Der Grossglockner ULTRA-TRAIL 2025: Wo der Berg entscheidet
Was für ein Brett! Der Grossglockner ULTRA-TRAIL hat sich zum 10-jährigen Jubiläum nicht mit Blümchen und Torten bedankt, sondern mit einem brutalen Mix aus Regen, Kälte, Graupel und orkanartigen Böen. Der GGUT 2025 – das war nichts für Warmduscher, sondern nur für die ganz Harten im Garten. Und die wurden – wie könnte es anders sein – vom Berg persönlich ausgesiebt.
Schon am Freitag um 22 Uhr fiel in Kaprun der Startschuss für das 110-Kilometer-Massaker. Doch statt epischer Panoramen gab’s epischen Wetterwahnsinn. Vor allem rund um die Glorerhütte wurde's richtig zach. Der Veranstalter zog die Notbremse: Abbruch! Nur acht Läufer kamen überhaupt bis ins Ziel. Der Rest? Vom Sturm gefressen oder ausgekühlt aus dem Rennen genommen. Willkommen beim GGUT 2025 – da entscheidet nicht der Wille, sondern die Wildheit des Wetters.
Ein Pakt im Graupel: Der Doppelsieg von Deutschbauer und Grasel
Und trotzdem gab’s einen (beziehungsweise zwei) Heldenmomente. Nach 13:54:38,2 Stunden stürmten Mathias Deutschbauer und Florian Grasel gemeinsam durchs Ziel. Kein Sprintduell, kein Showdown – sondern ein Schulterschluss inmitten der Wetterhölle.

„Mit Platz eins hier habe ich ein großes Ziel erreicht, vor zwei Jahren war ich noch Zweiter und wollte hier unbedingt reüssieren“, erklärte Deutschbauer mit Stolz. Grasel, mittlerweile eine GGUT-Legende mit drei Siegen, meinte: „Es waren vielleicht die schwierigsten Verhältnisse, die ich am GGUT je erlebt habe.“
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Die Entscheidung, sich gegenseitig zu pushen statt zu batteln, war keine Show, sondern pure Vernunft. „Die Sicherheit ging vor, wir hatten beide Stürze, und dann war klar: Wir ziehen das gemeinsam durch.“
Ein Podest aus Eis und Mut
Auf Platz drei landete sensationell Hannes Pörnbacher aus Olang im Pustertal – und das, obwohl er selbst kaum daran glaubte. „Ich hätte nie geglaubt, auf dem Podest zu landen, viel eher habe ich gehofft, nur ins Ziel zu kommen. Platz drei ist ein Wahnsinn.“

Der griechische Ausnahmeathlet Fotis Zisimopoulos schnappte sich Platz vier – aber fast wichtiger: Er überlebte. „Zum ersten Mal in meinem Läuferleben habe ich die Rettungsdecke herausgezogen, um mich warm zu halten.“ Harte Worte von einem, der sonst eher für Durchhalteparolen bekannt ist. „Ob ich wiederkomme? Nach jedem Rennen sage ich zuerst einmal: nie wieder!“
Kür, Chaos und ein Kapitelende
Bei den Frauen erreichte keine Teilnehmerin das Ziel bis zum Rennabbruch. Zu diesem Zeitpunkt lag die deutsche Eliteläuferin Miria Meinheit beim Checkpoint am Glocknerhaus klar in Führung.
Auch die anderen Distanzen liefen nicht ganz nach Plan: Die 37 km gingen mit Siegen von Hans-Peter Innerhofer und Mari Wetterhus noch über die Bühne, aber die 57- und 84-km-Läufe wurden vorzeitig gestrichen. Ohne Wertung, aber mit Respekt für die, die überhaupt antraten.

Und dann war da noch eine andere große Veränderung beim GGUT 2025: Organisator-Urgestein Hubert Resch übergab das Zepter – oder besser gesagt, den Trail – an den Zell am See-Kaprun Tourismus. Damit endet ein Jahrzehnt Leidenschaft.
Manuel Resch, neuer Kopf der Organisation, zeigt sich motiviert: „Die erfolgreiche Übergabe des Grossglockner ULTRA-TRAIL an Zell am See-Kaprun markiert einen wegweisenden Schritt in die Zukunft.“ Und wenn das Wetter 2026 wieder mitspielt, kann die nächste Ära starten – aber bitte mit etwas weniger Graupel!
Save the Date: Der GGUT 2026 steigt von 23. bis 26. Juli. Der Mythos lebt weiter.

Der GGUT 2025 war nichts für Weicheier
110 Kilometer Wahnsinn, acht Finisher, null Kompromisse – der Grossglockner ULTRA-TRAIL 2025 hat sich seinen Platz im Trail-Olymp gesichert. Und eines steht fest: Wer hier durchkommt, ist kein Läufer – sondern ein verdammter Bergheld.
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