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Wie unterscheidet sich das typische Sportlerherz vom klassischen Herz?

Erstmal kommt es darauf an, welche Sportart man betreibt. Wer regelmäßig klassische Ausdauersportarten wie eben Laufen trainiert, entwickelt das gesunde, vergrößerte Sportherz. Bei Kraftsportlern, Ballsportlern aber auch Sprintern wiederum tritt diese Ausbildung nicht bzw. deutlich geringer auf.

Die Merkmale eines Sportlerherzes

Das größere Sportherz kennzeichnet sich durch eine Erweiterung aller Herzkammern mit Verdickung der Herzmuskulatur sowie Erweiterung der Herzkranzgefäße. Die Folge langjährigen Ausdauertrainings ist ein perfekt durchbluteter, leistungsfähiger Herzmuskel.

Ökonomisches Herz

Das Herzvolumen beträgt bei sehr stark trainierten Personen in der Regel bei Untrainierten ca 10 - 11 ml/kg (bei Frauen durchschnittlich 1 ml/kg geringer), kann bei stark trainierten Ausdauersportlern aber bis auf 20 ml/kg ansteigen. Dadurch steigt auch die Förderleistung des Herzen (größeres Schlagvolumen). In Ruhe ist das Schlagvolumen bei Ausdauersportlern höher als bei Untrainierten, weil es langsamer schlägt. Es arbeitet ökonomischer. Das Herzminutenvolumen ergibt sich aus Schlagvolumen * Herzfrequenz (SV * Hf). Bei körperlich hoher Intensität erreicht der Sportler ein deutlich größerer Herzminutenvolumen. Dadurch gelangt auch mehr Blut und Sauerstoff zur Arbeitsmuskulatur (VO2). Die maximale Förderleistung ist mit 40 Liter Blut pro Minute mehr als doppelt so groß als bei Nicht-Ausdauersportlern.

Atemfrequenz

Ein weitere Effekt von trainierten Ausdauersportlern ist die länger anhaltende ruhige Atmung. Bei körperlich hoher Belastung erhöht er zuerst die Tiefe seiner Atemzüge, bevor es zu einer Erhöhung der Atemfrequenz kommt. Bei Untrainierten kommt es jedoch viel rascher zu einer erhöhten Atemfrequenz.

Ruhepuls sagt wenig aus

Der Ruhepuls sollte übrigens nicht als Vergleich der Leistungsfähigkeit unter Sportlern heran genommen werden. Ausdauersportler haben zwar häufig einen niedrigeren Puls (bis zu 30 Schläge pro Minute), das bedeutet aber nicht automatisch eine bessere Leistungsfähigkeit. Vielmehr lässt die regelmäßige Aufzeichnung des Ruhepuls die aktuelle individuelle Leistungsfähigkeit beurteilen. Liegt der Ruhepuls eines Sportlers mehr als 10 Schläge über seinem durchschnittlichem Wert, so deutet das auf unzureichende Regeneration hin - die Folge ist eine erhöhte Infekt- und Verletzungsanfälligkeit, sofern es zu keiner Reduktion des Trainingsumfanges und der -intensität kommt. 

Wer mit dem Ausdauersport abschließt, sollte beachten, das sich bei längerer Inaktivität auch das Sportherz auf das Ursprungsniveau zurückbildet.

Übrigens, auch ausreichend Schlaf ist wichtig für unsere Leistungsfähigkeit. Wieso das so ist, erfährst du hier:


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