Der Countdown läuft: Vom 12. bis 14. Juni verwandelt sich Garmisch-Partenkirchen wieder in das Mekka der Trailrunning-Welt.
Beim Zugspitz Ultratrail wird dieses Jahr nicht gekleckert, sondern geklotzt. Mit rund 5.000 Läufern aus 66 Nationen und gleich sieben Wettbewerben bricht das Event alle bisherigen Rekorde – und wirft gleichzeitig die Frage auf, ob die Jagd nach Superlativen irgendwann zu weit geht.
So früh wie nie war der Zugspitz Ultratrail ausverkauft – und das trotz erweiterter Startplätze und einem völlig neuen Format: dem ZUT100. Das erstmals stattfindende Rennen über 100 Meilen ist der neue Gipfel des Wahnsinns. 164 Kilometer, alpines Gelände, Höhenmeter ohne Ende – klingt nach Spaß? Oder doch eher nach Selbstkasteiung mit Aussicht?
Premiere für die Königsetappe: Der ZUT100
Den Auftakt macht am Donnerstagabend der ZUT100, der um 20 Uhr in Garmisch-Partenkirchen startet. Es ist das erste alpine 100-Meilen-Rennen rund um die Zugspitze – der neue Maßstab für alle, die 100 Kilometer einfach nicht mehr aufregend genug finden. Zu den Favoriten zählen der Franzose Jaouen Maxime und der Deutsche Tobias Fritz. Bei den Frauen nimmt Ida-Sophie Hegemann den Ultra-Wahnsinn mit stoischer Ruhe.
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Aber keine Sorge, auch wer "nur" 100 Kilometer laufen will, kommt beim Zugspitz Ultratrail voll auf seine Kosten – zum Beispiel beim klassischen ULTRATRAIL, der am Freitagabend um 22 Uhr ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen startet. Bei dieser Nachtschicht unter Sternenhimmel führen 106 Kilometer zum Ziel – mit garantierten Schmerzen, aber auch spektakulären Panoramen.
Stars und Sternchen auf dem Trail
Der Sieg beim ULTRATRAIL dürfte über den Titelverteidiger Pierre Emmanuel Alexandre führen. Doch auch Matteo Anselmi aus Italien sowie die Deutschen Johannes Löw und Johannes Ostfalk haben gute Karten. Bei den Damen ist die Lokalmatadorin Eva Sperger ebenso auf dem Radar wie die Polin Marta Wenta, die Gewinnerin von 2023.

Vielfalt im Höhenprofil: Die weiteren Rennen
Auch bei den kürzeren Wettbewerben des Zugspitz Ultratrail wird nicht geknausert. Hier eine kleine Übersicht für alle, die es wissen wollen:
- EHRWALD TRAIL: 86 km, 4080 Höhenmeter, Start am 13. Juni um 23 Uhr in Ehrwald
- LEUTASCH TRAIL: 68 km, 2870 Höhenmeter, Start am 14. Juni um 9 Uhr in Leutasch/Weidach
- MITTENWALD TRAIL: 44 km, 1860 Höhenmeter, Start am 14. Juni um 7 Uhr in Mittenwald
- GARMISCH-PARTENKIRCHEN TRAIL: 29 km, 1535 Höhenmeter, Start am 13. Juni um 10 Uhr
- GRAINAU TRAIL: 16 km, 760 Höhenmeter, Start am 14. Juni um 12 Uhr – und hier laufen tatsächlich mehr Frauen als Männer
Besonders spannend: Der Frauenanteil liegt insgesamt bei 33 Prozent – eine erfreuliche Steigerung zum Vorjahr. Vielleicht geht es hier nicht nur um Kilometer, sondern auch um Balance.
Eine Expo wie ein Trailrunners-Paradies
Auch abseits der Laufstrecken bietet der Zugspitz Ultratrail 2025 ordentlich Programm. Die Expo ist mit 53 Ausstellern restlos ausgebucht und dürfte für alle Trail-Liebhaber ein kleines Shopping-Festival am Fuße der Zugspitze werden. Von ultraleichten Schuhen bis hin zu Stirnlampen, die heller leuchten als ein Stadionflutlicht – alles, was das Läuferherz begehrt, wird hier präsentiert.
Rekorde über Rekorde – aber wohin soll das führen?
Natürlich beeindruckt der Zugspitz Ultratrail mit seiner schieren Größe, der internationalen Beteiligung und den sportlichen Höchstleistungen. Aber bei aller Euphorie darf auch mal kritisch gefragt werden: Muss wirklich jedes Jahr ein noch härteres Rennen her? Noch mehr Kilometer, noch mehr Höhenmeter, noch weniger Schlaf?
Trailrunning war einmal der Ausbruch aus dem Leistungsdruck, ein Laufen im Einklang mit der Natur. Inzwischen wirkt der Zugspitz Ultratrail eher wie ein Wettbewerb im Leiden auf Bestellung. Vielleicht wird es Zeit, wieder öfter auf den Berg zu schauen, statt nur auf die Uhr.
Und doch: Wenn am 12. Juni der erste Startschuss fällt und tausende Stirnlampen im Dunkeln aufleuchten, dann weiß man – der Mythos lebt. Der Zugspitz Ultratrail ist ein Spektakel. Nur die Frage bleibt: Für wen eigentlich?

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