Virtual Run Challenge

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Dieses Wochenende fand in Graubünden mit dem Swissalpine Irontrail wohl eines der größten und spektakulärsten Traillaufevents in den Alpen statt.

Etwa 5.000 Sportler waren Teil der 33. Auflage des Irontrail. Die Wettkampfdistanzen waren dabei bis zu 127 Kilometer lang.

6.500 Höhenmeter auf dem Weg nach Davos

Am Freitag wurde das Event bereits mit den Kinderläufen eröffnet, ehe um Mitternacht die Härtesten unter der Sonne bzw. in diesem Fall "unter dem Mond" in das Rennen geschickt wurden. Auf die Starter des Irontrail von Samedan nach Davos warteten 127 anspruchsvolle Kilometer mit über 6.500 Höhenmetern. Wenige Stunden später wurden im Laufe des Vormittags auch die weiteren Bewerbe eröffnet. Darunter auch der 88,1 Kilometer lange Irontrail von St. Moritz nach Davos oder der 42,9 Kilometer lange Bergmarathon in Davos. Für Einsteiger bot sich hingegen der 23,8 Kilometer lange Trail an, der in Klosters gestartet wurde. Und auch ein 9,5 Kilometer langer Straßenlauf zur Mittagszeit war Programm des Swissalpine Irontrail.

Den längsten Bewerb, den Irontrail gewann Ramon Casanovas nach 15:40 Stunden. Bei den Damen jubelte Denise Zimmermann über den Sieg.

Ebenfalls im Programm: Der Nachttrail

Das letzte Event an diesem Wochenende sollte schließlich erst Samstag Abends starten. Denn da wurde um 20:15 Uhr in Bergünder Nachttrail gestartet. Auf die Teilnehmer sollten in den nächsten Stunden 39 anspruchsvolle Kilometer bis zum Ziel in Davos warten.

Umfassender Bericht: Doppelte Krönung für Tofol Castanyer

Der Spanier Tofol Castanyer, am Swissalpine im Vorjahr letzter Sieger im klassischen K78, hat am Samstag auch die Premiere in der neuen Königsdisziplin, dem T88, mit Start in St. Moritz und Ziel in Davos, gewonnen. Bei den Frauen triumphierte Julia Bleasdale (Pontresina).

Zum E-Book Trainingspläne für Läufer und Läuferinnen

Der neue Swissalpine-Paradewettkampf erwies sich mit seinen 84,9 Laufkilometern und insgesamt 3642 Höhenmetern Steigung sowie 3933 Metern Abstieg als höchst anspruchsvoller Traillauf. Tofol Castanyer setzte bei der Premiere in 8:20:43 Stunden eine auch für die nächsten Jahre rekordverdächtige Bestmarke. Der 46-jährige Spanier lobte den neuen Parcours in den höchsten Tönen. «Ein wirklicher Berglauf, wie auf mich zugeschnitten; da geht es gleich vom Start weg intensiv rauf und runter. Am K78 hingegen ähnelten die ersten 30 Kilometer eher einem Strassenlauf.» Castanyer erschien bereits auf Muottas Muragl, dem ersten Kulminationspunkt des Tages, mit grossem Vorsprung. Und er zog seinen hohen Rhythmus problemlos durch, wie er Ziel erklärte. Seinen souveränen Sieg bezeichnete er als idealen Test mit Blick auf den Ultra-Trail du Mont Blanc, den er in einem Monat in Chamonix bestreiten wird. In Frankreich für die Strecke über 119 Kilometer mit 7200 Metern Höhendifferenz.

Ein spannendes Schlussduell prägte bei der T88-Premiere den Kampf um Platz 2. Dieses entschied schliesslich Vajin Amstrong (Neuseeland) in 9:08:23 Stunden für sich. Der Andermatter Patrick Cathy war auf der Ebene bei Sertig Dörfli zu ihm abgeschlossen, verlor dann aber bis ins Ziel wieder 22 Sekunden. Armstrong hatte vor zwei Jahren den K78 für sich entschieden. «Der neue T88 ist allerdings wesentlich härter, weil viel mehr Trail-Abschnitte zu bewältigen sind», verglich er die alte und neue Königsdisziplin.

Bei den Frauen landete die in Pontresina wohnhafte Julia Bleasdale einen Start-Ziel-Sieg. Die 37-jährige britisch-deutsche Doppelbürgerin bewältigte die happigen 84,9 Kilometer in 9:42:14,4 Stunden. 1212 war sie an den Olympischen Sommerspielen über 5000 Meter gestartet. Für den Start zum T88 hatte sie erst am Sonntag vor dem Wettkampf ein Freund überredet. Bleasdale war zuvor nie länger als über die Marathondistanz gelaufen. Ihr Rennen bezeichnete sie als «sehr schön, aber schon etwas anstrengend auf einer abwechslungsreichen Strecke.» Die siebenfache K78-Siegerin Jasmin Nunige lief bei der T88-Premiere in 10:09:11,5 Stunden als Zweite im Ziel ein. Die Davoserin erklärte, nach einer schwierigen Vorbereitungszeit sei sie konsequent ihren Rhythmus gelaufen. Sie zeigte sich sehr zufrieden. Mehr sei schlichtweg nicht möglich gewesen. Bereits in Pontresina gab die Mitfavoritin Nina Brenn den Wettkampf auf.

