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Ivona Dadic gelang beim 1-Stunden-Siebenkampf in Amstetten ein außergewöhnlicher inoffizieller Weltrekord.

6.235 Punkte konnte die Oberösterreicherin innerhalb einer Stunde auf ihrem Siebenkampf-Konto verbuchen. Nie zuvor holte eine Mehrkämpferin binnen einer Stunde so viele Punkte wie Ivona Dadic.

Sieben Disziplinen binnen 60 Minuten

Es war nicht der erste internationale große Erfolg von Ivona Dadic, der ihr am 23. Juli 2020 beim Ein-Stunden-Siebenkampf in Niederösterreich gelang. Zusammen mit Landsfrau Sarah Lagger und der Schweizerin Geraldine Ruckstuhl startete sie am 17 Uhr diesen außergewöhnlichen Wettkampf, der live via TV mitverfolgt werden konnte.

27 Jahre alten Rekord gebrochen

Den bisherigen inoffiziellen Weltrekord im 1-Stunden-Siebenkampf hielt seit 1993 die Deutsche Sabine Braun, die damals binnen 45 Minuten auf 6.214 Punkte kam. Ivona Dadic, dessen persönliche Bestleistung in einem "normalen" Siebenkampf bei 6.552 Punkten liegt, wollte zumindest die 6.000-Punkte-Marke knacken. Schlussendlich sollte es sogar eine Weltbestleistung werden.

Fast auch Weltjahresbestleistung

Mit 6.235 Punkten verbesserte die 26-Jährige den Weltrekord im 1-Stunden-Siebenkampf um 21 Zähler. Zudem reihte sie sich sogar auf Platz 2 in der Jahresweltbestenliste ein. Mehr Punkte schaffte dieses Jahr nur Adriana Rodriguez. Die Kubanerin erreichte bei einem gewöhnlichen Siebenkampf über zwei Tage 6.304 Punkte.

Die Leistungen von Ivona Dadic bei ihrem inoffiziellen Weltrekord

  • 100 Meter Hürden: 13,64 Sekunden
  • Hochsprung: 1,80 Meter
  • Kugelstoßen: 14,84 Meter
  • 200 Meter: 24,32 Sekunden
  • Weitsprung: 5,76 Meter
  • Speerwurf: 47,60 Meter
  • 800 Meter: 2:19,10 Minuten

„Ein normaler Siebenkampf in zwei Tagen ist schon anstrengend, ein Ein-Stunden-Siebenkampf tut unfassbar weh. Aber wenn ich jetzt meine Punkteleistung sehen, dann sind die Schmerzen mit einem Schlag weg“, strahlte Dadic, die in Amstetten überlegen vor Sarah Lagger (5.784 Punkte) und Geralinde Ruckstuhl (5.000 Punkte) gewann.

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Die Erfolge von Ivona Dadic

Es war nicht der erste internationale Erfolg von Ivona Dadic. Erstmals für großes Aufsehen sorgte Dadic im Jahr 2012, als sie mit nur 18 Jahren beim Leichtathletik-Meeting in Götzis mit 5.959 Punkten nicht nur einen Landesrekord aufstellte, sondern auch das Limit für die Olympischen Spiele 2012 in London löste. Dort belegte sie den 25. Rang.

Weitere Landesrekorde

Drei Jahre später gelang ihr bei internationalen Titelkämpfen erstmals der Sprung auf das Podest. Bei den U23-Europameisterschaften in Estland wurde sie mit erneutem Landesrekord von 6.033 Punkten EM-Dritte. Im selben Jahr gelang ihr in Frankreich mit 6.151 Punkten erneut eine Leistungssteigerung. Doch auch dieser Rekord hielt nicht lange Bestand.

EM- und WM-Medaillen

Ivona Dadic im Jahr 2017 bei der Freiluft-WM in London. Foto: ÖLV / Jean Pierre Durand

2016 trumpfte Ivona Dadic bei den Freiluft-Europameisterschaften in Amsterdam auf. Die gebürtige Oberösterreicherin erkämpfte sich mit einem weiteren Österreichischen Rekord von 6.408 Punkten die Bronze-Medaille. Es war ihre erste internationale Medaille in der allgemeinen Klasse.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio blieb sie als 21. etwas unter ihren Erwartungen. Doch die nächsten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Im Winter 2017 steigerte sie den Fünfkampf-Landesrekord auf 4.520 Punkte. Doch dieser Rekord hielt nicht lange Bestand. Denn nur wenige Wochen später wurde sie bei der Hallen-EM mit 4.767 Punkten Zweite.

Nachdem Dadic bei der Freiluft-WM 2017 mit einem weiteren Siebenkampf-Landesrekord von 6.417 Punkten Sechste wurde, gelang ihr ein Jahr später bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham erstmals auch eine Medaille bei globalen Titelkämpfen. Dort wurde sie mit 4.700 Punkten sensationelle Zweite im Fünfkampf.

Blecherne und frühes Aus

Danach hatte Dadic trotz weiterer Leistungssteigerungen etwas Pech. 2018 belegte sie bei den Freiluft-Europameisterschaften in Berlin nach einer weiteren Verbesserung des Landesrekordes auf 6.552 Punkte "nur" Platz 4. Auch bei den Hallen-Europameisterschaften 2019 verpasste sie als Vierte mit 4.702 Punkten nur knapp die Medaillenränge, ehe bei der Freiluft-WM 2019 in Dubai nach nur wenigen Sekunden in der ersten Disziplin das verletzungsbedingte Aus folgte.

Doch auch von diesen kleinen Rückschlägen lies sich Ivona Dadic nicht negativ beeinflussen. Denn mit diesem hervorragenden Siebenkampf-Weltrekord hat sie auf jeden Fall ihr Potential für weitere internationale Spitzenplätze unterstrichen.

Die größten Erfolge von Ivona Dadic:

  • Silber bei den Hallen-Weltmeisterschaften 2018 in Birmingham
  • Silber bei den Hallen-Europameisterschaften 2017 in Belgrad
  • Bronze bei den Freiluft-Europameisterschaften 2016 in Amsterdam
  • Bronze bei den U23-Europameisterschaften 2015 in Tallin
  • Mehrfache Österreichische Rekorde im Siebenkampf zwischen 2012 und 2018
  • Mehrfache Österreichische Rekorde im Fünfkampf
  • Inoffizieller Weltrekord im 1-Stunden-Siebenkampf

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