Wenn sich Hike-and-Fly-Helden in luftige Höhen schwingen und dabei die Alpen zu ihrer Bühne machen, dann ist klar: Red Bull X-Alps 2025 ist in vollem Gange.
Und was für ein Finale das war! Ein spektakulärer Showdown mit Wendungen, Höhenmetern und einem Sieger, der Geschichte geschrieben hat – Aaron Durogati.
Der Südtiroler Vollblutsportler, bekannt für seine Nerven aus Stahl und sein Gespür für den Wind, hat nach über einem Jahrzehnt Anläufen endlich das erreicht, was ihm noch gefehlt hat: den Sieg bei Red Bull X-Alps. Der zweifache Weltcupsieger im Gleitschirmfliegen hatte 2025 einen Plan – und den setzte er meisterhaft um.
Ein Geniestreich über dem Karwendel
Der Moment, der alles veränderte, kam auf der letzten Etappe. Beim Anflug auf Turnpoint 14, der malerischen Lermoos - Tiroler Zugspitz Arena, lag Durogati nur einen Wimpernschlag vor seinen Verfolgern: Chrigel Maurer, Simon Oberrauner und Lars Meerstetter. Doch was dann geschah, war pure Taktik gepaart mit Mut.
Während die Konkurrenz auf die Südroute setzte, ging Durogati aufs Ganze: Er erklomm 1.000 Höhenmeter – wohlgemerkt nach Tagen voller Strapazen – nur um anschließend nördlich des Innsbrucker Luftraums in die Thermik einzusteigen. „Ich wusste, das ist meine Chance. Der direkte Weg war riskant, aber er fühlte sich richtig an“, erklärte er später.

Und wie richtig er lag! Während seine Rivalen noch über den Bergen kreisten, rauschte der Italiener wie ein Gleitflug-Phantom in Richtung Zell am See und ließ dabei einen Vorsprung von satten 30 Kilometern wachsen.
Die Krönung auf der Schmittenhöhe
Der Rest war ein einziger Triumphzug. Um 19:24 Uhr setzte Durogati an der Schmittenhöhe zur Landung an – der letzte Turnpoint vor dem Ziel. Minuten später glitt er majestätisch hinab auf das berühmte Floß im Zeller See. Ziel erreicht. Um 20:01 Uhr berührten seine Füße das Wasser. Und mit ihnen die Geschichte von Red Bull X-Alps 2025.
Was folgte, waren Szenen purer Emotion: Tränen, Jubel, ein Athlet, der jahrelang hart gearbeitet hatte und nun ganz oben stand. „Es ist unglaublich, dass ich es geschafft habe! Mein Gleitflug auf die Schmittenhöhe war der Wahnsinn“, so ein überwältigter Durogati direkt nach dem Finish.

Ein Podium mit Überraschungen
Doch auch hinter dem Sieger wurde es spannend: Lars Meerstetter holte sich überraschend den zweiten Platz, dicht gefolgt von Simon Oberrauner. Altmeister Chrigel Maurer, der Dominator der vergangenen Jahre, musste sich mit Rang vier zufriedengeben. „Aaron war einfach zu schnell“, kommentierte er sportlich fair.
Einmal mehr wurde klar: Bei Red Bull X-Alps gewinnt nicht nur der Stärkste, sondern der mit dem besten Plan und dem richtigen Timing.
Ein Rennen wie kein anderes
Die Organisatoren um Ulrich Grill, der das Rennen gemeinsam mit dem 2016 verstorbenen Abenteurer Hannes Arch ins Leben gerufen hatte, waren aus dem Häuschen. „Das war das aufregendste Finale in der Geschichte von Red Bull X-Alps! Zum ersten Mal seit 2009 haben wir einen neuen Sieger. Ich gratuliere Aaron Durogati für seine spektakuläre Leistung im diesjährigen Rennen“, so Grill euphorisch.

In seiner zwölften Auflage war Red Bull X-Alps 2025 härter, spannender und emotionaler als je zuvor. Knapp 30 Weltklasseathleten kämpften sich Tag für Tag über Gletscher, Felsen und Gipfel, liefen täglich bis zu 150 Kilometer oder flogen durch tückische Thermik – ein Ritt auf Messers Schneide. Und genau das macht den Reiz dieses einzigartigen Abenteuerrennens aus.
Mehr als 4.000 Höhenmeter pro Tag, unzählige Kilometer zu Fuß, Entscheidungen im Sekundentakt – Red Bull X-Alps ist nichts für schwache Nerven, sondern der ultimative Härtetest für Körper und Geist. Nur die besten Hike-and-Fly-Piloten der Welt wagen sich an diese Herausforderung. Und 2025 gehörte der Sieg einem Mann, der nie aufgegeben hat.
Aaron Durogati – der neue König der Alpen.
Fotos: © Red Bull Content Pool
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