Ein Rennen, das zum Abenteuer wurde
Wenn der Berg ruft, dann kommen sie – egal ob Wind, Regen oder Schnee. Und genau so war’s auch beim Davos X-Trails 2025, wo sich am Samstag 2631 unerschrockene Läufer aufmachten, um Höhenmeter zu jagen und Legenden zu schreiben. Doch was als Trailrun begann, wurde zu einem echten Überlebensabenteuer zwischen Scalettapass, Sertigpass und der sagenumwobenen Fanezfurgga.
Schon früh zeichnete sich ab: Das wird kein Spaziergang. Statt Postkartenpanorama gab’s düsteren Nebel, peitschenden Nordwind, Eiseskälte und oben sogar Schneeflocken. Während unten noch motivierte Beine trabten, war oben bereits Chaos angesagt. Eine Stunde nach dem Start schrillten die Alarmglocken: Weiterlaufen oder abbrechen? Das OK-Team rund um Tarzisius Caviezel entschied sich für Option 3: Plan B aus dem Ärmel zaubern und den Diamond Run kurzerhand umleiten.
Trailrunner drehen um – aber nicht ab
Was dann folgte, war typisch Davos X-Trails: organisiert, sportlich, solidarisch. Wer den Dürrboden noch nicht passiert hatte, musste umkehren. Aber hallo, nicht etwa trottelig zurückmarschieren – nein, das war ein Rückweg im Eiltempo. Quasi ein Reverse-Trailrun mit Mitnahmeeffekt: Wer im mystischen Dischmatal noch aufwärts unterwegs war, wurde direkt eingesammelt. Trailrunner halt – immer für eine coole Aktion gut.

Die Crème de la Crème, also jene 458 Harten, die schon hinter dem Scalettapass unterwegs waren, wurden kurzerhand vom Sertig Dörfli aus Richtung Clavadel umgeleitet. Keine Fanezfurgga, kein Wasserfall, kein Monstein – aber dafür immerhin sicher ins Ziel. Und das war bei dem Wetter auch ein Erfolg.
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Regen, Ehre und Siegerzeiten
Im Zielbereich: strömender Regen, aber auch breite Grinser. Bei der Siegerehrung holten sich Davide Cheraz (3:27:40) und Kim Schreiber (3:58:20) die Diamond-Kronen, während Dorian Marchal (3:20:09) und Erika Monsch-Dicht (4:07:00) den Gold Run abräumten. Und das völlig verdient. Wer bei solchen Bedingungen vorne wegrennt, hat nicht nur gute Beine, sondern auch das Herz am rechten Fleck.

Zwei Klassemente trotz gleicher Strecke? Logo! Wer für 68 Kilometer geplant hat, läuft anders als jemand, der einen Marathon erwartet. Logik vom Feinsten, wie man sie bei den Davos X-Trails eben kennt.
Sicherheit first – Respekt second
Veranstaltungsleiter Tarzisius Caviezel betonte: „Die Sicherheit der Läufer hatte allerhöchste Priorität.“ Und ja, da kann man nur sagen: Mission accomplished. Auf dem Sertigpass gab’s Kontrollposten, am Dürrboden wurden alle durchgezählt, keiner blieb zurück. „Damit nichts passiert, unternahmen wir alles in unserer Macht Stehende.“ So muss das sein!

Ein dickes Dankeschön ging auch an die fast 300 freiwilligen Helfer, die sich bei Regen, Kälte und Nebel nicht aus dem Konzept bringen liessen. Ohne sie wäre der Davos X-Trails nicht das, was er ist: ein Event mit Seele.
Jud Power im Nebel
Lokalmatador Peter Jud brachte es auf den Punkt: „Ich finde es super, dass die Veranstalter Verantwortung übernahmen und wir uns auf sie verlassen konnten.“ Zusammen mit Bruder Rolf, Cousin Stefan und Schwager Michael Teichert lief er den Gold Run – nicht in der Wertung, aber mit Stolz und Stil. „Ich bin stolz auf Davos und den Mut der Organisatoren. Dank ihm konnte möglicherweise Schlimmes verhindert werden.“

Und genau darum geht's bei den Davos X-Trails: Laufen mit Herz, Mut bei Gegenwind und Entscheidungen mit Verantwortung. Eine Veranstaltung, die auch bei schlechtem Wetter glänzt – weil die Menschen dahinter einfach top sind.
Weitere Fotos und alle Ergebnisse von den Davos X-Trails 2025
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