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Cali Marathon feiert am Sonntag spektakuläre Premiere

Wenn Cali am Sonntagmorgen zum ersten Mal seine Startlinie für den neuen Maratón de Cali öffnet, erwartet die Stadt ein echtes Feuerwerk des Laufsports.

Was anderswo jahrelang wächst, bringt die „Stadt des Salsa“ gleich beim Debüt auf die Straße: ein Weltklassefeld mit nationalen Rekordhaltern, internationalen Topstars und ehrgeizigen Lokalmatadoren – ein Event, das von Anfang an Geschichte schreiben will.

Ein Debüt mit Ansage

Die Erwartungen sind hoch, doch Cali liefert bereits vor dem ersten Startschuss. Der Maratón de Cali (Cali Marathon) ist nicht nur von World Athletics mit dem Elite-Label ausgezeichnet worden, sondern auch strategisch klug als Sprungbrett für den Boston-Marathon 2026 platziert. Das Konzept: statt Jagd auf Weltrekorde gibt es bei 1.000 Metern Höhenlage vor allem eines zu sehen – echte Rennen, ohne Tempomacher, mit offenem Visier. Eine Philosophie, die immer mehr Veranstalter aufgreifen und die das Publikum begeistert.

Starpower aus Ostafrika

Angeführt wird das Männerfeld vom Ausnahmeathleten Gabriel Geay aus Tansania. Der nationale Rekordhalter über Halbmarathon (59:18) und Marathon (2:03:00) reist mit beeindruckender Form an – zuletzt Zweiter beim Boston-Marathon 2023. „Ich freue mich, wieder in Cali zu sein. Die Strecke kenne ich noch nicht, aber ich werde mein Bestes geben, um in dieser feuchten Luft eine gute Zeit zu laufen,“ sagte er beim Pressetermin.

Geay trifft jedoch auf geballte Erfahrung. Der Kenianer Abel Kirui, zweifacher Weltmeister und Olympia-Zweiter, bringt trotz seiner 2:05:54 vielleicht nicht mehr ganz die Frische früherer Tage mit, dafür aber jede Menge taktisches Geschick. Gefährlicher erscheinen seine Landsmänner Ronald Korir (2:04:22), Boniface Kiplimo (2:05:04) und Eric Kiptanui (2:05:47), die alle in den letzten Jahren auf großen Bühnen brillierten.

Der Altmeister kehrt zurück

Für zusätzliche Spannung sorgt Dennis Kimetto. Der ehemalige Weltrekordhalter (2:02:57 im Jahr 2014) läuft im Alter von 41 Jahren seinen letzten internationalen Zyklus – seine persönliche Farewell-Tour. In Dubai zeigte er mit 2:14:56, dass er noch lange nicht abgeschrieben ist. Ob er sich in der Höhenlage von Cali genauso stark präsentieren kann, bleibt abzuwarten.

Starker Süden: Südamerikas Elite will sich beweisen

Auch Südamerika bringt Hochkaräter an den Start. Mit Jorge Castelblanco aus Panama (2:09:24), Joaquim Arbe aus Argentinien (2:09:36) und Derlys Ayala aus Paraguay (2:10:11) sind gleich drei Kontinental-Rekordhalter dabei – alle bereit, der ostafrikanischen Dominanz Paroli zu bieten.

Frauenrennen mit klarer Favoritin

Im Rennen der Frauen steht Helalia Johannes aus Namibia im Fokus. Ihre Bestzeit von 2:19:52 spricht für sich, genau wie ihr Commonwealth-Titel von 2018. Nach einem enttäuschenden Auftritt bei den Olympischen Spielen in Paris gibt sie sich in Cali kämpferisch: „Eine Verletzung hat mich in Paris zurückgeworfen, aber mein Training lief gut. Ich bin bereit, hier zu gewinnen.“

Ihre stärksten Konkurrentinnen sind Jackline Sakilu (Tansania, 2:21:27), Emma Ndiwa (Kenia, 2:25:14) und Adenench Mekonnen (Äthiopien, 2:26:01). Dazu kommt mit Rosa Chacha eine südamerikanische Hoffnungsträgerin aus Ecuador (2:26:34).

Eine Vision für Cali

Hinter dem Event steht kein Geringerer als Luis Felipe Posso, ein Sohn der Stadt, der als internationaler Athletenmanager Erfolge rund um den Globus feiert. Von Florida ist er zurück nach Cali gezogen, um dem Marathon Leben einzuhauchen. „Mein Traum ist es, Cali zum größten und besten Marathon Südamerikas zu machen,“ erklärte Posso beim Auftaktevent. Gemeinsam mit Bürgermeister Alejandro Eder will er die Stadt als sportliches Zentrum am Pazifik neu positionieren.

Ein Lauf für alle

Mehr als 10.000 Teilnehmer werden erwartet – darunter über 2.500 internationale Läufer. Neben dem Marathon finden ein 15-km-Lauf sowie eine Mini-Maratón über 4,2 km statt. Doch das wahre Highlight bleibt das Eliterennen, für das Posso über 70 Spitzenläufer verpflichten konnte – eine Zahl, die selbst etablierte Marathons erblassen lässt.

Mit einem hochkarätigen Feld, einer stimmungsvollen Strecke und einer Stadt, die bereit ist, sich neu zu erfinden, steht Cali vor einem sportlichen Neustart mit Signalwirkung – vielleicht nicht himmlisch, aber ganz sicher geschichtsträchtig.

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