Ramon Casanovas nutzte den längsten Wettkampf des 33. Swissalpine, den T127 (125,1 km, +6236 m/-6421 m) von Samedan nach Davos, zu einer Machtdemonstration. Er bewältige den Parcours in 15:40:36,4 Stunden, unterbot die Marschtabelle um eine halbe Stunde und knüpfte dem zweitplatzierten Patrick Willcock, einem in Müswangen (LU) wohnhaften Südafrikaner, fast 103 Minuten ab. Nach dem Start um Mitternacht habe ein Konkurrent bereits auf den ersten 500 Metern angegriffen, erzählte Casanova im Zielraum. Da habe er gekontert und sein hohes Tempo gleich einmal über 30 Kilometer durchgezogen. Anschliessend habe er einen gemütlicheren Rhythmus eingeschlagen. Auf den letzten gut 25 Kilometern habe er dann allerdings für seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen müssen. Der 38-jährige Bieler lobte den Parcours und bemerkte, dass er die spezielle Stimmung in der Nacht mit dem Vollmond und dem Blick in die verschlafenen Dörfer im Tal besonders genossen habe. Willcock, der bei den Pilatus-Werken als Testpilot arbeitet, stürzte in der Nacht. Er zog sich dabei möglicherweise einen Handbruch zu. Nicht von ungefähr meinte er im Ziel: «Traillaufen ist definitiv gefährlicher als Fliegen.» Als erste Frau erreichte die favorisierte Denise Zimmermann (Wangs) in 18:47:17,4 das Ziel des T127.

Im K43 (42,9 km, 1626 m HD) distanzierte Jonathan Schmid (Adelboden) in 3:10:40,5 Stunden seinen härtesten Konkurrenten Stepan Wenk (Uster) um 5:21 Minuten. Mehr als 13 Minuten büsste der Schwede David Nilsson auf den Sieger ein. Bei den Frauen dominierte die Schwedin Ida Nilsson, die vor einem Jahr den damaligen Königslauf (K78) gewonnen hatte, den K43-Wettkampf. Die zweitplatzierte Samira Schnüriger (Einsiedeln) traf 7:26 Minuten später im Ziel ein, Natalia Spetsova (Dübendorf) verlor als Dritte 12:38,6 Minuten.

2019 wird der Swissalpine Irontrail am 27. Juli durchgeführt.

Ergebnisse Swissalpine Engadin Trail 2018 - Top 20 Herren

RangNameVereinZeit
1. Eggenschwiler Bernhard mega-joule.ch 04:45:55
2. Sboarina Gabriele Merenderi pro team 04:56:42
3. Sandness Terje Team Sandness 04:59:47
4. Janki Nino CH-Waltensburg/Vuorz 05:06:15
5. Studer Peter CH-Sursee 05:07:25
6. Zehetleitner Simon CH-Volketswil 05:25:57
7. Stadelmann Iso Kochtopf Sursee 05:32:59
8. De Cristofaro Gianluca La Thuile Trail 05:34:36
9. Ortner Mario LG Hochpustertal Spo.. 05:35:02
10. Goedert Steve L-Roodt 05:36:16
11. Murer Beat Jtri.ch 05:51:31
12. Aepli Daniel EDSGW Elite 05:55:52
13. Ulrich Daniel Alpinrunner.ch 05:57:36
14. Widmer Marc CH-St. Gallen 05:58:03
15. Van Malderen Kristof VAC 06:00:09
16. Hossli Samuel CH-Möhlin 06:03:05
16. Siegenthaler Simon CH-Aarau Rohr 06:03:05
18. Roth Thomas Hope for Haitis Kids 06:04:41
19. Casavecchia Roberto Marmottteam Ticino 06:10:13
20. Hopwood Paul AUS-Perth Australia 06:13:23

Ergebnisse Swissalpine Engadin Trail 2018 - Top 10 Damen

RangNameVereinZeit
1. Brenn Nina CH-Flims Waldhaus 05:34:40
2. Schmidt Stefanie CH-Chur 06:15:02
3. Schärli Celina CH-Olten 06:47:11
4. Paton Joy Hütten Harriers 06:50:27
5. Haagaa Margit Lesja IL 07:01:01
6. Klebig Mandy CH-Untervaz 07:06:06
7. Cadonau Madlaina CH-Pontresina 07:08:24
8. Wieditz Anna NL-Amsterdam 07:20:33
9. Nonella Sandra CH-Buchberg 07:31:34
10. Järlid Emelie Team Blekinge 07:37:35


Alle Ergebnisse und Fotos


Kommentar schreiben


Blogheim.at Logo