Chamonix bebte, die Kuhglocken läuteten, und der Himmel spielte verrückt – der UTMB Mont-Blanc 2025 war wieder einmal ein episches Kapitel im Geschichtsbuch des Berglaufes.
Rund 2.300 Läufer stürzten sich in das Abenteuer rund um das Mont-Blanc-Massiv, begleitet von Regen, Schnee, Wind und einer Portion Sonnenschein zum Finale. Das Rennen war ein Drama in mehreren Akten, das mit zwei triumphalen Siegern endete: Tom Evans und Ruth Croft.
Tom Evans: Der britische Durchbruch
Nach Jahren voller Rückschläge schrieb Tom Evans die Schlagzeilen des UTMB 2025. Zwei Ausfälle in den vergangenen Jahren hatten ihn beinahe zum Pechvogel gemacht, doch diesmal zeigte der Brite eine Taktik wie aus dem Bilderbuch. Er hielt sich zunächst zurück, um dann am Grand Col Ferret mit einem Antritt die Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Seine Gegner versuchten vergeblich, die Lücke zu schließen. Mit eisiger Ruhe baute er seinen Vorsprung aus und flog die Downhills hinunter, als hätte er Flügel an den Schuhen.

Mit einer Zeit von 19:18:56 erreichte Evans das Ziel in Chamonix – und schrieb damit Geschichte: Er ist der erste britische UTMB-Sieger überhaupt. Sein Kommentar am Ziel war typisch britisch: „Es war das unglaublichste Rennen überhaupt. Schnee, Regen, ein wenig Sonne – wir hatten alles. Die Berge gewinnen am Ende immer.“
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Hinter ihm folgte der konstante US-Läufer Ben Dhiman, während Landsmann Josh Wade mit einer furiosen zweiten Rennhälfte auf Platz drei sprintete. Für Frankreich sorgten Thibaut Garrivier, Ludovic Pommeret und Yannick Noël für Furore in den Top Ten. Auch die chinesischen Athleten hinterließen Spuren: Ji Duo erkämpfte sich Rang vier, während Jiasheng Shen und Jiaju Zhao auf Platz acht und zehn ins Ziel liefen – ein historisches Ergebnis.
Ruth Croft: Eine Legende wird geboren
Bei den Frauen lieferte Ruth Croft einen Lauf, der in die Annalen eingehen wird. Die Neuseeländerin triumphierte nicht nur in 22:56:23 als erste Kiwi beim UTMB Mont-Blanc, sondern wurde auch zur ersten Frau, die alle drei UTMB World Series Finals gewann. Mit Erfolgen beim CCC 2015 und OCC 2018 und 2019 krönte sie nun ihr Lebenswerk am Mont-Blanc. Damit steht sie in einer Reihe mit Xavier Thévenard, der dieses Kunststück bislang als einziger vollbracht hatte.

Ihr Sieg war ein Mix aus Taktik und Leidensfähigkeit. „Als ich 2015 beim CCC startete, hätte ich nie gedacht, dass ich zehn Jahre später hier stehe. Das Ziel war nie, Geschichte zu schreiben – es ist einfach die Kirsche auf der Torte,“ sagte Croft nach dem Ziel. Während der Nacht zog sie unaufhaltsam davon und ließ Konkurrentinnen wie Camille Bruyas und Katharina Hartmuth hinter sich. Die dreifache Titelverteidigerin Courtney Dauwalter musste am Morgen Tribut zollen und fiel aus den Podiumsplätzen heraus.
Helden jenseits der Podien
Der UTMB 2025 war aber nicht nur ein Fest für Stars. Erneut waren es die Geschichten der „stillen Helden“, die berührten. Team Adaptive sorgte für Gänsehaut: Yanis Debaud, der mit einem gelähmten Fuß startete, und Fanny Barbara, die nur mit einer Lunge läuft, wagten sich an die 172 Kilometer. Tausende Amateure kämpften in der zweiten Nacht tapfer weiter – getragen von den Jubeln der Zuschauer und den Helfern entlang der Strecke. Für sie ist jeder Schritt ein Sieg, jeder Zielbogen eine Heldengeschichte.
Top-Ergebnisse UTMB Mont-Blanc 2025
Top 3 Männer:
1. Tom Evans (GBR) – 19:18:56
2. Ben Dhiman (USA) – 19:51:37
3. Josh Wade (GBR) – 20:05:06
Top 3 Frauen:
1. Ruth Croft (NZL) – 22:56:23
2. Camille Bruyas (FRA) – 23:28:48
3. Katharina Hartmuth (GER) – 24:16:39
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