – doch wo liegt die Grenze?

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Die Schweiz läuft, und sie läuft immer schneller. Doch wie lange noch? Kann dieser Boom anhalten, ohne dass die Infrastruktur an ihre Grenzen stösst? Ist das nur ein temporärer Trend oder ein echter Kulturwandel? Die Antworten darauf kennt niemand. Aber eines ist sicher: Wer am vergangenen Wochenende dabei war, hat Geschichte erlebt. Und wer noch nicht dabei war, bekommt bald wieder Gelegenheit dazu.

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