Kaum jemand hätte beim diesjährigen Chicago-Marathon mit einem Weltrekord gerechnet.
Nur zwei Monate nach den Olympischen Spielen fehlten viele der Topstars. Doch in Chicago kam alles anders: Ruth Chepngetich lief nicht nur einen neuen Weltrekord, sie durchbrach auch eine historische Schallmauer.
Ersten 5 km in 15 Minuten
Nachdem Chepngetich im April beim London-Marathon in 2:24:36 Stunden nur den neunten Platz belegte und damit ihre Chancen auf eine Olympia-Teilnahme vergab, richtete sie ihr Training frühzeitig auf den Chicago-Marathon aus. Dort entwickelte sich ein Rennen, das vom ersten Meter an die gesamte Leichtathletikwelt in Staunen versetzte. Die Elite-Läuferinnen absolvierten die ersten fünf Kilometer in exakt 15 Minuten – nur unwesentlich langsamer als die Männer. Damit lag das Frauenfeld zu Beginn auf Kurs für eine Zielzeit von 2:06 bis 2:07 Stunden.
Fast sogar den Halbmarathon-Rekord geknackt
Nach zehn Kilometern setzte sich Chepngetich von ihrer letzten Verfolgerin ab und hielt mit ihren Tempomachern das unglaubliche Tempo aufrecht. Die erste Hälfte des Marathons absolvierte sie in 1:04:16 Stunden und blieb damit nur 14 Sekunden über ihrem eigenen Halbmarathon-Landesrekord. Bislang haben nur drei weitere Frauen weltweit die Halbmarathon-Distanz in weniger als 1:04:16 Stunden zurückgelegt. Doch Chepngetich, Weltmeisterin im Marathon von 2019, zeigte keine Ermüdungserscheinungen und hielt das hohe Tempo auch in der zweiten Rennhälfte konstant.
Erste Frau unter 2:10 Stunden
Als sich gegen Ende des Marathons bereits abzeichnete, dass ein neuer Weltrekord fallen würde, legte Chepngetich auf den letzten Metern noch einen Sprint hin. Mit einer inoffiziellen Endzeit von 2:09:56 Stunden schrieb sie Marathon-Geschichte: Sie ist die erste Frau, die die Zwei-Stunden-und-zehn-Minuten-Marke unterbot: "Ich fühle mich so großartig. Ich bin sehr stolz auf mich. Das ist mein Traum. Ich habe viel gekämpft und an den Weltrekord gedacht. Der Weltrekord ist nach Kenia zurückgekehrt und ich widme diesen Weltrekord Kelvin Kiptum.“, so Chepngetich in einem ersten Statement nach dem Lauf.
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Vergleichbar mit Männer-Marathon unter 2 Stunden
Den im Vorjahr von Tigist Assefa (Äthiopien, Berlin-Marathon) aufgestellten Weltrekord von 2:11:53 Stunden verbesserte Chepngetich um fast zwei Minuten. Diese Leistung gilt als eine der bedeutendsten in der Geschichte des Laufsports und ist mit einer Marathonzeit der Männer unter zwei Stunden vergleichbar – ein Meilenstein, der in einem regulären Rennen noch unerreicht ist.
Den Männer-Marathon in Chicago gewann John Korir (Kenia) in 2:02:44 Stunden, womit er sich auf Platz zwei der Jahresbestenliste einreihte.
Splitzeiten von Ruth Chepngetich
| Distanz | Zeit |
|---|---|
| 5 km | 15:00 |
| 10 km | 30:14 |
| 15 km | 45:32 |
| 20 km | 1:00:51 |
| HM | 1:04:16 |
| 25 km | 1:16:17 |
| 30 km | 1:31:49 |
| 35 km | 1:47:32 |
| 40 km | 2:03:11 |
| M | 2:09:56 |
Alle Resultate und Fotos vom Chicago Marathon
Foto: © Clark Adams, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
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