Wenn sich Tausende in Garmisch-Partenkirchen versammeln, Stirnlampen aufblitzen und die Zugspitze ehrfürchtig über allem thront, dann ist es wieder so weit: Der Zugspitz Ultratrail 2025 hat gerufen – und ganz Trail-Europa ist gekommen!
Vom ersten Schritt bis zum letzten Zielkuss – das Trailfestival war ein Gipfeltreffen der Emotionen, gesalzen mit Schweiß, Höhenmetern und ordentlich Herzblut.
Epischer Auftakt mit dem ZUT100 – 100 Meilen Wahnsinn rund ums Massiv
Es war 20 Uhr am Donnerstag, als auf dem Richard-Strauss-Platz in Garmisch die Lichter angingen und 250 unerschrockene Trailhelden hinaus in die Nacht liefen – auf zur Premiere des ZUT100, der brandneuen 100-Meilen-Distanz. Was folgte, war ein Lauf wie ein Alpenkrimi: technische Downhills, glühende Hitze und ein Starterfeld, das aufgerieben wurde – über 40 Prozent mussten aufgeben.

Doch Thomas Ungethüm aus Sachsen blieb standhaft wie ein Wetterkreuz am Gipfel. In 24:00:40 Stunden rannte er zum Sieg. „Das Rennen war der Hammer. Ich bin zäh reingekommen, aber nach der Hälfte wurde es immer besser, dazu die begeisternden Zuschauer – der ZUT ist einfach grandios.“ Der Österreicher Werner Sturm holte Silber, vor Lokalmatador Rene Claussnitzer, dem „Master Goodvibe“, der seinem Spitznamen alle Ehre machte.
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Besonders strahlend: Johanna Tallmann. Die Siegerin der Damenwertung schockierte die Konkurrenz mit einer unglaublichen Zeit von 24:57:20 h – damit die drittbeste Gesamtzeit! Tatiana Mitkina und Sawicka Dlugosz sicherten sich die Ehrenplätze.
Doppelte Doppelsiege beim Garmisch-Partenkirchen Trail
Beim 30-Kilometer-Sprint vom Richard-Strauss-Platz nach oben durch die Hitze war wieder einmal Manuel Innerhofer nicht zu bremsen. Trotz 12 Minuten langsamer als im Vorjahr – sein Sieg war ungefährdet. Dominik Hohenleitner und Johannes Dörr rannten ihm respektvoll hinterher.

Bei den Damen spielte das Salomon Team seine Stärke voll aus: Sarah Kister siegte vor Teamkollegin Silvia Schweiger und der kraftvollen Lena Ritzel.
Ultratrail-Krone verteidigt – Lisa Wimmer mit Start-Ziel-Sieg
Der Klassiker mit 106 Kilometern und über 5.000 Höhenmetern bleibt fest in der Hand von Pierre Emanuel Alexandre. Der Salomon-Profi dominierte wie ein Berggeist in 11:12:10 Stunden. „Es hat sicher geholfen, dass ich die Strecke kannte, aber den Druck als Titelverteidiger habe ich schon gespürt.“ Der Italiener Matteo Anselmi sicherte Bronze, dazwischen landete Johannes Löw.
Bei den Frauen packte Lisa Wimmer die Konkurrenz früh an den Hörnern – und ließ nicht mehr los. 13:02:56 h reichten für einen ungefährdeten Sieg vor Eva Sperger und Melanie Lenz.
Ehrwald Trail – Max Rahm läuft ins Abenteuer, Ruth Huber zur Spitze
86 Kilometer, das erste Mal so weit – Max Rahm kannte kein Pardon. Unter 10 Stunden (9:47:51 h) blieb nur er. Dahinter reihten sich Malte Lüttermann und Marcel Mayer ein, nach respektablen Zeiten in der Mittagshitze.

Enger war es bei den Damen, wo sich die starke Ruth Huber aus der Schweiz gegen Jana Seel und Monika Heitzinger durchsetzen konnte.
Leutasch Trail: Schweiß, Sonne und ein drohendes Gewitter
Beim Start um 9 Uhr waren sie noch frisch – beim Zieleinlauf in Garmisch sah das anders aus. Die 68 Kilometer forderten alles. Temperaturen jenseits der 30 Grad machten den Leutasch Trail zur wahren Hitzeschlacht. Markus Brennauer blieb cool und holte sich den Sieg in 7:10:43 h. Marco Podschadel und Lennard Muschinski komplettierten das Podium.
Bei den Frauen machte Madeleine Gerweck kurzen Prozess und siegte souverän in 9:49:07 h vor Alina Schmitt.
Mittenwald Trail: Drama am Steilhang
Die 44 Kilometer von Mittenwald zurück nach Garmisch boten Trailspannung wie aus dem Lehrbuch. Während Michael Skala und Eric Breitbarth anfangs auf den flachen Abschnitten das Tempo bestimmten, wartete Markus Mingo geduldig. Als es steil wurde, zeigte der Bayer, wie man technisch sauber über Wurzeln tanzt. In 3:54:05 h lief er als Erster über die Linie. „Die Zegapa Cheering Zone hat nochmal richtig gepusht – so etwas habe ich noch nicht erlebt.“
Bei den Frauen lief Maria Elias Legellli nach Gefühl – und dieses Gefühl trug sie zum Sieg in 4:14:51 h vor Johanna Ehrenklau und Helene Draborg.
Grainau Trail: Kurz, knackig, schnell
Wenn’s mal schnell gehen soll – dann ist der Grainau Trail mit seinen 16 Kilometern die beste Wahl. Konstantin Wedel gewann in 1:08:17 h, knapp gefolgt von Maximilian Zeus und Jan Peterzelt.
Die Damenwertung ging an Kim Strohmann vor Marion Leiberich und Natalie Rauh. Spritzige Leistungen auf alpinem Sprintterrain.

Ausblick auf 2026
Wer jetzt schon wieder Lust auf Trails, Höhenmeter und Applaus in Garmisch bekommen hat: Der Zugspitz Ultratrail 2026 steigt vom 18. bis 20. Juni. Es wird wieder legendär – garantiert.
Weitere Fotos und alle Ergebnisse vom Zugspitz Ultra Trail 2025
Fotos: © Klaus Fengler, Andi Frank


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