Wenn der Ortler grinst und die Wadln brennen
Man nehme 21 Kilometer, 2.100 Höhenmeter, gnadenlose Serpentinen und eine Prise alpinitalienischen Wahnsinn – fertig ist der Stilfserjoch Stelvio Trail Run 2025. Was sich am 19. Juli in Prad abspielte, war weniger ein gewöhnliches Bergrennen und mehr ein Fest für Bergziegen auf Speed. Über 320 Läufer aus 21 Nationen rollten wie eine Lavine aus Adrenalin, Schweiß und Freude in Richtung Gipfel, das Ziel fest im Blick: die Dreisprachenspitze auf 2.845 Metern – der höchste Zieleinlauf Südtirols. Und das bei Bilderbuchwetter, das selbst dem König Ortler ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Startklar in drei Akten
Der Tag begann früh – aber sowas von. Bereits um 07:15 Uhr marschierten die ersten beim „Jochmarsch“ los. Die Zuschauer im Ortskern von Prad sorgten für ordentlich Stimmung, schließlich braucht es mehr als nur Frühstückskaffee, um sich freiwillig bergauf zu quälen. Um Punkt 08:00 Uhr hieß es dann auch für die Kategorien „Competitive“ und „Just for Fun“: Gas geben!

Wegen eines Waldbrands im Frühjahr wurde die Strecke leicht angepasst. Der neue Auftakt via Schmelz und Stilfs entpuppte sich als geschmeidiger Einstieg. „Das erste Stück war ideal zum Einlaufen“, meinte Lokalmatador Anton Steiner entspannt – was übersetzt so viel heißt wie: Noch konnte man lachen.
Goldseeweg? Mehr so Schweißseeweg!
Nach Stilfs ging's knackig weiter zur Furkelhütte und dann über den legendären Goldseeweg – eine Route, die Trailrunner-Herzen höherschlagen lässt und Oberschenkel zum Weinen bringt. Die Luft wurde dünner, die Ausblicke atemberaubender, der Puls höher – italienisches Drama vom Feinsten!
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer

Neue Bestzeit bei den Herren: Berger macht's episch
Robert Berger aus Österreich zündete am Berg den Turbo. Mit 02:01:33 stellte er eine neue Veranstaltungsrekordzeit auf. Der bisherige Champ Konstantin Wedel aus Deutschland blieb mit „nur“ 34 Sekunden Rückstand dran wie ein lästiger Schatten, musste sich aber mit Silber zufriedengeben. Andreas Innerebner von den Sarntaler Lauffreunden landete mit 02:06:25 auf dem dritten Platz. Chapeau, meine Herren!

Esswein schlägt zurück: Triumph bei den Damen
Bei den Damen gab es ein Déjà-vu mit anderer Reihenfolge. Nach zwei Jahren auf Rang zwei schlug Katharina Esswein aus Deutschland zurück und schnappte sich mit 02:31:42 den verdienten Sieg. Franziska Schmieder folgte auf Platz zwei (02:32:47) und Michaela Gerychova aus Tschechien komplettierte das Treppchen mit 02:34:39. Eine Leistung, so stark wie ein doppelter Espresso!

Applaus, Pasta und Pokale
Ab 11 Uhr hieß es dann: runterkommen – zumindest körperlich. Am Festplatz in Prad wurde gefeiert, geprostet und geschlemmt. Die Küche des Prader Jagdreviers servierte Deftiges vom Feinsten, während lokale Musiker den Takt vorgaben. Neben den zehn besten Männern und Frauen der „Competitive“-Kategorie wurden auch die Teilnehmer geehrt, die der Durchschnittszeit am nächsten kamen – ein kleines mathematisches Kunststück im Laufschuh.
Ein großes Lob ging an die freiwilligen Helfer und Sponsoren – ohne sie wäre der Stilfserjoch Stelvio Trail Run nur halb so spektakulär. Oder wie ein Läufer mit Sonnenbrand auf den Schultern meinte: „Ohne die Stimmung am Rand wär ich wahrscheinlich beim Goldseeweg liegen geblieben.“

Ein Trailrun, der süchtig macht
Der Stilfserjoch Stelvio Trail Run 2025 war ein Lauf der Superlative: neue Bestzeiten, pure Emotionen und ein Panorama, das man sich nicht schöner ausmalen könnte. Wer dabei war, kommt wieder. Und wer’s verpasst hat – tja, der hat eine verdammt steile Party versäumt!
Viele weitere Fotos und alle Ergebnisse vom Stelvio Trailrun 2025
Kommentar schreiben