Ein Heimrennen mit Geschichte
Kaprun wurde zur Bühne eines echten Berglauf-Krimis – und der Grossglockner ULTRA-TRAIL (GGUT) 2025 zur Bühne für einen Einstand nach Maß. Hans-Peter Innerhofer, seines Zeichens Salzburger Ausnahmeathlet, feierte ausgerechnet beim Jubiläum sein Debüt beim GGUT – und zerlegte den Weissee Gletscherwelt Trail (37 km, 1500 Hm) wie ein Schnitzel bei der Sonntagsjause.
In 3:26:05 Stunden holte sich Innerhofer den Sieg, satte sieben Minuten vor dem norwegischen Verfolger Aasmund Kjøllmoen Steien. Wer jetzt glaubt, der Triumph sei für den erfahrenen Läufer vom LC Oberpinzgau bloß ein weiterer Haken auf der Erfolgsliste, der irrt gewaltig.
Emotion statt Statistik
„Mit taugt es unheimlich, dass ich gewonnen habe. Es ist mein Heimrennen, Verwandte und Familienangehörige standen auf der Strecke und bei der Rudolfshütte“, so der sichtlich gerührte Innerhofer nach dem Rennen.
Der GGUT sei alles andere als ein Standard-Event: Bei der Jubiläumsausgabe – gleichzeitig der letzte Streich von Veranstalter-Legende Hubert Resch – standen gleich Läufer aus sechs Nationen unter den Top Ten. Ein leichter Spaziergang war das also nicht gerade. Und Innerhofer? Der hatte das Rennen fest im Griff – zumindest bis kurz vor Schluss.
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Salzkrise mit Happy End
Fünf Kilometer vor dem Ziel kam plötzlich das große Grübeln: Wo sind die Salzkapseln?! Der Energie-Chef hatte sie schlicht vergessen. „Ich hatte zehn Minuten Vorsprung und zog es vor, mich zwei, drei Minuten zu erholen und Platz eins verletzungsfrei ins Ziel zu bringen“, sagte Innerhofer trocken wie ein Keks auf der Alm. Läufer mit Köpfchen eben.
Sein Erfolgsrezept? Kein Zaubertrank. Vielmehr sind’s Gesundheit, Spaß an der Sache und ein voller Akku – körperlich wie mental. „So ein gutes Jahr wie dieses habe ich noch nie gehabt, ich bin gesund und verletzungsfrei, dies ist das Wichtigste, und wenn alles passt, kommen auch die Resultate.“

Erfolg mit Anlauf
Dabei hatte Innerhofer den Grossglockner ULTRA-TRAIL schon länger am Radar, aber nie so richtig Platz im Terminkalender. Meistens war er als Zuschauer dabei, während Freunde litten und schwitzten. Heuer war's dann soweit – und wie! Der Pinzgauer dominierte das Rennen fast durchgehend. Und das beim allerersten Antreten.
Vorschau: Jetzt wird’s richtig wild
Nach dem GGUT ist vor den nächsten Abenteuern. Ende August geht’s für Innerhofer zum OCC – Orsières-Champex-Chamonix – 57 km und 3500 Höhenmeter durch das französisch-schweizer Grenzgebiet. Im September warten dann gleich zwei Starts bei den World Mountain and Trail Running Championships in Canfranc-Pirineos (Spanien).
Der Mann ist heiß – und der GGUT hat einen neuen Namen auf seiner Siegerliste. Einen, den man sich merken muss. Hans-Peter Innerhofer. Lokalmatador, Salomon-Athlet, Trail-Zerstörer.

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