Wenn sich am 31. August die Weltelite der Langstreckenläufer beim Sydney-Marathon trifft, dann mischt ein Deutscher ganz vorne mit: Samuel Fitwi.
Der 29-jährige Ausnahmeathlet, der vor wenigen Wochen den Hannover Marathon für sich entschieden hatte, hat sich gegen einen Start bei der Leichtathletik-WM 2025 entschieden – und für das große Duell auf einem der härtesten Kurse der Marathonwelt. Die Premiere des Sydney-Marathons in der prestigeträchtigen World-Marathon-Majors-Serie wird zur Bühne für seinen nächsten Angriff auf die Weltspitze.
Statt Berlin – Australien: Fitwis mutige Entscheidung
Der deutsche Marathonrekordler wählte bewusst nicht den schnellen Asphalt von Berlin, sondern die fordernde Topografie Sydneys. Dort trifft er möglicherweise auf den Mann, an dem sich im Marathonlauf alle messen müssen: Eliud Kipchoge. „Sydney ist neu im Kreis der World-Marathon-Major-Serie und es reizt mich, bei dieser Premiere anzutreten“, erklärte Fitwi beim Medientermin im Trierer CITY SPORT, einem Partner seines Vereins Silvesterlauf Trier.
Während andere Athleten auf bekannte Strecken setzen, sucht Fitwi den Weg über das Risiko – über eine Strecke, die für Bestzeiten kaum geeignet ist. Dennoch: Es ist ein mutiger Schritt, ein Zeichen. Der Sydney-Marathon wird zur Feuerprobe und möglicherweise zum internationalen Ritterschlag für den Deutschen.
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Kipchoge – das Maß aller Dinge
Wer sich mit Kipchoge misst, spielt nicht mehr nur mit – er will gewinnen. Der 40-jährige Kenianer ist zweifacher Olympiasieger und fünfmaliger Berlin-Marathon-Champion. Seine inoffizielle Fabelzeit von 1:59:40 Stunden aus Wien bleibt unvergessen – auch wenn sie aufgrund der außergewöhnlichen Bedingungen nicht als offizieller Weltrekord anerkannt ist. Tempomacher, perfekte Witterung, exakt getaktete Strategie – das Experiment gelang, die Zeit wurde Geschichte. Und Fitwi? Der zeigt Respekt, aber keinen falschen Ehrfurcht.

„Diese Chance würde ich nicht noch einmal bekommen“, sagte der gebürtige Eritreer, der inzwischen die deutsche Marathon-Zukunft prägt. Seine Bestzeit von 2:04:56 Stunden, erzielt in Valencia, unterstreicht das: Fitwi läuft auf absolutem Weltklasseniveau. Doch in Sydney geht es nicht um Sekundenjagd – es geht um Positionierung in einem Topfeld, es geht um internationale Anerkennung. Es geht um Kipchoge.
Sydney-Marathon als Wendepunkt?
Die Streckenführung in der australischen Metropole ist berüchtigt: Anstiege, Brücken, Häuserschluchten – kein Terrain für einen Rekordlauf. Fitwi weiß das. „Darüber hinaus eröffnet sich mir so die Gelegenheit, gegen Ende des Jahres noch ein schnelles Rennen über die Marathondistanz zu laufen“, verrät er im Wochenspiegel – und denkt offenbar schon weiter. Der Berlin-Marathon kommt wegen der Terminüberschneidung mit Sydney nicht infrage. Dafür wartet am Jahresende das Heimspiel beim Silvesterlauf in Trier, wo Fitwi traditionell antritt.
Strategie statt Rekordwahn
Während viele Spitzenläufer auf Zeitenjagd gehen, denkt Fitwi in Etappen. Der Sydney-Marathon ist dabei nicht nur sportlich, sondern auch strategisch klug gewählt: internationale Sichtbarkeit, ein anspruchsvolles Teilnehmerfeld, ein Format mit wachsendem Prestige. Und: die mögliche Konfrontation mit Kipchoge auf Augenhöhe. Ein Rennen, das ihm auf der ganz großen Bühne den Durchbruch bringen kann.
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