Über 55.000 Läufer waren heute beim Paris Marathon am Start.
Seit mittlerweile 49 Jahren wird in der Stadt der Liebe Marathon gelaufen. Und in diesen fast fünf Jahrzehnten hat sich Paris zu einer der größten Marathonveranstaltungen der Welt entwickelt.
Eine bedeutende Veranstaltung in der Marathon-Welt
Im Vorjahr gelang dem Paris Marathon mit 54.175 Finishern sogar ein neuer Weltrekord an Finishern bei einer Marathon-Veranstaltung, der aber mittlerweile von New York übertroffen wurde. Doch Paris hat in einer anderen Hinsicht noch Nachholbedarf: Die Strecke bleibt weit hinter dem absoluten Weltniveau zurück. Der Streckenrekord liegt bei 2:04:21 Stunden bei den Männern und 2:19:48 Stunden bei den Frauen – Zeiten, die bei den Top-Marathons der Welt längst unterboten wurden.
Ein herausforderndes Umfeld
Die letzten Anpassungen der Strecke, die im Jahr 2023 vorgenommen wurden, sollten schnellere Zeiten ermöglichen, aber die erhoffte Umsetzung blieb bislang aus. So reichte es im Vorjahr für Mulugeta Uma mit 2:05:33 Stunden nur für den Sieg, während Mestawut Fikir bei den Frauen sogar über 2:20 Stunden blieb. Ein weiteres Problem für Paris: Die Konkurrenz im Frühling ist gewaltig. Marathons in Rotterdam, Boston und London ziehen die Weltklasseläufer an, sodass viele Top-Athleten diese großen Events bevorzugen.
Auch beim Paris Marathon 2025 blieb der erhoffte Durchbruch aus. Trotz der riesigen Teilnehmerzahl und der spektakulären Kulisse der Stadt war es klar, dass Paris noch einiges zu tun hat, um mit den Spitzenveranstaltungen wie Berlin, Chicago oder London Schritt zu halten.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Triumph des Tempos: Kenia und Äthiopien glänzen
Bei optimalen Bedingungen und einer begeisterten Zuschauerkulisse entfaltete sich ein dramatisches Rennen, das vor allem durch seine explosiven Tempowechsel und packenden Duelle in Erinnerung bleiben wird.
Neun Männer erreichten die 30-Kilometer-Marke gemeinsam, doch bei Kilometer 33 explodierte das Rennen förmlich: Der junge Kenianer Benard Biwott, der kurz vor seinem 23. Geburtstag steht, zündete eine Attacke, die das Feld zerriss. In einem beispiellosen Antritt ließ er seine Konkurrenten hinter sich und überquerte die Ziellinie nach 2:05:25 Stunden – nur 54 Sekunden hinter dem Streckenrekord von Elisha Rotich, der sich diesmal mit Rang zwölf zufriedengeben musste.
„Ich bin wirklich glücklich über den Sieg“, sagte Biwott erschöpft aber strahlend. „Ich habe die ganze Zeit hart gearbeitet und bin mit meiner Zeit sehr zufrieden. Es war sehr hart, aber ich habe alles gegeben.“
Mit seinem Triumph verdrängte er den äthiopischen Vorjahressieger Mulugeta Uma und bescherte Kenia den 16. Sieg auf Pariser Boden. Der Dschibutier Ibrahim Hassan folgte in 2:06:13 Stunden auf Platz zwei, dicht gefolgt vom Kenianer Sila Kiptoo, der mit 2:06:21 Stunden das Podium komplettierte.
Frankreichs Hoffnungsträger kämpft sich durch
Für die französischen Läufer war es ein durchwachsener Tag. Hassan Chahdi, der bei den letzten Olympischen Spielen den 20. Platz belegte, musste kurz nach der Halbzeit aufgeben. Der beste Franzose wurde schließlich Jason Pointeau, der als Fünfzehnter mit 2:13:36 ins Ziel kam – knapp vor Florian Caro und Yohan Durand.
Bedatu Hirpa krönt sich zur Marathon-Königin
Auch im Frauenrennen sorgten die Ostafrikanerinnen für Furore. Nach einem taktisch geprägten ersten Teil des Rennens setzte sich ein Quartett in den letzten zehn Kilometern ab. Auf dem finalen Abschnitt Richtung Avenue Foch löste sich die Äthiopierin Bedatu Hirpa von ihrer Landsfrau Dera Dida und lief in 2:20:45 Stunden zu einem überzeugenden Sieg.
„Ich habe gebrüllt, als ich über die Ziellinie lief, denn ich wollte den Marathon de Paris unbedingt gewinnen. Ich war überglücklich und wollte meine Freude zum Ausdruck bringen. Es war ein hartes Rennen, aber der Sieg wäscht das Leid weg.“
Hirpa, die erst im Januar beim Dubai-Marathon mit 2:18:27 eine persönliche Bestzeit aufgestellt hatte, sorgte für den zweiten äthiopischen Triumph in Paris nach Mestawut Fikir. Dera Dida folgte ihr mit nur vier Sekunden Rückstand. Die Kenianerin Angela Tanui komplettierte mit einer Zeit von 2:21:07 das Podium.
Judith Keptum, die 2022 den Streckenrekord (2:19:48) aufgestellt hatte, musste sich diesmal mit Platz acht begnügen, nachdem die Spitzengruppe auf den letzten Kilometern das Tempo nicht mehr halten konnte.
Beste Französin wurde Loréna Meningand, die sich mit konstantem Tempo den zwölften Platz in 2:36:33 sicherte – ein respektables Ergebnis in einem stark besetzten Feld.
Neuer Finisher-Rekord
Mit 55.495 Finishern übertraf der Marathon de Paris den Rekordwert aus dem Vorjahr um mehr als 1.000 Läufer. Der Weltrekord des New York Marathons (55.641 Finisher) wurde nur hauchdünn verpasst.
Ergebnisse Paris Marathon 2025: Herren
- Benard Biwott (KEN) 2:05:25
- Ibrahimi Hassan (DJI) 2:06:13
- Sila Kiptoo (KEN) 2:06:21
- Enock Kinyamal (KEN) 2:06:32
- Dominic Ngeno (KEN) 2:06:37
Ergebnisse Paris Marathon 2025: Frauen
- Bedatu Hirpa (ETH) 2:20:45
- Dera Dida (ETH) 2:20:49
- Angela Tanui (KEN) 2:21:07
- Magdalena Shauri (TAN) 2:21:31
- Kasanesh Baze (ETH) 2:24:35


Kommentar schreiben