Der 55. Ebbser Koasamarsch war kein Event für schwache Wadln oder kalte Gemüter – es war ein Fest für alle, die sich in den Bergen zu Hause fühlen.
Und wer dabei war, wird’s nicht so schnell vergessen. Die brandneue KOASA-55-Panorama-Trail-Distanz feierte heuer ihr Debüt – mit 55 Kilometern und schweißtreibenden 3.900 Höhenmetern. Wer das durchzieht, braucht nicht nur Kondition, sondern auch einen gesunden Schuss Wahnsinn. Genau diese Mischung brachte Kimi Schreiber auf die Strecke – und wie!
Mit einem Tempo, das selbst die Bergziegen neidisch gemacht hätte, pflügte sie über das Kaisergebirge – und sorgte damit für eine Sensation: Als erste Frau gewann sie den KOASA-55-Panorama-Trail gesamt. Jawohl, sie war schneller als alle Männer. Ihr Statement im Ziel war so bodenständig wie beeindruckend:
„2017 war ich zum ersten Mal beim Ebbser Koasamarsch – das war damals mein erster Trail überhaupt. Dass ich jetzt auf der neuen Jubiläumsstrecke als Erste ins Ziel komme, fühlt sich unglaublich an.“
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Und damit nicht genug: Mit der Deutschen Sonja Kinna auf Rang zwei mischte gleich noch eine Dame kräftig bei den Gesamtbestzeiten mit. Auf dem dritten Platz folgte Anja Kobs – damit ging das komplette Damenpodium in starke Hände über. Ein Triumphzug für den Frauen-Trailrunning-Sport – und ein starkes Ausrufezeichen beim KOASA-55-Panorama-Trail.
Dominik Matt krönt sich zum Staatsmeister – und das vor der eigenen Haustür

Während auf der KOASA-55-Strecke internationale Trail-Größen ihre Spuren im Schotter hinterließen, ging’s auch auf der traditionellen KOASA-Marathon-Route zur Sache – immerhin wurden dort die Österreichischen Meisterschaften im Trailmarathon ausgetragen. Und was macht man, wenn man in Ebbs daheim ist und die Konkurrenz aus halb Europa anreist? Ganz einfach: Man holt sich den Titel!
Dominik Matt, der Lokalheld schlechthin, zeigte auf 44 Kilometern mit 2.300 Höhenmetern eine echte Meisterleistung – wortwörtlich. In einem hitzigen Duell mit dem tschechischen Trail-Fuchs Michal Šmahel biss sich Matt durch und holte sich verdient den Staatsmeistertitel. Im Ziel ließ er die Strapazen erkennen:
„Das war eines der härtesten Rennen, die ich je gelaufen bin – extrem heiß und richtig ‚zach‘.“
Die Konkurrenz? Nicht minder stark: Alexander Hutter, Vorjahressieger und Dauerbrenner auf der Langdistanz, landete auf Platz zwei. Johannes Krondorfer sicherte sich – wie schon 2023 – den dritten Rang.
Damenpower am Trailgipfel: Claudia Rosegger holt ihren vierten Titel

Bei den Damen ließ sich Claudia Rosegger nicht lumpen: Die Mehrfachstaatsmeisterin und frischgebackene Siegerin des Grossglockner Ultra-Trails zeigte auch in Ebbs ihre Klasse und holte sich ihren bereits vierten Titel im Trailmarathon. Ihre größte Rivalin, Iris Unger, landete mit einem Wimpernschlag Rückstand auf Platz zwei. Platz drei ging an Nora Havlinova.
KOASA-55-Panorama-Trail: Die Ergebnisse können sich sehen lassen
Hier die stärksten Beine am Berg – zumindest laut Stoppuhr:
Herren – KOASA-55-Panorama-Trail
- 1. Daniel Hauser (AUT) – 7:49:42
- 2. Trung Hieu Hoang (AUT) – 8:04:40
- 3. Matthäus Fischbacher (AUT) – 8:32:26
Damen – KOASA-55-Panorama-Trail
- 1. Kimi Schreiber (GER) – 7:42:42
- 2. Sonja Kinna (GER)
- 3. Anja Kobs (GER) – 9:07:05
ÖM Trailmarathon Damen – KOASA-Marathon
- 1. Claudia Rosegger – 5:11:08
- 2. Iris Unger – 5:12:42
- 3. Nora Havlinova – 5:23:19
ÖM Trailmarathon Herren – KOASA-Marathon
- 1. Dominik Matt – 4:12:10
- 2. Alexander Hutter – 4:33:47
- 3. Johannes Krondorfer – 4:35:05
Volle Startliste, volles Herz: Der Koasamarsch lebt
Mit sage und schreibe 1.200 Startplätzen war der diesjährige Koasamarsch zum ersten Mal komplett ausgebucht – ein Rekord, der vor allem dem Konzept der Veranstalter geschuldet ist: Klasse statt Masse. Acht verschiedene Strecken standen zur Auswahl – von der gemütlichen Talrunde bis zur epischen KOASA-55-Panorama-Trail-Jubiläumsstrecke.

Doch trotz aller Lauf-Action bleibt der Koasamarsch das, was er immer war: ein Fest für alle, die gern draußen sind. Die ursprüngliche Idee – gemeinsam durch die Bergwelt des Kaisergebirges zu ziehen – ist auch 2025 noch das Herzstück.
Zwischen Kaiserschmarrn und Kaiserwetter: Das Drumherum passt auch
Rund um die Neue Mittelschule Ebbs war die Hölle los – und das im besten Sinne. Expo-Zelte, regionale Schmankerln, kühle Getränke und eine Live-Übertragung von Radio U1 Tirol machten aus dem Koasamarsch nicht nur ein Rennen, sondern ein echtes Tiroler Dorffest mit Laufschuhen.
Koasamarsch setzt Zeichen für Nachhaltigkeit

Was besonders positiv auffiel: Es wurde nicht nur gelaufen, sondern auch nachgedacht. Über 250 freiwillige Helfer packten mit an – und das bei einem Event, das bewusst auf Nachhaltigkeit setzt. Wiederverwendbare Becher, regionale Produkte, kein Müll in den Bergen – so muss das sein. Wie es Veranstalter Andreas Moser ausdrückt:
„Wir wollen nicht immer größer werden, sondern konsequent nachhaltiger.“
Und Tourismuschef Georg Hörhager ergänzt treffend:
„Sportliche Begeisterung und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur können und sollen Hand in Hand gehen.“
Der KOASA-55-Panorama-Trail ist gekommen, um zu bleiben
Wenn der Berg ruft, antwortet Tirol mit dem KOASA-55-Panorama-Trail. Was für ein Einstand! Rekorde, Emotionen, Naturerlebnis – und das Ganze mit einem fetten Augenzwinkern und jeder Menge Herzblut. Der Koasamarsch bleibt das, was er seit 55 Jahren ist: Eine Veranstaltung für Körper, Seele und Schmäh.
Weitere Fotos und alle Ergebnisse vom Ebbser Koasamarsch 2025

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