Rapperswil-Jona hat am Sonntag wieder einmal bewiesen, dass es mehr ist als nur Rosenstadt:
Beim IRONMAN 70.3 Switzerland verwandelte sich die idyllische Kulisse am Zürichsee in ein brodelndes Sportstadion unter freiem Himmel. Knapp 2300 Triathleten aus aller Welt gaben sich ein Stelldichein der Superlative – und was sie ablieferten, war nichts weniger als ein Feuerwerk an Emotionen, Tempo und Schweizer Kampfgeist.
Punkt 7:55 Uhr fiel der Startschuss. Der See noch ruhig, die Stimmung bereits elektrisiert. Die erste Rakete zündete Manuel Arnold, der mit 23:54 Minuten förmlich durch die Fluten schoss. Der Mann vom Team Koach dominierte das Schwimmen, als hätte ihn ein Wasserjet angetrieben – dicht gefolgt von vier weiteren Schweizern. Die eidgenössische Schwimm-Armada war also auf Kurs.
Stilvoll auf zwei Rädern zum Sieg
Doch dann kam Samuel Studer ins Spiel – oder besser gesagt: aufs Rad. Der Newcomer im Mitteldistanz-Zirkus, der sein Debüt beim IRONMAN 70.3 Switzerland feierte, übernahm auf den ersten zehn Kilometern der Radstrecke das Kommando. Und wie! Der Solothurner zeigte keinerlei Respekt vor grossen Namen, sondern fuhr wie entfesselt – mutig, konstant, gnadenlos effizient.

Mit einer sagenhaften Gesamtzeit von 3:55:10 Stunden sicherte sich Studer nicht nur den Tagessieg, sondern auch ein dickes Ausrufezeichen hinter seinen Namen in der Schweizer Triathlon-Szene. Arnold landete mit 4:04:52 Stunden auf einem verdienten zweiten Platz, der Franzose Hugo Courbot komplettierte das Podium mit 4:08:26 Stunden.
„Ich bin von den Emotionen überwältigt – es hätte wirklich nicht besser sein können. Das Publikum war einfach fantastisch“, sprudelte es aus Studer im Zielbereich. Wer ihm zusah, konnte kaum glauben, dass das sein erster Auftritt über die 70.3-Distanz war. Da wächst ein neuer Star heran – made in Switzerland.
Spannung pur bei den Damen
Auch das Damenrennen hatte es in sich – und wie! Desiree Knecht machte gleich zu Beginn klar, dass mit ihr zu rechnen ist. Die Schweizerin pflügte durch das Wasser und übernahm früh die Spitze. Doch auf dem Rad legte die Deutsche Marit Lindemann eine Schippe drauf. Sie überholte Knecht mit Nachdruck und fuhr wie auf Schienen Richtung Sieg.

Nach 4:24:08 Stunden lief Lindemann unter tosendem Applaus über den roten Teppich ins Ziel – mit einem Lächeln, das mehr sagte als tausend Worte. „Die Treppen waren mein absolutes Highlight. Ich habe mich extra für dieses Rennen angemeldet, weil ich unbedingt diese legendäre Treppe hochlaufen wollte – das war richtig cool. Und ich war sehr glücklich, dass ich vor meinem Freund über den roten Teppich ins Ziel laufen durfte – das war meine heimliche Challenge“, verriet sie mit einem Augenzwinkern.
Knecht hielt die Schweizer Fahne hoch und wurde mit 4:30:42 Stunden starke Zweite. Ihre Landsfrau Jannine Koeppel rundete das Podium mit einer Zeit von 4:34:54 Stunden ab – ein Dreiklang der sportlichen Eleganz.
„Das war richtig cool – es gab so viele Stationen mit tollen Fans, die uns unglaublich unterstützt haben. Merci vielmal!“, sagte Knecht sichtlich bewegt. Und wer selbst an der Strecke stand, wusste genau, was sie meinte: Die Stimmung war schlichtweg grandios.

Ein Fest, das man spüren konnte
Der IRONMAN 70.3 Switzerland war mehr als nur ein Rennen. Er war ein Gefühl. Ein kollektiver Adrenalinschub, getragen von hunderten Volunteers, jubelnden Zuschauern und einer Stadt, die das Herz am rechten Fleck hat. Die Mischung aus Spitzenleistungen, dramatischen Wendungen und lokalem Stolz machte den Tag zu einem echten Sportmärchen.
Ob Rookie oder Routinier, ob Profi oder Age-Grouper – wer in Rapperswil-Jona an den Start ging, wurde Teil eines unvergesslichen Kapitels. Der IRONMAN 70.3 Switzerland hat sich einmal mehr in die Herzen der Triathlon-Fans eingebrannt – mit jeder Pedalumdrehung, jedem Schritt und jeder Schweissperle.

Gratulation an alle, die gefinisht haben. Oder wie man in der Schweiz sagt: Läuft bei euch!

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