In Genf knistert es schon wieder im Laufschuh – der 47. Course de l’Escalade steht in wenigen Monaten vor der Tür, und das Organisationskomitee rund um Jerry Maspoli hat die Startnummern diesmal mit einer feinen Mischung aus Sportlogik und Schweizer Raffinesse gewürzt.
Am Wochenende des 6. und 7. Dezember 2025 wird’s in der Altstadt nicht nur sportlich, sondern auch bunt, laut und herzlich chaotisch. Nur eines ist dieses Jahr anders: Es gibt Limiten. Ja, Sie haben richtig gelesen – der Course de l’Escalade zieht die Notbremse. Und das ist gut so.
„Diese Jahr wollen wir sicherstellen, dass alle Teilnehmenden in ihrem Rhythmus und in Sicherheit laufen können“, erklärt Jerry Maspoli, Präsident des Organisationskomitees. Und darum wird die Zahl der Startplätze begrenzt. Mehr Qualität, weniger Gedränge – ein Kompromiss, wie er schweizerischer kaum sein könnte.
Blockweise ins Ziel – mit System, nicht im Zickzack
Die beliebte Strecke des Course de l’Escalade bleibt zwar dieselbe, doch das Timing bekommt ein neues Taktgefühl. Vor allem am Samstag wird umdisponiert: Die Rennen in den Blöcken nach Laufgeschwindigkeit starten neu bereits ab 10:50 Uhr mit den 2-Tour-Kategorien. Die 3-Tour-Runner legen ab 13:55 Uhr los. Der Clou? In beiden Formaten gibt’s je einen zusätzlichen Startblock. Mehr Luft, mehr Platz, mehr Freude am Rennen.
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Doch das war’s noch lange nicht mit den Neuerungen. Während am Tag die Zeiten purzeln, wird’s am Abend fantasievoll: Die berühmt-berüchtigte „Marmite“-Parade bringt ab 19:20 Uhr Farbe in die Gassen – schrille Verkleidungen, schiefes Lachen und eine Portion Narrenfreiheit inklusive. Mit dem Walking-Start ab Veyrier bekommt sogar das gemächliche Gehen seine verdiente Bühne.

Sonntag – bewährt und doch ein bisschen neu
Der Sonntag bleibt im Großen und Ganzen ein vertrauter Genusslauf durch die Altstadt. Nur bei der beliebten Eltern-Kind-Kategorie gibt’s ein Update: Ein zusätzlicher Start um 9:25 Uhr wird eingeführt. Danach rollen die Kinderläufe wie gewohnt durch bis in den frühen Nachmittag, ehe sich ab 14:35 Uhr die Crème de la Crème der Escaladélite ins Getümmel stürzt.
Zum grossen Finale gehören auch 2025 wieder die FlexiMix und die Staffelrennen – ein bunter, sportlicher Schlusspunkt, der Genf für ein weiteres Jahr als Laufhauptstadt der Westschweiz etabliert.
Soziale Verantwortung: Fondation Partage im Rampenlicht
Ein Sportfest mit Herz – auch das ist der Course de l’Escalade. 2025 steht die Fondation Partage im Mittelpunkt der karitativen Aktion. Die Organisation engagiert sich seit 2005 in der Lebensmittelhilfe, verteilt mit über 50 Partnervereinen Notwendiges an Bedürftige, kämpft gegen Food Waste und hilft Menschen zurück in die Arbeitswelt. Wer sich zum Course de l’Escalade anmeldet, kann direkt spenden – ein kleiner Klick mit grosser Wirkung.
PanpanCucul mischt Genf künstlerisch auf
Wer die offizielle Plakatwand des Course de l’Escalade schon gesehen hat, wird sich vermutlich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Der visuelle Wahnsinn stammt aus der Feder von Julien de Preux, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „PanpanCucul“. Der Valiser mit Genfer Wurzeln hat sich ganz dem Sarkasmus verschrieben – sein Stil: schwarz-weiss mit Farbspritzern, humorvoll, bissig, gesellschaftskritisch.
Für die 47. Ausgabe hat ihn das Komitee beauftragt, ein Bild zu schaffen, das den Charakter der Strecke wiedergibt. Das Resultat: ein aquarelliger Untergrund, wilde Gestalten in Bewegung, eingebettet zwischen der Kathedrale St-Pierre, einem stämmigen Adler und natürlich – der legendären Marmite. Das ist Kunst, die läuft.
Course de l’Escalade wird kompakter, klüger, kultiger
Wenn am 6. Dezember die Startpistole knallt, wird klar: Die Course de l’Escalade bleibt nicht stehen, sondern entwickelt sich mit vollem Elan weiter. Mehr Struktur, mehr Rücksicht, mehr Erlebnis. Und auch wenn’s vielleicht etwas schwerer wird, einen Startplatz zu ergattern – wer dabei ist, erlebt Genf von seiner sportlichsten, verrücktesten und menschlichsten Seite. Die Vorfreude läuft bereits warm.
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